

		Fragen und Antworten (FAQ) ber

		   das Textsatzsystem TeX und
		       ~~~~~~~~~~~~~~~~~~
	DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
	~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


	Dieser Text enthlt hufig gestellte Fragen und passende
	Antworten zum Textsatzsystem TeX und zu DANTE e.V.

	Er kann ber beliebige Medien frei verteilt werden, solange er
	unverndert bleibt (inkl. diesem Hinweis) und keine Gebhr
	fr das Verteilen verlangt wird.

	Anregungen, Ergnzungen, Kommentare und Bemerkungen per E-Mail
	an `dantefaq@dante.de'

					Bernd Raichle/Thomas Hafner


Inhalt:
~~~~~~~

Teil 1: Allgemeines

 *1.1) ber diese FAQ
  1.2) Newsgroups und Diskussionslisten
  1.3) Mitwirkende an dieser FAQ

Teil 2: DANTE e.V.

  2.1) Was ist DANTE e.V.?
  2.2) Wie erreiche ich DANTE e.V.?
  2.3) Wieso sollte ich Mitglied bei DANTE e.V. werden?
  2.4) Wie werde ich Mitglied?
  2.5) TeX User Groups: TUG, NTG, GUTenberg, UKTUG, GUST, ...

Teil 3: Textsatzsystem TeX - bersicht

  3.1) Was ist TeX, METAFONT, TDS, ...?
  3.2) Welche TeX-Formate gibt es?  Was ist LaTeX?
  3.3) Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?
  3.4) Literatur

Teil 4: Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen

 *4.1) Wie bekomme ich ein TeX-System?
  4.2) CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'
  4.3) TeX-Implementierungen
  4.4) Editoren, Frontend-/GUI-Programme

Teil 5: TeX, LaTeX, Makros, etc.

  5.1) \verb-Anweisung und verbatim-/Kommentar-/Comment-Umgebungen
  5.2) Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'
  5.3) Abbildungen und Tafeln
 +5.4) Fussnoten, Endnoten, etc.
  5.5) LaTeX2e -- Grundlegendes
  5.6) LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg
  5.7) Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte
  5.8) Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse

Teil 6: TeX, LaTeX, Makros, etc. (Fortsetzung)

  6.1) (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch
  6.2) Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf-/Fuzeilen
  6.3) Literaturzitate, -verzeichnis, BibTeX
  6.4) Mathematischer Formelsatz
  6.5) Verschiedene sonstige Zeichen
  6.6) Chemischer Struktur- und Formelsatz

Teil 7: Metafont und Schriften

  7.1) METAFONT und METAFONT-Tools
  7.2) Schriften -- allgemein
  7.3) Die DC-/EC-Schriftfamilie und andere T1-kodierte Schriften
 +7.4) PostScript-Schriften

Teil 8: Tools/Utilities

  8.1) Tools zur Manipulation von dvi-Dateien
  8.2) Syntax-Checker
  8.3) Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format
  8.4) TeX-Benutzungsoberflchen und Editoren

Neu hinzugekommene Abschnitte oder Abschnitte mit neuen Fragen und
Antworten sind durch ein Plus-Zeichen (+), Abschnitte mit genderten
Fragen und Antworten sind durch ein Sternchen (*) markiert.
Geringfgige Textnderungen durch Korrektur von Ausdrucks- oder
Rechtschreibfehlern sind nicht markiert.



		   === Teil 1 -- Allgemeines ==


*1.1) ber diese FAQ:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Dies war ein erneuter, diesmal erfolgreicherer Versuch, eine
deutschsprachige FAQ (`frequently asked questions' = Liste mit den
hufig gestellten Fragen und Antworten) in's Leben zu rufen und danach
am Leben zu halten.  Einer der Anlsse war die in der Newsgroup
`de.comp.tex' regelmig auftauchende Frage: Was ist DANTE e.V., was
ist `Die TeXnische Komdie', wie kann ich Mitglied werden, was kostet
eine Mitgliedschaft?  Aus diesem Grund besteht ein Teil dieser FAQ aus
Fragen ber DANTE e.V. und den entsprechenden Antworten.  Aus der
ca. 14KB groen, zweiteiligen ersten Version vom 6. November 1995 ist
innerhalb von zwei Monaten zuerst eine vier-, dann eine achtteilige,
ca. 90KB groe FAQ-Liste entstanden, die mittlerweile nach einem
halben Jahr auf eine Gre von ca. 180KB Text angewachsen ist.


Erscheinungsweise:

  Sie wird regelmig monatlich zum Monatsbeginn in die Newsgroup
  `de.comp.tex', `de.answers', `news.answers' und damit auch in alle
  mit diesen Newsgroups vernetzten TeX-Bretter/-Echos/-<IYFN>
  gepostet.  Die FAQ besteht aus mehreren Teilen, wobei jeder Teil
  ohne News-Header nicht lnger als ca. 32K ist.


Copyright:  (C) 1995/96 Bernd Raichle und Thomas Hafner.

  Dieser Text kann ber beliebige Medien frei verteilt werden,
  solange er vollstndig und unverndert bleibt (inkl. diesem
  Hinweis) und keine Gebhr fr das Verteilen verlangt wird.

  Die Autoren und DANTE e.V. bitten um Zusendung von mindestens
  drei Belegexemplaren.  Danke!


Archivierung:

  Eine Kopie kann man ber das World-Wide-Web (WWW) in

	http://www.dante.de/dante/dante-faq.html

  finden (keine Hypertext-Version, momentan eine reine Textdatei pro
  FAQ-Teil ohne HTML-Markup-Anweisungen).

  Die FAQ wird seit der Version vom 8. April 1996 in die Newsgroups
  `de.news.answers' und `news.answers' gepostet, so da man die
  neueste Version in ftp://rtfm.mit.edu/pub/usenet/de.comp.tex/, dem
  weltweiten FAQ-Archiv und allen Spiegeln dieses Archivs (u.a. den
  ftp-Servern des CTAN in usergrps/dante/de-tex-faq/) finden kann.
  Die Dateien auf diesen ftp-Servern kann man sich auch mit Hilfe
  eines ftp-Mailer ber E-Mail zuschicken lassen.


Verwendete Kodierung:

  Die Autoren erstellen den Text in ISO Latin-1 (ISO 8859-1) und
  verschicken ihn mit entsprechendem MIME-Mail-Header, so da er von
  korrekt konfigurierten Programmen problemlos und automatisch in
  andere Kodierungen konvertiert werden kann.
    Erhalten Sie diesen Text mit unlesbaren Umlauten, knnten Sie dies
  zum Anla nehmen, falls ein fehlerhaft konfiguriertes Gateway die
  Schuld daran trgt, die Verwalter der Gateways zu berreden, deren
  Konfiguration zu korrigieren.  Und bitte vorher berprfen, ob nicht
  die eigene Software, beispielsweise der eigene Newsreader an den
  unlesbaren Umlauten Schuld trgt!  Einen Artikel mit fehlerhaft
  kodierten Umlauten kann man mit Hilfsprogrammen, wie `recode' (in
  jedem guten GNU-Archiv zu finden) oder `charconv' in vielen Fllen
  korrigieren.  Dazu folgt hier eine Referenzliste der Umlaute+ss:

	Ae Oe Ue ae oe ue ss  ('e 'i 'o)
	               (     )


Weitere FAQ-Listen:

  - TeX-FAQ der Newsgroup `comp.text.tex'
    Erhltlich in allen `news.answers'-Archiven in der Datei
    ..../usenet/news.answers/tex-faq.  Die UK TUG TeX-FAQ ist eine
    erweiterte und berarbeitete Version dieser FAQ.

  - UK TUG TeX FAQ - Your 100+x Questions answered,
    von der UK TUG neu bearbeitet zur Verffentlichung in `Baskerville',
    dvi-, ps- und pdf-Dateien sind in CTAN:usergrps/uktug/faq/ zu
    finden (jedoch nicht immer die neueste Version), auerdem gibt es
    eine HTML-Version, die nach Begriffen durchsucht werden kann:
    http://www.cogs.susx.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?introduction=yes

  - Oft gestellte Fragen und deren Antworten (OGFUDA)
    von Michael Hoppe (Version 1.0 vom 1. Februar 1993), in der einige
    der oft gestellten Fragen zu LaTeX 2.09 aufgegriffen und
    beantwortet werden.  Die OGFUDA stellt einen Vorlufer einer
    deutschen FAQ in einer etwas ungewhnlichen Form dar.  Der Inhalt
    der OGFUDA wird mittlerweile durch das Buch `Der LaTeX-Begleiter'
    von Goossens, Mittelbach und Samarin und durch diese FAQ
    abgedeckt.  (CTAN: info/ogfuda/)

  - LaTeX-FAQ der Newsgroup `fr.comp.text.tex' (in franzsich)
    Diese FAQ wird monatlich gepostet und ist ca. 150KB gro.  Sie
    wird (noch) nicht nach `*.answers' crossgepostet, man kann sie
    daher nicht in den FAQ-Archiven finden.  ber WWW ist aber eine
    Kopie verfgbar:  http://www.loria.fr/tex/divers.html


1.2) Newsgroups und Diskussionslisten
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

1.2.1) Was ist `de.comp.tex'?

Die Newsgroup im deutschsprachigen Teil des Usenet (bitte nicht mit
Internet verwechseln!) zur Diskussion ber TeX.  Sie dient fr
Diskussionen, fr den Erfahrungsaustausch und fr Fragen zum
Satzsystem TeX.  Die Newsgroup `de.comp.tex' ist mit anderen Netzen
verknpft.  Um entsprechende Rcksichtname (keine Binaries, kurze
Postings, u..)  wird gebeten.


1.2.2) Was ist TeX-D-L?

TeX-D-L ist die deutschsprachige E-Mail-Diskussionsliste, die von
DANTE e.V. zur Kommunikation zwischen Benutzern des Satzsystems TeX
vor Jahren eingerichtet wurde und seitdem verwaltet wird.

Man kann sich auf dieser Diskussionsliste mit einer Mail an

	listserv@vm.gmd.de

eintragen.  Diese Mail sollte die Zeile

	subscribe tex-d-l <Vorname> <Nachname>

enthalten, wobei man fr <Vorname> <Nachname> den eigenen Namen
mitteilen mu.  Die Diskussionsliste kann man verlassen, indem man in
einer Mail die Zeile `unsubscribe tex-d-l' an die Adresse
`listserv@vm.gmd.de' schickt.  Eine kurze Befehlsbersicht erhlt man
mit der Zeile `help', eine lngere Beschreibung mit `info'.


1.2.3) Gibt es noch weitere interessante Newsgroups oder
       Diskussionslisten zum Satzsystem TeX?

Ja, darunter sind solche, die sich nur mit dem Satzsystem TeX
beschftigen oder sich nur auf eine bestimmte Implementierung,
Verteilung oder einen bestimmten Teil konzentrieren.  Weiterhin gibt
es natrlich Diskussionslisten und Newsgroups, die auf das engere und
weitere Umfeld, wie z.B. Schriften, PostScript, Design, Desktop
Publishing (DTP), etc., eingehen.  (In allen unten genannten
Newsgroups und Diskussionslisten wird Englisch verwendet.)

Satzsystem TeX:
  Newsgroups: comp.text.tex
  Diskussionslisten:
    CTAN-Ann - Comprehensive TeX Archive Network announcements
               (listserv@shsu.edu)
    TeX-Euro - europische TeX-Diskussionsliste
               (listserv@vm.urz.uni-heidelberg.de)
    LaTeX-L  - ber die Entwicklung von LaTeX3, jedoch _nicht_
               fr Fragen zu LaTeX(2e) oder gar LaTeX 2.09!
               (listserv@vm.urz.uni-heidelberg.de)
    Metafont - Metafont and meta-fonts
               (listserv@ens.fr)
    mutex    - Notensatz mit TeX (MuTeX, MusicTeX, MusiXTeX, ...)
               (majordomo@gmd.de)
    NTS-L    - ber die Idee eines `New Typesetting System'
               (listserv@vm.urz.uni-heidelberg.de)
    Omega    - ber Omega, ein weiterer TeX-Nachfolger
               (listserv@ens.fr)

TeX-Implementierungen und -Verteilungen:
  Diskussionslisten:
    emtex-user - Discussions about emTeX
                 (Majordomo@Physik.TU-Berlin.de)
    4TeX       - 4TeX/4allTeX: a TeX workbench for MS-DOS PC's
                 (listserv@nic.surfnet.nl)
    tetex      - teTeX Users: Announcements, Questions & Answers
                 (majordomo@informatik.uni-hannover.de)

Umfeld:
  Newsgroups: comp.fonts, comp.programming.literate,
              comp.lang.postscript, comp.text.sgml

und viele mehr.

In die angegebenen Diskussionslisten trgt man sich mit einer Mail mit
`subscribe <Listenname> <Vorname> <Nachname>' an die angegebene
Adresse ein, falls dies ein `listserv@...' ist.  Fr Adressen der Art
`majordomo@...' mu die Angabe des eigenen <Vornamen> und <Nachnamen>
unterbleiben, in Ihrer Mail sollte also nur die Zeile `subscribe
<Listenname>' stehen.  Aus einer Liste kann man sich mit der Mail
`unsubscribe <Listenname>' an die Adresse `listserv@...'
bzw. `majordomo@...' austragen.  Achtung: Diese Anweisungen nicht an
die Liste selbst schreiben!


1.2.4) Was sollte ich gelesen haben, bevor ich eine Frage in
       `de.comp.tex', einem Bereich eines verknpften Netzes oder
       der Diskussionsliste TeX-D-L stelle?

Zuerst: Die Kenntnis der `Netiquette' wird vorausgesetzt; sie ist in
`de.newusers' oder ersatzweise bei Ihrem Provider zu erhalten.

Die Abschnitte `Bcherliste' und `frei verfgbare (La)TeX-
Einfhrungen' (siehe Abschnitt 3.4.1 und 3.4.2) enthalten einige
Empfehlungen fr Bcher und kostenfrei erhltliche Einfhrungen und
bersichten, die sehr viele der hufig gestellten Fragen beantworten.
Wenn Sie sich vorlufig keine Bcher zulegen wollen, sollten Sie das
Angebot der kostenfrei erhltlichen Artikel nutzen!

Jedes TeX-System enthlt einen Satz Dokumentation, in dem meist nur
sehr kurz ein berblick ber das Satzsystem TeX gegeben wird, bevor
auf spezifische Besonderheiten dieses TeX-Systems eingegangen wird.
Bevor Sie Fragen zu Problemen mit diesem speziellen System stellen,
sollten Sie sicherstellen, ob diese nicht schon durch die
mitgelieferte Dokumentation beantwortet werden.  Fr einige
TeX-Systeme, wie beispielsweise emTeX und 4TeX/4allTeX (beide OS/2,
MS-DOS, Windows), gibt es eigene Diskussionslisten.  Haben Sie ein
spezielles Problem mit einem dieser Systeme, sollten Sie Ihre Frage in
der zugehrigen Diskussionsliste stellen.

Bei Problemen mit LaTeX(2e) sollten Sie vorher auf alle Flle den
`User Guide' gelesen haben, der als Datei ``usrguide.tex'' jedem
LaTeX2e-Paket beiliegen mu.  Auch die anderen im LaTeX2e-Paket
enthaltenen `XYZ Guides' enthalten wertvolle Informationen ber das
sogenannte NFSS zur Schriftauswahl und Einbindung neuer Schriften, die
Erstellung und nderung von Klassen und Paketen, die Konfiguration,
weitere Pakete und Neuerungen.

Fr LaTeX(2e) finden Sie auerdem noch sehr viele Informationen und
Hinweise auf Makro-Pakete im Buch `Der LaTeX-Begleiter' von Goossens,
Mittelbach und Samarin (siehe Abschnitt 3.4.1) bzw. dem englischen
Original `LaTeX Companion'.  Schlagen Sie bitte zuerst dort nach --
Sie werden feststellen, da sich dadurch sehr viele Fragen beantworten
lassen.

Finden Sie in der verfgbaren Literatur keine Antwort, vergessen Sie
nicht, in Ihrer Frage an die Newsgroup bzw. die Diskussionsliste auch
Ihr Rechnersystem, Betriebssystem, Name der TeX-Implementierung/
-Verteilung, Version der verwendeten Programme, Makros, u.. zu
nennen.  Halten Sie Ihre Frage kurz.  Geben Sie ein kurzes, aber
vollstndiges Eingabebeispiel, das nur auf die notwendigsten Dateien
zugreift.  Entfernen Sie z.B. in einem LaTeX-Dokument prinzipiell
_alle_ Pakete, belassen Sie dabei nur die Pakete, mit denen Ihr
Problem auftritt; verwenden Sie mglichst nur Standard- oder weit
verbreitete Pakete.  So kann man Ihr Problem mit mglichst geringem
Aufwand nachvollziehen, und damit erhht sich die Wahrscheinlichkeit,
da Ihre Frage auch beantwortet wird!


1.3) Mitwirkende an dieser FAQ:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

*1.3.1) Dank an alle Mitwirkende

Aktiv mitgewirkt haben bisher (neben dem FAQ-Duo selbst):

  Ulrik Vieth, Matthias G. Berberich, Olaf Kummer, Michael Wolf,
  Martin Schrder, Markus Kohm, Marion Neubauer, em, Petra Humann,
  Ulrich Kuckert, Martin Mattel, Wilfried Hennings, Karl Eichwalder,
  Anselm Lingnau, Jrg Knappen, Werner Icking, Heinz Kusznier,
  Alexander Bugl, Ulrich Kuckert, Jrgen Dollinger, Tilmann B,
  Sebastian Kirsch, Ralph Schleicher, Marcus Otto

Herzlichen Dank fr die bisher eingesandten Fragen und Korrekturen!
Wir hoffen, da wir niemanden vergessen haben.  Dank auch an
diejenigen, die uns etwas geschickt haben und die ihre Einsendung noch
nicht in dieser FAQ wiederfinden.  Wir bitten dafr um Verstndis; wir
haben leider nie die notwendige Zeit, sofort alle Einsendungen zu
integrieren.


1.3.2) >>>>>>>>>>   Aufruf zur Mitarbeit   <<<<<<<<<<

Eine FAQ ist nie fertiggestellt, es gibt immer etwas zu tun:

 - Korrekturlesen
   Finden Sie falsche, fehlerhafte oder fehlende Querbezge oder
   Verweise auf ftp-Server, Literatur u., korrigieren Sie fehlerhafte
   oder unvollstndige Antworten, verbessern Sie Rechtschreib- und
   Ausdrucksfehler.

 - Neuerungen/Updates
   berprfen und ergnzen Sie die Listen, wie beispielsweise die
   bersicht der verfgbaren TeX-CD-ROM-Angebote, der
   TeX-Implementierungen, etc.  Stimmen die Angaben, gibt es neuere
   Versionen oder neue Angebote, sind Angebote veraltet und/oder vom
   Markt genommen worden?

 - Erweiterungen
   Haben Sie eine neue Frage und die dazugehrige Antwort?  Haben Sie
   einen Vorschlag, wie man eine Antwort krzer bzw. knapper
   formulieren kann?  Hinweise auf andere FAQs, Artikel, bersichten,
   etc.

Bitte senden Sie uns _keine_ Fragen ohne Antworten!  Wir bekommen
relativ hufig Fragen zu verschiedenen Dingen zugeschickt, da einige
Leser hoffen, da wir diese beantworten knnen.  Meist lautet unsere
Antwort: ``Wende Dich an `de.comp.tex' oder eine der vielen anderen
Newsgroups oder Diskussionslisten!''.  Es ist auch keine Lsung, uns
dann zu bitten, diese Frage weiterzuleiten -- dies kann jeder
ebensogut selber tun.


Anregungen, Ergnzungen, Korrekturen, Verbesserungsvorschlge, neue
Frage und Antworten per E-Mail bitte an

	dantefaq@dante.de

Danke schon jetzt im voraus!

					Bernd Raichle
					Thomas Hafner
				email:	dantefaq@dante.de

			=== Teil 2: DANTE e.V. ==


2.1) Was ist DANTE e.V.?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

DANTE e.V. steht fr Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX.
Dies ist der Zusammenschlu von deutschsprachigen TeX-Anwendern,
TeXies, TeXnikern und sonstigen TeX-Arbeitern in einer Gemeinschaft.
Der Verein wurde am 14. April 1989 in Heidelberg gegrndet, ist
in das Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt als
gemeinntzig anerkannt worden.



2.2) Wie erreiche ich DANTE e.V.?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Post:    DANTE, Deutschsprachige Anwendervereingung TeX e.V.
         Postfach 10 18 40
         69008 Heidelberg
         Telefon: (0 62 21) 2 97 66
         Fax:     (0 62 21) 16 79 06
E-mail:  dante@dante.de

Am einfachsten wird es wohl via e-mail gehen.  Zum Telefon ist zu
sagen, da hier meistens ein Anrufbeantworter `hngt'.  Es gibt aber
feste Zeiten, zu denen man jemanden sprechen kann.  Diese Zeiten
werden auch ber den Anrufbeantworter bekanntgegeben.



2.3) Wieso sollte ich Mitglied bei DANTE e.V. werden?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Natrlich kann niemand gezwungen werden, bei DANTE e.V. Mitglied zu
werden.  Es sollte aber bedacht werden, da die Dienstleistungen
von DANTE e.V. nur erbracht werden knnen, weil es Leute gibt, die
DANTE e.V. untersttzen.

Neben diesem eher ideellen Grund hat eine Mitgliedschaft bei
DANTE e.V. auch viele Vorteile:

  - Informationen aus erster Hand durch

     * die viermal im Jahr erscheinende Vereinszeitung
       `Die TeXnische Komdie'
     * die Mglichkeit, Bcher ber TeX, LaTeX, PostScript, etc. ber
       DANTE e.V. zu beziehen
     * `elektronische' Medien in Form von e-mail-Diskussionslisten
       wie TeX-D-L, die archiviert ber die Software-Verteilung
       bezogen werden knnen
     * den WWW-Server http://www.dante.de/

  - Bezug von Software, wie kompletten TeX-Versionen fr Ihr
    Rechnersystem, von Makropaketen und Schriften ber

     * CTAN, an dessen Aufbau und Verwaltung Mitglieder von
       DANTE e.V. mageblich beteiligt waren und sind und dessen
       deutscher Knoten von DANTE e.V. finanziert wird
     * eine vereinseigene Mailbox mit einer Kopie des CTAN-Inhalts
       (per Telefon und Modem erreichbar; Standort: Heidelberg)
     * eine Software-Verteilung auf Disketten und CD-ROM (und
       teilweise auch auf anderen Medien, wie DAT und MO) fr Personen
       ohne Netzzugang

  - Beratung und Schulung, wie z.B.

     * Telefon-Hotline
     * Kurse fr Anfnger und Fortgeschrittene
     * Tutorien 

  - Kontaktmglichkeiten ber

     * nationale und internationale Tagungen
     * Mitgliederversammlungen  (halbjaehrlich)
     * regionale Stammtische  (monatlich)

  - Technischer Beirat

    Fr die verschiedenen Rechnerarchitekturen und Betriebssysteme
    sowie fr spezielle Themengebiete werden vom Prsidium von
    DANTE e.V. `Koordinatoren' ernannt, die eine Ansprech-, Mittler-
    und Beratungsfunktion sowohl fr die Mitglieder als auch fr das
    Prsidium haben.  Die Koordinatoren bilden den `Technischen
    Beirat'.

    Zur Zeit gibt es fr folgende Gebiete Koordinatoren:

    Amiga, Atari, Macintosh, PubliCTeX (PC), OS/2, UNIX, VAX/VMS, VM
    Metafont, Graphik, PostScript, Treiberentwicklung, SGML, German-Style
    Server-Koordination, Betreuung der Mailbox von DANTE e.V.
    Lehrerfortbildung, Verlag & Buchhandel.

  - usw.

Einige dieser Leistungen knnen auch von Nicht-Mitgliedern genutzt
werden.  In der Regel stehen sie jedoch nur Mitgliedern im
vollen Umfang zur Verfgung!



2.4) Wie werde ich Mitglied?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Mitglied bei DANTE e.V. zu werden, ist einfach: Mitgliedsantrag
ausfllen und unterschrieben an

	DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
	Postfach 10 18 40
	D-69008 Heidelberg

schicken.  Den Mitgliedsbeitrag sollten Sie auf das auf dem Antrag
angegebene Konto berweisen.  Bitte keine andere DANTE e.V. gehrende
Kontonummer verwenden, dies wrde die Bearbeitung verzgern!  Nach dem
Eingang Ihres Antrags und des Mitgliedsbeitrags erhalten Sie eine
Besttigung Ihrer Mitgliedschaft, eine Vereinssatzung, die in diesem
Jahr bisher erschienenen Ausgaben der Vereinszeitung und weitere
Informationen, wie z.B. ber die Mailbox von DANTE e.V., Software und
Bcher.

Einen Mitgliedsantrag erhalten Sie

  - per ftp://ftp.dante.de/tex-archive/usergrps/dante/antrag.{dvi,ps}

  - per Post: Fordern Sie ber obige Adresse ein Antragsformular an.


Der Mitgliedsbeitrag gilt fr das laufende Kalenderjahr (1.1.-31.12.)
und betrgt

  - Einzelbeitrag fr Privatpersonen:			 80,- DM
  - Ermigter Einzelbeitrag fr Schler/innen, Studierende,
    Rentner/innen, Arbeitslose, Zivil- und Wehrdienstleistende
    (entsprechende Bescheinigung ntig!):		 60,- DM
  - fr Institutionen des ffentlichen Rechts und
    Forschungseinrichtungen:				120,- DM
  - fr Firmen, die TeX anwenden:			300,- DM
  - fr Firmen, die Produkte in Verbindung mit TeX
    anbieten:						500,- DM



2.5) TeX User Groups: TUG, NTG, GUTenberg, UKTUG, GUST, ...
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

2.5.1) TeX-Anwendervereinigungen:

Neben DANTE e.V. gibt es noch weitere TeX-Anwendervereinigungen.
Als erstes ist hier die TUG zu nennen, die internationale `TeX Users
Group'.  Sie ist die erste und damit die lteste TeX-Anwender-
vereinigung.

		TeX Users Group
		1850 Union Street #1657
		San Francisco CA 94123, USA
		Tel.: +1 415 982-8449
		Fax:  +1 415 982-8559
		email:  tug@tug.org

Weitere Informationen ber die TUG finden Sie auf CTAN im Verzeichnis
``usergrps/tug/'' oder dem WWW-Server ``http://www.tug.org/''.

Neben TUG und DANTE e.V. gibt es weitere nationale Anwender-
vereinigungen.  Als Auswahl seien folgende Vereine genannt:

  NTG		Nederlandstalige TeX Gebruikersgroep (Niederlande)
  GUST		Grupa Uzytkownikw Systemu TeX (Polen)
  GUTenberg	Groupe francophone des Utilisateurs de TeX
                (franzsischsprachige Lnder)
  CsTUG         Ceskoslovensk sdruzen uzivatelu TeXu
                (Tschechische/Slowakische Republik)
  UK TUG	UK TeX Users' Group (Grobritannien)

ber einige dieser nationalen Anwendervereinigungen knnen Sie
weitere Informationen, Antragsformulare, Ankndigungen u.. auf CTAN
in den Verzeichnissen unter ``usergrps/'' finden.

Auerdem finden Sie ber die Seite ``http://www.dante.de/'' im `World
Wide Web' (WWW) weitere Informationen zu DANTE e.V., TUG, Verweise zu
den WWW-Seiten der anderen TeX-Anwendervereinigungen, einen Tagungs-
und Veranstaltungskalender und vieles mehr.


2.5.2) Mitgliedszeitschriften der TeX User Groups:

Jede der `groen' TeX-Anwendervereinigungen gibt eine
Mitgliedszeitschrift und Vereinsnachrichten heraus:

 - Die TeXnische Komdie
	Mitgliedszeitschrift von DANTE e.V., erscheint
	vierteljhrlich, deutsch

 - TUGboat
	Mitgliedszeitschrift der TUG, erscheint vierteljhrlich (ein
	Band ist Konferenzband der TUG-Konferenz), englisch, enthlt
	viele informative Artikel ber TeX, METAFONT und Fonts

 - TeX and TUG News (TTN)
	Vereinsnachrichten der TUG , erscheint vierteljhrlich,
	englisch, enthlt aktuellere Informationen ber
	Vereinsinterna, Tips, Berichte, etc.
        Nach Ausgabe Vol. 4 No. 3 wird TTN u.a. aus finanziellen
        Grnden in TUGboat integriert.

 - Minutes And APendices (MAPS)
	Mitgliedszeitschrift der NTG, erscheint halbjhrlich,
	niederlndisch und englisch, enthlt hufig Vorabdrucke und
	Nachdrucke aus anderen Mitgliedszeitschriften, wie TUGboat,
	Baskerville, etc.

 - Baskerville
	Mitgliedszeitschrift der UK TUG, erscheint sechsmal jhrlich
	(eine davon ist die UK TUG TeX FAQ), englisch, enthlt einige
	Nachdrucke aus anderen Zeitschriften und Proceedings

 - Cahiers GUTenberg
	Verffentlichung der GUTenberg, erscheint dreimal jhrlich,
	franzsisch

 - Lettre GUTenberg
	Vereinsnachrichten der GUTenberg, erscheint ???, franzsisch

	    === Teil 3: Textsatzsystem TeX - bersicht ==


3.1) Was ist TeX, METAFONT, TDS, ...?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3.1.1) Was ist TeX?

TeX ist ein Textsatzsystem, das von Prof. Dr. Donald E. Knuth
entwickelt wurde.

Der Unterschied zu einer Textverarbeitung ist, da hier Text nicht
nur verarbeitet, sondern auch gesetzt wird.  Dies wird z.B. durch das
tiefergestellte E in dem Logo von TeX symbolisiert.  Diese
Mglichkeit wird in dem vorliegenden Text durch das kleingeschriebene
`e' angedeutet.  Auerdem dient die Schreibweise TeX zur
Unterscheidung von TEX.

Aussprache: TeX wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben wird!
Aufgrund der griechischen Wurzel `tau epsilon chi' spricht man das `X'
in TeX wie ein ch- oder k-Laut, niemals wie ein x-Laut.  Man spricht:
`tech' wie in Technik.  Knuth spricht: `tek'.


3.1.2) Was ist METAFONT?

METAFONT ist wie TeX von Prof. Dr. Donald E. Knuth entwickelt worden.
Es erlaubt die Beschreibung von Schriften und ganzen Schriftfamilien
durch ein Programm, den sogenannten Meta-Font.  Aus diesem Meta-Font
kann METAFONT nach Wahl verschiedener Parameter Schriften generieren,
die TeX verwenden kann.

Um mit TeX zu arbeiten, ist METAFONT nicht zwingend erforderlich.  Es
ist auch mglich, zum Beispiel mit PostScript-Schriften zu arbeiten.
TeX bentigt von einer Schrift nur die Mae der einzelnen Zeichen und
weiterer schriftabhngiger Parameter, wie beispielsweise die Breite
eines Wortzwischenraumes.  Diese Informationen entnimmt TeX einer
TeX-Font-Metric-(tfm)-Datei.


3.1.3) Worin besteht der Unterschied zwischen IniTeX und VirTeX
       bzw. zwischen IniMF und VirMF?  Was ist eine sogenannte
       Format-, was eine Base-Datei?

IniTeX und VirTeX sind beides Varianten des Programmes TeX, wobei
IniTeX Code fr zustzlich Initialisierungsroutinen und erweiterte
-datenstrukturen enthlt, um beispielsweise Trennmusterdateien zu
laden und in kompakter Form wieder abzuspeichern oder eine Formatdatei
zu erzeugen.  IniTeX wird dazu verwendet, die TeX-internen
Datenstrukturen zu initialisieren -- daher der Name --, grere
Makropakete wie LaTeX, Schriftdateien und Trennmuster zu laden und in
einer kompakten, schnell wieder ladbaren Form in der sogenannten
Formatdatei abzuspeichern.  Formatdateien haben die Dateiendung `.fmt'
und den Vorgang, eine Formatdatei mit IniTeX zu erzeugen, nennt man
auch `ein Format dumpen'.
  Die zustzlichen Routinen und Datenstrukturen sind beim normalen
Gebrauch von TeX nicht notwendig, so da diese in der VirTeX-Variante
nicht vorhanden sind.  Dadurch kann man in VirTeX, dem `virgin' oder
jungfrulichem TeX, Speicherplatz sparen oder diesen fr andere Zwecke
einzusetzen.  VirTeX wird in den meisten TeX-Implementierungen unter
dem Namen `tex' aufgerufen, IniTeX entweder als `initex' oder ber
eine spezielle Kommandozeilenoption wie `tex -i' oder `tex -ini'.
  Analog zu IniTeX und VirTeX gibt es auch von METAFONT zwei
Programmvarianten namens IniMF und VirMF.  Statt Formatdatei heien
die von IniMF erzeugte Datei Basedatei und besitzt die Dateiendung
`.base' (oder `.bas').
  Der Aufbau der Format- und Basedateien sind nicht standardisiert!
Sie sind sowohl von der Implementierung als auch von der TeX- und
MF-Version abhngig.  Diese Dateien sollen von TeX bzw. MF mglichst
schnell geladen werden knnen, so da Implementierer hier hufig
betriebssystem- und implementierungsabhngige Optimierungen vornehmen
knnen.


3.1.4) Was ist eine dvi-Datei, was ist ein dvi-Treiber, was ist der
       DVI-Treiberstandard?

TeX erzeugt als wichtigste Ausgabe eine dvi-Datei.  Das Akronym `dvi'
steht fr `DeVice-Independ', d.h. der interpretierte Inhalt dieser
Datei kann auf fast jedem mglichen Ausgabegert ausgegeben werden.
Ein dvi-Treiber, ein spezielles Programm, liest eine dvi-Datei und
wandelt die in ihr enthaltenen Informationen in Steuerinformationen
fr einen speziellen Drucker (z.B. in PostScript oder in PCL) oder zur
Anzeige am Bildschirm fr ein spezieller Fenstersystem (wie X11) oder
Bildschirmtreiber.
  Besonders hervorzuheben ist an TeX, da _jede_ TeX-Implementierung
fr dieselbe Eingabe (also Dokument, verwendete Makros, Schriften,
Trennmuster, etc.) _unabhngig_ vom Ausgabegert und dessen Auflsung
_immer_ dieselbe dvi-Datei erzeugt.  TeX whlt also immer denselben
Absatz- und Seitenumbruch und dieselbe Plazierung von Zeichen, Linien,
usw. auf der Seite.
  dvi-Dateien enthalten alle Informationen, die zum Ausdruck oder zur
Anzeige der erzeugten Seiten notwendig sind.  Jedoch sind in einer
dvi-Datei nicht die tatschlichen Lettern der verwendeten Schriften
und das mit \special-Anweisungen eingebunde Material, wie Grafiken,
enthalten.  Diese mssen vom dvi-Treiber aus anderen Quellen, wie z.B.
pk-Dateien bei Schriften, gelesen und an das Ausgabegert geschickt
werden.  dvi-Dateien verwenden die TeX-interne Zeichenkodierung.  So
liegt beispielsweise der Argumenttext einer \special-Anweisung in der
dvi-Datei als eine in ASCII kodierte Zeichenkette vor.
  Die dokumentierte Source des Programms `dvitype' ist die kanonische
Referenz fr das dvi-Format.  Eine bessere, weil mit den mindestens
notwendigen Anforderungen an einen dvi-Treiber versehene Referenz ist
der
	DVI-Treiberstandard, Level 0

den man in CTAN: dviware/driv-standard/level-0/ finden kann.  In
diesem Standard findet man im Anhang neben einer Kopie der
dvi-Beschreibung aus `dvitype' noch die entsprechenden Beschreibungen
des tfm-, gf- und pk-Formates.  Weitere Papiere, Berichte, Vorschlge,
etc. findet man in CTAN: dviware/driv-standard/{papers,verification}/.


3.1.5) Wozu dienen Dateien mit Endung `.xyz'?

Die einzelnen Programme und TeX-Formate des Textsatzsystems TeX
verwenden sehr viele Dateien mit unterschiedlichen Endungen.  Damit
auch ein Anfnger relativ schnell einen berblick erhlt, folgt hier
eine Auflistung der hufigsten/wichtigsten Dateiendungen, sortiert
nach Programmen, TeX-Formaten und weitverbreiteten Implementierungen.

(plain-)TeX:

  .tex   Standarddateiendung fr alle Arten von TeX-Eingabedateien,
         einige Makropakete wie LaTeX verwenden andere Endungen, um
         zwischen Dokument- und den notwendigen Makrodefinitions-
         dateien zu unterscheiden.
  .fmt   TeX-Formatdatei (siehe Abschnitt 3.1.3)
  .dvi   TeX-Ausgabedatei, enthlt formatiertes Dokument (siehe
         Abschnitt 3.1.4)

  .pool  `String-Pool'-Datei, werden von IniTeX oder IniMF bentigt.
  .log
  .list  Protokolldatei eines TeX- oder MF-Laufs

METAFONT und Tools:

  .mf    MF-Eingabedatei
  .base  MF-Formatdatei (siehe Abschnitt 3.1.3)
  .tfm   MF-Ausgabe: TeX Font Metric (siehe Abschnitt 7.1.2)
  .*gf   MF-Ausgabe: `generic font' (siehe Abschnitt 7.1.2)
  .*pk   `packed raster' (siehe Abschnitt 7.1.2)
  .*pxl  `pixel' (siehe Abschnitt 7.1.2): veraltetes, durch
         `.*pk'-Dateien abgelstes Font-Bitmap-Format.

BibTeX:

  .bst   BibTeX-Style, enthlt Anweisungen an BibTeX, wie die
         Literaturangaben aus der .bib-Datei in die .bbl-Datei
         geschrieben werden sollen.
  .bib   BibTeX-Datenbank
  .blg   Protokolldatei eines BibTeX-Laufs
  .bbl   BibTeX-Ausgabe, meist in einer Form, da sie von LaTeX
         eingelesen werden kann.

MakeIndex:

  .ist   MakeIndex-Style, enthlt Anweisungen, wie aus den Eintrgen
         in der .idx/.glo-Datei die .ind/.gls-Datei generiert werden
         soll.
  .idx   Index-Datei, enthlt die unsortierten Indexeintrge
  .ind   MakeIndex-Ausgabe: fertig erstellter Index
  .glo   Glossar-Datei, enthlt analog zur .idx-Datei die unsortierten
         Glossareintrge
  .gls   MakeIndex-Ausgabe: fertig erstelltes Wrterverzeichnis/Glossar
  .ilg   Protokolldatei eines MakeIndex-Laufs

Texinfo (TeX-Format):

  .texi
  .texinfo
  .txi   GNU Texinfo-Dokumentquelldatei

docstrip-Archive (nicht nur fr LaTeX2e-Makropakete verwendbar):

  .dtx    docstrip-Archivdatei, kann mit dem in TeX geschriebenem
          Utility `docstrip' entpackt werden.
          (docstrip:  CTAN: macros/latex/base/docstrip.{dtx,ins})
          Historisch: Diese Archive hatten anfnglich die Endung .doc.
  .ins    Instruktionsdatei zum Entpacken eines docstrip-Archivs;
          zum Entpacken reicht der Aufruf ``tex filename.ins'',
          nheres bitte der mitgelieferten Dokumentation entnehmen!
  .drv    `Treiber'-Datei, fr einige .dtx-Dateien zur Formatierung
          der Dokumentation mit LaTeX verwendet.

  .fdd    docstrip-Archiv der LaTeX2e-.fd-Dateien
  .mbs    docstrip-Archiv der Master-Bibliography-BibTeX-Styles des
          `custom-bib'-Pakets

LaTeX(2e) (TeX-Format):

  .aux    Hilfsdatei, enthlt Querverweise, etc.
  .toc    Inhaltsverzeichnis
  .lof
  .lot    Verzeichnis der Abbildungen bzw. der Tafeln

  .ltx    Dokumentquelldatei, alternativ zur Endung .tex

  .cls
  .clo    TeX-Eingabedatei mit Definitionen fr die Dokumentenklasse
          und der entsprechenden Klassen-Optionen

  .sty    TeX-Eingabedatei mit Definitionen eines LaTeX2e-Pakets;
          in LaTeX 2.09 wurde diese Endung sowohl fr Styles (in 2e:
	  Klassen) als auch Style-Options (in 2e: Pakete) benutzt.

  .fd     TeX-Eingabedatei mit Font-Definition, enthlt Tabellen, mit
          denen die LaTeX2e-Spezifikation einer Schrift mittels
          Encoding, Family, Series und Shape in den Namen einer
          .tfm-Datei abgebildet wird.
          Der Name der .fd-Datei besteht aus Encoding und Family.

  .def    TeX-Eingabedatei mit Definitionen fr verschiedene Pakete,
          u.a. fr `inputenc', `fontenc' und `graphics'.

  .cfg    TeX-Eingabedatei mit Konfigurationeninformation

  .ldf    TeX-Eingabedatei mit der Language-Definition fr eine
          Sprache mit ihren Dialekten des babel-Pakets.
          Historisch: in lteren Babel-Versionen in .sty-Dateien
 
TeX-Implementierung emTeX:

  .tcp	TeX-Code-Page-Definition.

Eine Liste von Dateiendungen kann man auch im Buch `Der LaTeX-
Begleiter' bzw. `LaTeX Companion' (siehe Abschnitt 3.4.1) oder in `The
Components of TeX' von Joachim Schrod (siehe Abschnitt 3.4.2) finden.


3.1.6) Was ist TDS, die `TeX Directory Structure'?

Hauptfunktion von TDS ist die Festlegung einer Grundstruktur fr ein
TeX-System.  In dieser kann TeX samt Hilfswerkzeugen, Makropaketen,
Fonts, etc. systematisch geordnet -- und damit fr _alle_
Installationen und Systeme gleich und einheitlich -- untergebracht
werden.  Somit knnen implementierungsunabhngige Teile beispielsweise
auch ber NFS-Mounts oder von CD-ROM fr alle Systeme zur Verfgung
gestellt werden.  Die von TDS festgelegte Grundstruktur ist offen,
kann also jederzeit fr weitere Applikationen erweitert werden.
  Der TDS-Standard richtet sich primr an TeX-Systemadministratoren
und Personen, die TeX-Distributionen zusammenstellen.  Wenn Entwickler
eines TeX-Pakets von einer generell gltigen Verzeichnisstruktur
ausgehen knnen, kann auch die Installation eines Pakets leichter
automatisiert oder zumindest mit sehr przisen Anweisungen versehen
werden.  Fr Endbenutzer ist eine solche wohldefinierte Systemstruktur
ebenfalls von Interesse, wenn sie sich mit der Ausstattung des
Systems, das sie benutzen, nher vertraut machen wollen.
  Der aktuelle TDS-Vorschlag ist in verschiedenen Dateiformaten (DVI,
PostScript, HTML, Texinfo, etc.) in CTAN: tex-archive/tds/ zu finden.


3.1.7) Welche TeX-/METAFONT-Version ist z.Zt. aktuell?

Mit Stand Mai 1996 sind die folgenden Versionen aktuell:

  TeX:		3.14159		(seit Mrz 1995)
  plain.tex:	3.141592	(seit April 1996)

  MF:		2.718		(seit Mrz 1995)
  plain.mf:	2.71		(seit Juni 1993)

  CM-Fonts:	--		(wichtige nderungen 1992,
				 kleinere nderungen Mrz 1995)

Neue Versionen von TeX und METAFONT werden von Donald E. Knuth nur
noch in immer grer werdenden zeitlichen Abstnden erstellt, so da
man ltere Versionen auf alle Flle durch die neueste Version ersetzen
sollte.
  Leider hat Knuth fr die CM-Fonts keine Versionsnummer vergeben, so
da es schwieriger ist, die Versionen mit den meist nur geringen
nderungen auseinanderzuhalten.  Da Knuth umfangreichere nderungen an
den CM-Fonts im Frhjahr 1992 durchgefhrt hat, sollte man alle
lteren CM-Font-Versionen auf die neue Version bringen.  Erkennbar
sind die alten Versionen beispielweise am horizontalen Querstrich am
Fu des groen kalligraphischen T `$\mathcal{T}$' (bzw `$\cal T$'),
der in der neuen Version fehlt oder an der rundlicheren, s-frmigeren
Form des kleinen Deltas `$\delta$', da in neueren Versionen der obere
Bogen nun etwas winkliger ausgefhrt wurde.
  ACHTUNG: TeX-Pakete, wie emTeX, vergeben meist noch eine eigene
Versionsnummer fr TeX und MF.  Man sollte die oben angegebene,
offizielle Versionsnummer nicht mit diesen verwechseln/vermischen.



3.2) Welche TeX-Formate gibt es?  Was ist LaTeX?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

+3.2.1) Was ist ein (TeX-)Format?

Das Programm TeX besteht neben einem Teil, mit dem Text und
mathematische Formeln gesetzt, Abstze umbrochen und alles zu Seiten
zusammenmontiert wird, und aus einem Makroprozessor.  Dieser
Makroprozessor stellt eine mchtige, wenn auch fr die meisten eine
eher ungewohnte Programmiermglichkeit dar, mit der man den sehr
einfachen Befehlssatz von TeX durch eigene benutzerfreundlichere
Makros ergnzen kann.  Einen abgeschlossenen Satz von solchen Makros
nennt man Format.  Eine Formatdatei ist eine mit IniTeX durch `Dumpen'
erzeugte Datei, die diese Makros enthlt (siehe Abschnitt 3.1.3).
Meist wird der Formatname auch fr das Programm VirTeX verwendet, wenn
man die zugehrige Formatdatei ldt, so da man bei Verwendung des
Formatnamens diese Mehrdeutigkeit bedenken sollte.
  Ohne vom Benutzer definierte Makros besitzt TeX nur ca. 300
primitive `control sequences', davon sind ungefhr die Hlfte
Anweisungen, die andere Hlfte Parameter.  Fr einen Autor sind diese
Anweisungen zu einfach und drftig, so da es ratsam ist, als Autor
mchtigere und damit einfacher benutzbarere Anweisungen in Form von
Makros zu verwenden.


+3.2.2) Was ist plain-TeX?

Donald E. Knuth hat fr TeX ein Makropaket namens plain-TeX erstellt
und diese Makros im Buch `The TeXbook' beschrieben.  Dabei stellt
plain-TeX einen minimalen Satz an Makros dar, um TeX sinnvoll
verwenden zu knnen.  Zustzlich enthlt plain-TeX einige Makros, wie
`\beginsection' oder `\proclaim', die man als Beispiel fr komplexere
Anweisungen ansehen kann.
  Wenn jemand sagt, da er ``TeX programmiert'', so meint er
normalerweise, da er in TeX und den plain-TeX-Makros programmiert.


3.2.3) Was ist LaTeX bzw. LaTeX2e?

LaTeX ist ein in den Jahren 1982-1986 von Leslie Lamport geschriebenes
Makropaket fr TeX.  Es erlaubt dem Autor eines Dokuments, die
einzelnen Teile gem ihrer logischen Bedeutung, wie z.B.
`berschrift', `Aufzhlung', `Aufzhlungspunkt' usw., zu markieren.
Anhand dieser Markierungen, dem sogenannten `Markup' oder der
Text-Auszeichnung, kann (La)TeX das Dokument unter Verwendung eines
vorgefertigten Layouts in Buchdruck-Qualitt setzen und mittels
sogenannter Gerte-Treiber ausdrucken.

Fast 10 Jahre war LaTeX in der Version 2.09 aktuell, wobei es in den
letzten Jahren immer mehr inkompatible Erweiterungen gab.  Seit dem
Juni 1994 ist LaTeX2e die aktuelle Version.  Diese wird regelmig
im Juni und Dezember jeden Jahres auf den neuesten Stand gebracht.


+3.2.4) Was ist AMS-TeX, AMS-LaTeX und LAMSTeX?  Was sind die
       AMS-Fonts?

AMS-TeX ist ein in den Jahren 1983-1985 von Michael D. Spivak fr die
American Mathematical Society (AMS) geschriebenes Makropaket, das auf
plain-TeX basiert.  Es erweitert plain-TeX um sehr viele fr den
mathematischen Formelsatz notwendige Konstrukte, die in Artikeln in
den von der AMS herausgegebenen Zeitschriften bentigt werden.  Dieses
Makropaket wird im Buch `The Joy of TeX' von Michael Spivak
(2.Auflage, AMS, 1990, ISBN 0-821-82997-1) beschrieben.
  Mit der weiteren Verbreitung von LaTeX entwickelte die AMS um 1990
mehrere auf LaTeX basierende Makropakete, die unter dem Namen
AMS-LaTeX zusammemgefat werden.  Diese LaTeX-Pakete stellen einem
Autor einen Groteil der in AMS-TeX enthaltenen Konstrukte zur
Verfgung.
  LAMSTeX nennt sich Michael Spivaks Anpassung von AMS-TeX an LaTeX,
die jedoch nur einen sehr kleinen Nutzerkreis hat und nicht weit
verbreitet ist.
  Fr den mathematischen Formelsatz fehlen den von Donald E. Knuth
erstellten Schriften weitere dringend notwendige Zeichen.  Diese
werden durch die AMS-Fonts zur Verfgung gestellt, die u.a. weitere
CM-Schriften, Euler-, `msam'-, `msbm'- und kyrillische Schriften
enthalten.


+3.2.5) Was ist Texinfo?

Texinfo ist ein Dokumentationssystem, das zur Dokumentation der
GNU-Sofware verwendet wird.  Die Dokumentation wird dabei in einer
Quelldatei mit der Dateiendung `.texi' (oder `.txi' bzw. `.texinfo')
abgelegt, aus der einerseits sogenannte `info'-Dateien, ein on-line
mit dem GNU-Emacs oder der Programm `info' lesbarer Hypertext, erzeugt
werden kann.  Andererseits stellt die Quelldatei eine TeX-Datei dar,
die zur Formatierung mit TeX das Texinfo-Format bentigt.
  Texinfo basiert auf plain-TeX.



3.3) Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3.3.1) Was ist TeX-XeT bzw. TeX--XeT?

Donald E. Knuth und Pierre MacKay entwickelten eine TeX-Erweiterung
namens TeX-XeT, die es erlaubt, Texte, die von links nach rechts
geschrieben werden, mit Texten, die von rechts nach links (Bsp:
arabisch, hebrisch) geschrieben werden, beliebig zu mischen.  TeX-XeT
erzeugt jedoch sogenannte ivd-Dateien, d.h. dvi-Dateien mit
zustzlichen dvi-Codes, die von blichen dvi-Treibern nicht verstanden
werden und damit zu Fehlern oder zum Abbruch des dvi-Treibers fhren.
Diese ivd-Dateien bentigen daher spezielle dvi-Treiber oder sie
knnen mit dem Programm `ivd2dvi' in gewhnliche dvi-Dateien
konvertiert werden.  Die TeX-nderungen fr TeX-XeT wurden in einem
Artikel in TUGboat 8, 1987 (S. 14-15) verffentlicht.
  TeX--XeT ist eine TeX-XeT-Reimplementierung von Peter Breitenlohner.
Im Gegensatz zu TeX-XeT erzeugt TeX--XeT gewhnliche dvi-Dateien, die
somit von jedem dvi-Treiber gelesen werden knnen.  Die neueste,
verbesserte Version von TeX--XeT ist in e-TeX Version 1 (siehe
Abschnitt 3.3.3) integriert.

TeX--XeT:  CTAN: systems/knuth/tex--xet/  (veraltet!)
ivd2dvi:   CTAN: dviware/ivd2dvi/


3.3.2) Was ist MLTeX?

MLTeX ist eine TeX-Erweiterung von Michael J. Ferguson, die es
ermglicht, da auch mit den blichen CM-Schriften Trennmuster mit
akzentuierten Zeichen verwendet und damit Wrter mit akzentuierten
Zeichen getrennt werden knnen.  In Standard-TeX ist dies nicht
mglich, da es notwendig ist, da die verwendete Schriften diese
akzentuierten Zeichen enthalten (siehe Abschnitt 6.1.1).  In MLTeX
wird vorgegaukelt, da die akzentuierten Zeichen in den Schriften
existieren, diese aber dann durch sogenannte `character
substitutions', die mit dem neuen Primitiv \charsubdef definiert
werden, durch tatschlich in der Schrift vorhandene Zeichen
zusammengebaut.  Bei Verwendung von T1-kodierten Schriften, wie
z.B. die DC-Schriften, ist MLTeX nicht mehr notwendig.
  MLTeX hat sich aus verschiedenen Grnden hauptschlich im
franzsischsprachigen Raum verbreitet.  Aktuell ist Version 2.2 vom
Dezember 1995.  ltere Versionen haben verschiedene Programmfehler,
die u.a. zu Problemen fhren, falls MLTeX mit nichtlateinischen
Schriften (z.B. mit ArabTeX) verwendet werden.  Mit `mltextst.tex'
gibt es eine Testdatei, um eine MLTeX-Implementierung auf die
bekannten Fehler zu testen.

MLTeX:         CTAN: systems/generic/mltex/
mltextst.tex:  CTAN: systems/generic/mltex/mltextst.tex


3.3.3) Was ist Omega, NTS, e-TeX?

TeX, METAFONT und die anderen Programme von Prof. Knuth wurden von ihm
in ihrem jetzigen Zustand eingefroren.  Es werden nur noch Fehler
entfernt, jedoch wird es keine grundlegenden nderungen und
Weiterentwicklungen dieser Programme geben.  Daher gibt es momentan
zwei Gruppen, die die Weiterentwicklung des Textsatzsystems TeX zum
Ziel haben.

`Omega' wird von John Plaice und Yannis Haralambous entwickelt und ist
Anfang Dezember 1995 in einer zweiten Version verffentlich worden.
Als Basis von Omega dient der Quellcode von TeX und METAFONT, wobei
beide Programme um die Mglichkeit erweitert wurden, intern Zeichen in
UNICODE zu reprsentieren (pro Zeichen 16 bit statt 8 bit).  Durch die
Verwendung von UNICODE und von sogenannten Ein- und Ausgabe-Filtern
wird eine Anpassung an verschiedene Sprachen sehr einfach.  So kann
beispielsweise durch Wahl von entsprechenden Filtern ein Dokument sehr
einfach in arabischer Schrift gesetzt werden, in der ein einzelnes
Zeichen abhngig vom Kontext in bis zu vier mglichen Darstellungen
gesetzt wird.

`NTS' (oder das `New Typesetting System') wird von der NTS-Gruppe
unter Leitung von Phil Taylor geplant.  NTS ist eine radikale
Neuentwicklung eines Textsatzsystems, das jedoch weiterhin einen
TeX-Kompatibilittsmodus haben wird.  Die Realisierung von NTS ist
langfristig ber mehrere Jahre angelegt, da hierzu grere Ressourcen
notwendig sind und erst beschafft werden mssen.  Daher existiert NTS
momentan nur als Konzept und eine Liste von Anforderungen und
Erweiterungswnschen.

In der Zwischenzeit wird unter dem Namen `e-TeX' (extended/enhanced
TeX) von der NTS-Gruppe TeX um dringend bentigte Erweiterungen
ergnzt, wobei dies im Rahmen und natrlich auch den Beschrnkungen
der aktuellen TeX-WEB-Source geschieht.  Bei dieser Erweiterung ist
ein wichtiges Ziel von e-TeX, weiterhin 100% kompatibel zu TeX zu
bleiben, solange die Erweiterungen nicht benutzt werden.  Die
Verteilung fr e-TeX V1.1 wird z.Zt. vom e-TeX-Team fertiggestellt
(und sollte lngst fertig und verffentlicht sein :-().



3.4) Literatur
~~~~~~~~~~~~~~

*3.4.1) Bcherliste

Es wird hier nur eine kleine Auswahl von hauptschlich
deutschsprachigen Bchern vorgestellt.  Am besten selbst in der
Bibliothek oder Buchhandlung schmkern, was fr einen das Beste ist.

Lamport, Leslie: Das LaTeX Handbuch,
  Verlag Addison-Wesley, 1995, ISBN 3-89319-826-1, DM 69,90
  Anm.: _die_ LaTeX(2e)-Referenz, fr Anfnger

Goossens, Michel u.a.: Der LaTeX-Begleiter,
  Verlag Addison-Wesley, 1995, ISBN 3-89319-646-3, DM 79,90
  Anm.: Tips, Tricks, viele LaTeX(2e)-Makropakete,
        fr Fortgeschrittene und fortgeschrittene Anfnger

Dietsche, Luzia; Lammarsch, Joachim: LaTeX zum Loslegen,
  Springer-Verlag,  1994, ISBN 3-540-56545-0, DM 39,--
  Anm.: Schnellkurs in LaTeX 2.09, fr Anfnger

Wonneberger, R.: Kompaktfhrer LaTeX,
  Verlag Addison-Wesley, 1993, ISBN 3-89319-589-0, DM 29,80
  Anm.: Name sagt alles, LaTeX 2.09, fr den knappen Geldbeutel

Sowa, Friedhelm: TeX/LaTeX und Graphik. Ein berblick ber die
  Verfahren, Springer-Verlag,  1994, ISBN 3-540-56468-3, DM 39,--
  Anm.: der `Nothelfer', wenn es um TeX und Graphik geht

Schwarz, Norbert: Einfhrung in TeX,
  Verlag Addison-Wesley, 1991, ISBN 3-89319-345-6, DM 69,--
  Anm.: TeX & plain-TeX, kein LaTeX(!), fr Fortgeschrittene

Kopka, Helmut: LaTeX, Band 1: Einfhrung,
  Verlag Addison-Wesley, 2., berarbeitete Auflage, 1996,
  ISBN 3-8273-1025-3, DM 69,90
  Anm.: Ab der 2.Auflage auch LaTeX2e, im Anhang gute
        Befehlsbersicht, fr Anfnger

>> ACHTUNG: Diese Neuauflage des ersten Bandes, in der jetzt auch
>>          LaTeX2e beschrieben wird, ist seit Ende Mrz im Buchhandel!

Kopka, Helmut: LaTeX, Band 2: Ergnzungen
  Verlag Addison-Wesley, 1994, ISBN 3-89319-665-x, DM 69,90
  Anm.: Name sagt alles, enthlt LaTeX2e-Einfhrung

Abdelhamid, Ramses: Das Vieweg LaTeX2e Buch,
  Vieweg Verlag Wiesbaden 1995, ISBN 3-528-25145-X, DM 39,80
  Anm: Fr Anfnger.

Heilmann, Axel: LaTeX-Vademecum, Ein Kompaktfhrer fr Einsteiger
  und Fortgeschrittene, Verlag Springer, ISBN 3-540-60522-3, DM 38,--
  Anm: kleines und praktisches Nachschlagewerk, kann und will nicht
       den LaTeX-Begleiter ersetzen, ist aber eine gute Ergnzung

Walsh, Norman: Making TeX Work  (englisch)
  Verlag O'Reilly&Associates Inc., 1994, ISBN 1-56592-051-1, ca. DM 60,--
  Anm.: Gute Einfhrung und bersicht; Fundgrube fr Tools, Makro-
        pakete, Schriften; teilweise mit genauerer Beschreibung


3.4.2) Frei verfgbare (La)TeX- und METAFONT-Einfhrungen

Diese Dokumente sind von den Autoren als (La)TeX-Eingabedateien auf
CTAN zur freien Verfgung gestellt worden.  Sie finden diese und
weitere Dokumente meist im Directory ``info/'' auf CTAN.  Folgende
Liste stellt eine kleine Auswahl dar:

Knappen, Jrg; Partl, Hubert et.al: LaTeX2e-Kurzbeschreibung
  CTAN: info/LaTeX2e-Kurzbeschreibung/
  Anm.: zum Einstieg in LaTeX(2e) vllig ausreichend, fr Anfnger

Partl, Hubert; Kielhorn, Axel: Layout-nderungen mit LaTeX
  CTAN: macros/latex/contrib/supported/refman/
  Anm.: Wie verndere ich X? Anhand von Beispielen aus `refman.sty'

Schrod, Joachim: The Components of TeX, (englisch)
  CTAN: info/components-of-TeX/
  Anm.: bersicht ber die Teile und der von diesen Teilen angefaten
        Dateien eines TeX-Systems

Warbrick, Jon: Essential LateX, (englisch)
  CTAN: info/latex-essential/
  Anm.: LaTeX 2.09, ganz kurz gefat.

Doob, Michael: A Gentle Introduction to TeX, (englisch)
  CTAN: info/gentle.tex
  Anm.: Kurzbeschreibung von TeX, nicht LaTeX!

Tobin, Geoffrey: METAFONT for Beginners, (englisch)
  CTAN: info/metafont-for-beginners.txt
  Anm.: Enthlt das Wichtigste, um mit METAFONT aus vorhandenen
        mf-Sources Fonts zur Nutzung mit TeX zu generieren.


+3.4.3) Typographie-Bcher

Tschichold, Jan: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie,
  Maro-Verlag, Augsburg, 1988, ISBN 3-87512-403-0
  Anm.: allgemeiner berblick, Elementarkenntnisse

Tschichold, Jan: Ausgewhlte Aufstze ber Fragen der Gestalt des
  Buches und der Typographie,
  Birkhuser-Verlag, Basel, 1975, ISBN 3-7643-1946-1
  Anm.: Eines der wichtigsten Bcher ber typographische Prinzipien
        beim Buchsatz, Sammlung von Tschicholds `klassischen' Artikel

Aicher, Otl: Typographie,
  Ernst-Verlag, Ldenscheid, 1988, ISBN 3-433-03090-6

	=== Teil 4: Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen ==


*4.1) Wie bekomme ich ein TeX-System?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie ein TeX-System beziehen knnen.
Falls Sie die notwendige Untersttzung (durch Hotline, Schulungen,
Updates, u..) sicherstellen wollen oder mssen, sollten Sie sich an
einen kommerziellen Anbieter wenden.

Beachten Sie bei den nachfolgenden Angeboten bitte, da Sie bei frei
verfgbaren TeX-Versionen, Programmen und Schriften, die `Shareware'
sind, geringe Lizenzgebhren an die Autoren zu entrichten haben.
Auerdem drfen einige Programme, Makrodateien, Schriften, etc. nicht
oder nur nach Lizenzierung oder einer individuellen Freigabe durch den
Autor zu kommerziellen Zwecken eingesetzt oder vertrieben werden.

Um an frei verfgbare TeX-Implementierungen zu kommen, haben Sie die
folgenden Mglichkeiten:

 - ftp/Internet und e-mail:

   CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network', und dessen `Spiegel'
   knnen ber ftp oder durch den ftp-Mailer auch ber email erreicht
   werden (siehe Abschnitt 4.2).

 - Modem/Telefon:

   Teile des CTAN-Inhalts knnen Sie in vielen Mailbox-Netzen auf
   einigen `Knoten' erhalten, die ein TeX-Archiv anbieten.
   Informieren Sie sich bitte bei anderen Benutzern des entsprechenden
   Mailbox-Netzes oder einer Ansprechperson fr dieses Netz.

 - CD-ROM:

   Mittlerweile sind verschiedene CD-ROM-Angebote mit TeX-Software
   ber CD-ROM-Versender und in immer mehr Buchhandlungen zu finden.
   Bei TeX-CD-ROMs kann man grob drei Typen unterscheiden:

     1) CD-ROMs, die einen kompletten Abzug des CTAN-Inhalts enthalten
        (Einzel- oder Doppel-CD; meist komprimiert und gepackt, da
        Filenamen auf CD-ROM nicht beliebig lang und nur eine
        beschrnkte Menge von Zeichen enthalten drfen),
     2) CD-ROMs, die eine Auswahl des CTAN-Inhalts enthalten,
     3) CD-ROMs, die eine Ready-to-Run-Installation eines mehr oder
        weniger kompletten TeX-Systems enthalten, das sogar ohne
        Installation von der CD selbst lauffhig ist.

   Weiter sollte man auf die Aktualitt des Inhalts/CTAN-Abzugs achten
   und auf die mitgelieferte teils knappe, teils sehr ausfhrliche
   Dokumentation.  Besonders bei Ready-To-Run-Installationen ist
   letztere sehr wichtig!
   Achtung: teilweise werden noch alte Auflagen von CD-ROMs (ohne
   einen krftigen Preisnachla) verkauft.  CD-ROMs mit CTAN-Kopien,
   deren Inhalt lter als ein Jahr ist, sollte man liegenlassen!

   Die folgende bersicht ist aus den gesammelten Postings aus
   `de.comp.tex' entstanden und hat weder den Anspruch auf
   Korrektheit, Vollstndigkeit, noch auf Aktualitt.  `Stand' gibt
   bei CTAN-Abzgen nicht das Erscheinungsdatum, sondern wenn mglich
   das Datum des Abzuges an.  Neue CD-ROM-Angebote, Korrekturen der
   kurzen Inhaltsbeschreibungen und Preise, u.. bitte an
   `dantefaq@dante.de'!

   CD-ROMs mit Ready-To-Run-Installation:

   * TeX Live CD (bisher in dieser Liste als "TDS/Unix-CD" bezeichnet)
     1.Auflage, Einzel-CD mit Dokumentation
     Stand: Mai 1996
     Preis: US-$ 20 fr Mitglieder einer TeX-Benutzervereinigung,
            US-$ 40 fr Nichtmitglieder
     Bezug ber die TUG, auerdem auch ber UK TUG, GUTenberg, NTG.
     URL: http://www.tug.org/texlive.html
          zustzliche Infos in ftp://ftp.dante.de/info/texlive/
     Enthlt von CD-ROM lauffhiges TeX-System fr 23 Unix-Plattformen
     (Linux, Solaris >=2.3, SunOS 4.1.3, u.v.m.), basierend auf dem
     teTeX-Paket bzw. web2c v6.1, und ca. 310 Makro-/Schrift-Packages
     inkl. Dokumentation.  Als CD-ROM-Dateisystemstandard
     wurde ISO 9660 mit den Rock-Ridge-Erweiterungen benutzt, so da
     der nach dem TeX-Directory-Standard (TDS) geordnete TeX-Baum
     durch die langen Dateinamen in gemischter Gro-Klein-Schreibung
     einfacher verwendet werden kann -- auch fr andere Plattformen!

   * 4allTeX - The ultimate TeX resource
     3.Auflage, Doppel-CD mit ausfhrlichem engl. Handbuch
     Stand: Juni/Juli '95
     Preis im Buchhandel: ca. DM 80,-- bis 90,--
           (ber die NTG: 60 niederl. Gulden)
     URL: http://ei0.ei.ele.tue.nl/ntg/4allcd/4alltex.html
     Enthlt von CD-ROM lauffhiges emTeX-System fr OS/2, MS-DOS
     (wobei das auf der CD befindliche emTeX-Paket leider auch noch
     aus Teilen der alten beta-Test-emTeX-Version besteht)

   CD-ROMs mit einem Komplett- oder Teil-Abzug des CTAN-Inhalts:

   * CTAN/3 - Das TeX-/LaTeX-Archiv von DANTE e.V. (Addison-Wesley)
     Buch (dt.) mit CD-ROM von J.Lammarsch und H.Schoppmann,
     128 S., 1996, ISBN 3-89319-794-X, Stand: November '95
     Preis im Buchhandel: DM 49,90  (Preisbindung!)
     URL: http://www.Germany.EU.net/shop/AW/KD/DT/794.html
     Enthlt kompletten CTAN-Abzug in komprimierten ZIP-Archiven.

   * Hobbes CD-ROM fr OS/2  (Walnut Creek)
     Stand: Dezember '95
     Preis im Buchhandel: US-$ 24.95  (ca. DM 30,--)
     Enthlt neue emTeX-Distribution vom 19.9.95 und viele Tools
     (TeX-Shells), wenig direkt zu TeX/LaTeX (und teils veraltet).

   * InfoMagic CD-ROM
     Doppel-CD, Stand: September '95
     Preis im Buchhandel: US-$ 35  (DM 49,--)
     URL: http://www.infomagic.com/infomagic/2tex.html
     Enthlt laut Beschreibung `ready to run packages' fr MS-DOS und Mac

   * TeX CD-ROM des Franzis-Verlags
     Der Franzis-Verlag vertreibt in D eine `neue' TeX-CD mit einem
     Copyright 1996.  Diese entspricht genau der InfoMagic Doppel-CD
     vom September '95, ist also schon lteren Datums!

   * Walnut Creek TeX CD-ROM
     Doppel-CD, Stand: ca. April '95
     Preis im Buchhandel: US-$ 39,95  (DM 49,--)
     URL: http://www.cdrom.com/titles/tex.html

   * Prime Time TeXcetera
     Doppel-CD, Stand: Juli/August 1994
     Preis im Buchhandel: US-$ 60  (DM 134,--)
     URL: http://www.ptf.com/ptf/products/TEX/
     Enthlt kompletten CTAN-Abzug in gepackten Archiven.

 - andere Software-Pakete:

   Teilweise enthalten verschiedene Software-Pakete bereits eine
   lauffhige TeX-Implementierung.  So ist z.B. bei jedem Linux ein
   komplettes TeX-System (teTeX bei LST & jurix linux, momentan noch
   nTeX bei Slackware) enthalten.


Als Mitglied bei DANTE e.V. stehen Ihnen folgende weitere Angebote
zur Auswahl (siehe Abschnitt 2.4, wenn Sie Mitglied werden wollen):

 - Modem/Telefon:

   DANTE e.V. unterhlt in Heidelberg eine Mailbox, auf der Mitglieder
   den gesamten CTAN-Inhalt finden knnen. Als Mitglied von DANTE e.V.
   erhalten Sie automatisch Informationen, wie Sie auf diese Mailbox
   zugreifen knnen.

 - CD-ROM:

   * 4allTeX - The ultimate TeX resource
     DANTE e.V. kann die CD-ROM `4allTeX' der niederlndischen
     Anwendervereinigung NTG sehr gnstig an seine Mitglieder abgeben.
     Preis: DM 35,-- + DM 5,-- fr Porto und Verpackung

   * CTAN/3 - Das TeX-/LaTeX-Archiv von DANTE e.V.
     Weiterhin ist fr Mitglieder auch diese CD-ROM (ohne Buch!) mit
     einem sehr gnstigen Preis (DM 10,-- inkl. Porto und Verpackung)
     erhltlich.

   * TeX-Live-CD (bisher in dieser Liste als "TDS/Unix-CD" bezeichnet)
     Mitglieder von DANTE e.V. knnen diese CD-ROM ber die TUG,
     UK TUG oder NTG zu einem ermigten Preis beziehen.  ber die
     Bezugsmglichkeit ber DANTE e.V. wird momentan noch verhandelt.

 - Disketten und andere Medien per Post:

   Fr Mitglieder ohne Internet-Anschluss bietet DANTE e.V. den
   Service an, TeX-Software per Disketten oder anderen Medien zu
   verteilen.

Auerdem hat DANTE e.V. fr einige Shareware-Angebote Sonderregelungen
fr seine Mitglieder vereinbart.  So wurde beispielsweise fr das
TeX-Paket `OzTeX' fr Macintosh-Rechner die Shareware-Gebhren
pauschal fr alle Mitglieder bezahlt.



4.2) CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.2.1) Was ist CTAN?

CTAN steht fr `Comprehensive TeX Archive Network'.  Dies ist ein
Verbund von drei Rechnern im Internet.  Hierauf ist alles, was mit
TeX zu tun hat, zu finden.  Die Server `spiegeln' ihre Dateien
untereinander, so da Sie auf jedem der drei Rechner dieselben
Dateien finden knnen.  Dadurch ist es egal, wo Sie die Dateien
holen.  Sie sollten aber bedenken, da es am gnstigsten ist, die
Dateien bei dem Server zu holen, der Ihnen am nchsten ist.  Dies ist
fr den deutschsprachigen Raum der von DANTE e.V. finanzierte
ftp-Server

	ftp.dante.de  /tex-archive/	(Heidelberg)

Die beiden anderen ftp-Server sind

	ftp.tex.ac.uk  /tex-archive/	(UK)

	ftp.shsu.edu   /tex-archive/	(USA)
		Achtung: ftp.shsu.edu wird seit einiger Zeit nicht
		mehr verwaltet und hinkt mit dem Abgleich hinterher;
		von der Nutzung dieses ftp-Servers wird daher
		abgeraten! Nach einem Ersatz wird in den USA gesucht.

Neben diesen drei Rechnern, die das Rckgrat des CTAN bilden,
existieren viele weitere ftp-Server, die den kompletten CTAN-Inhalt
oder Teile davon `spiegeln'.  Die aktuelle Liste dieser ftp-Server
finden Sie in der Datei ``CTAN.sites'' auf einem der CTAN-Server im
Verzeichnis ``/tex-archive/''.

Im deutschsprachigen Raum sind dies u.a. (Stand: Dezember 1995):

  ftp.univie.ac.at	/packages/tex/                 (Wien, A)
  ftp.uni-bielefeld.de	/pub/tex/                      (Bielefeld)
  ftp.tu-dresden.de	/tex/tex.dante/                (Dresden)
  ftp.gwdg.de		/pub/dante/                    (Gttingen)
  ftp.mpi-sb.mpg.de	/pub4/tex/mirror/ftp.dante.de/ (Saarbrcken)
  ftp.uni-stuttgart.de	/pub/tex/                      (Stuttgart)
  ftp.leo.org		/pub/comp/typesetting/tex/     (Mnchen)


4.2.2) Wieso liegen auch Dateien, die zum einem Paket gehren, auf
       CTAN als Einzeldateien und nicht in gepackten Archivdateien?

Die drei ftp-Server des CTAN und einige der ftp-Server, die den Inhalt
von CTAN spiegeln, sind in der Lage, alle Dateien eines Verzeichnisses
zusammenzupacken und `on-the-fly' zu komprimieren.  Um alle Dateien
des Verzeichnisses ``tex-archive/macros/latex/base/'' zu bekommen,
reicht es, in das bergeordnete Verzeichnis zu wechseln und eine
Endung wie ``.tar'', ``.tar.gz'' oder ``.zip'' an den Namen des
Verzeichnisses zu hngen.  Um alle Dateien im Verzeichnis als tar-
oder ZIP-Datei zu erhalten:

		cd tex-archive/macros/latex
		bin
		get base.tar.gz
	oder
		get base.zip


4.2.3) Wie suche ich auf CTAN nach der Datei `XYZ'?

Um nach einer Datei zu suchen, die im Namen beispielsweise `multicol'
enthlt, kann man bei den drei ftp-Server des CTAN (und einigen
Spiegel-ftp-Server) in der ftp-Sitzung die Anweisung

		quote site index multicol

eingeben.  Der Suchbegriff ist dabei ein regulrer Ausdruck, d.h. alle
besonderen Zeichen, wie das Zeichen `.', mssen mit einem doppelten
Backslash gequotet werden.  Will man beispielsweise nach der Datei
`caption.sty' suchen,so sollte man

		quote site index /caption\\.

eingeben.  Der fhrende Slash `/' und abschlieende gequotete Punkt
`.' schrnkt die Ergebnisliste stark ein.  Auerdem fhrt die Suche
nach LaTeX-Paketen mit `.sty' nicht immer zum Ziel, da neuere Pakete
meist in docstrip-Archivdateien mit der Dateiendung `.dtx' eingepackt
vorliegen.  Weitere Informationen findet man auf CTAN in den Dateien
``README.archive-features'' und ``README.site-commands''.


4.2.4) Wie kann ich ohne Internet-Anschlu auf CTAN zugreifen?

Falls Sie keinen Internet-Anschlu haben, knnen Sie den ftp-Server
auch ber e-mail nutzen.  Beachten Sie bitte, da dabei sehr groe
Datenmengen verschickt werden knnen und die dazu notwendigen
Ressourcen (bertragungszeit, Speicherplatz) zur Verfgung stehen
mssen.  Auerdem sollten Sie daran denken, da eventuell die
Betreiber von `Zwischenknoten', ber die Ihre e-mail weitergeleitet
wird, fr Ihre bertragene Datenmenge mitzahlen mssen!  Weitere
Informationen ber den ftp-Mailer und die zu benutzenden Anweisungen
erhalten Sie mit einer e-mail an `ftpmail@dante.de' mit dem Inhalt
`help'.



4.3) TeX-Implementierungen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.3.1) Ich suche fr das Betriebssystem XYZ ein mglichst komplettes,
       leicht installierbares TeX-System.

Auf CTAN findet man TeX-Systeme teils fertig installierbar, teils nur
als Sources in den Verzeichnissen unter ``systems/''.  Einige Systeme
kann man auch auf CD-ROMs finden (siehe Abschnitt 4.1), davon sind
einige sehr einfach installierbar und dokumentiert, also fr Anfnger
ideal.  Da es der Platz hier nicht zult, auf alle Systeme genauer
einzugehen, folgt in den Abschnitten 4.3.2ff eine unvollstndige
Aufzhlung fr verschiedene Betriebssysteme mit einer sehr knappen
Beschreibung.


*4.3.2) OS/2, MS-DOS:

  emTeX:  CTAN:  systems/os2/emtex/  (oder: systems/msdos/emtex/)
                 systems/msdos/4alltex/
          vollstndiges System mit vielen Tools, leicht installierbar,
	  viele Erweiterungen (z.B. GUI) von fremden Autoren
	  verfgbar; findet man auf der CD-ROM `4allTeX' in einer auf
	  der CD-ROM lauffhigen Version!

  web2c-OS/2:  CTAN: systems/os2/web2c/
	  Portierung des `web2c'-Pakets (siehe Unix) fr OS/2 (ab
	  Version 2.0), unvollstndiges System, enthlt `nur' den Kern
	  eines TeX-Systems

  SbTeX:  CTAN:  systems/msdos/sbtex/


4.3.3) Windows 3.x/95:

  emTeX:  siehe OS/2, MS-DOS

  gTeX:   CTAN:  systems/msdos/gtex/

  Scientific Word:
          kommerzielles TeX-System fr Windows, Pseudo-WYSIWYG


4.3.4) Unix (inkl. Linux):

  teTeX:  CTAN: systems/unix/teTeX/
          vollstndiges System, ber Skripte automatisch und einfach
	  compilier- und installierbar, fr viele weitverbreitete
          Rechnersysteme auch fertige Binaries verfgbar, basiert auf
          `web2c'

  web2c:  CTAN: systems/web2c/
	  unvollstndiges System, enthlt `nur' den Quellcode der
	  wichtigsten Programme eines TeX-Systems (TeX, METAFONT,
	  TeX+MF+WEB-Tools, BibTeX, dvicopy); TeX-System ist mit Hilfe
	  von `web2c' relativ einfach auf alle Systeme mit C-Compiler
	  und Unix-hnlicher C-Library portierbar.


4.3.5) OpenVMS (DEC VAX und Alpha AXP):

  DECUS-TeX: CTAN: systems/vms/src/
                    systems/vms/Alpha/
                    systems/vms/VAX/
	  Dort befinden sich zip-Archive der Quellen sowie
	  vorkompilierte Binrdateien fuer die beiden
	  Architekturen.  Die Binr-Archive sind mit der Option ``-V''
	  gepackt, so da nach dem Auspacken die richtigen
	  RMS-Attribute herauskommen.  Die TEX_INPUTS sind von anderen
	  Teilen des CTAN-Archivs (macros/, fonts/, languages/) zu
	  besorgen.

	  Die DECUS-Verteilung gibt es auch auf Magnetband und mit
	  Northlake TeX existiert auch eine kommerzielle Version.
	  (Hat jemand genauere Informationen ber beides?)


4.3.6) Macintosh:

  OzTeX:      CTAN:  systems/mac/{oztex,oztex-german}/
  CMacTeX:    CTAN:  systems/mac/cmactex/
  DirectTeX:  CTAN:  systems/mac/directtex/
          teils Shareware, bitte mitgelieferte README-Dateien
          beachten! (OzTeX-Gebhr wurde fr Mitglieder von DANTE e.V.
          bereits pauschal bezahlt.)

  Textures:
          kommerzielles TeX-System, Pseudo-WYSIWYG


4.3.7) Amiga:

  PasTeX: CTAN: systems/amiga/pastex/
          vollstndiges TeX-System, wegen Zeitmangel des Autors
          z.Zt. nicht mehr weiterentwickelt.

  AmigaTeX:
          kommerzielles TeX-System


4.3.8) Atari ST:

  Lindner-TeX/Birkhahn-MF: CTAN: systems/atari/lindner-tex-packed-disks/

  CS-TeX:  CTAN: systems/atari/cs-tex/
           veraltetes TeX-System von 1992, neuere Version als MultiTeX
           kommerziell vertrieben (jedoch mittlerweile auch veraltet)



4.4) Editoren, Frontend-/GUI-Programme
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.4.1) Welche Editoren soll ich verwenden?  Gibt es graphische
       Benutzungsoberflchen, die den Aufruf der einzelnen Programme
       vereinfachen oder automatisieren?

Grundstzlich sollte man den Editor verwenden, mit dem man am besten
arbeiten kann.  Denn: Man verbringt die meiste Zeit im Editor, nicht
nur zum Erstellen von (La)TeX-Dokumenten, sondern beim Erstellen jedes
Textes.

Die Listen in den Abschnitten 4.4.2ff stellen eine unvollstndige
Auswahl von verfgbaren Bedienumgebungen und Editoren mit
(La)TeX-Untersttzung dar.  Fr die nicht explizit genannten Systeme
(Amiga, Atari ST) gibt es ebenso an diese Systeme angepate
Bedienumgebungen.


4.4.2) Unix (inkl. Linux):

  - GNU-Emacs mit dem AUCTeX-Mode
    Unter X11 und GNU-Emacs 19.* (bzw. XEmacs) hat man Mens,
    Klammerungstest, sehr mchtige Eingabe-Shortcuts, mit `hilit' oder
    `font-lock' Hervorhebung durch Farbe, Syntax-Check, Aufruf von
    TeX, Previewer und weiterer Tools, etc.

    AUCTeX:  CTAN:  support/auctex/


4.4.3) OS/2, MS-DOS, (teils auch Windows 3.*/95):

  - GNU-Emacs mit dem AUCTeX-Mode
    einen vollwertigen GNU Emacs 19.29 mit Pull-Down-Mens,
    Mausuntersttzung und Faces gibt es auch fr MS-DOS; nhere
    Beschreibung siehe unter `Unix'.
  - 4allTeX Workbench  (auf der CD-ROM bzw. im Paket `4allTeX')
    bietet eine einfache, ausreichende Umgebung, in die man sehr
    einfach den eigenen Editor und andere Programme einbinden kann.
  - Eddi4TeX
    ist ein spezieller Editor mit Klammerungstest, Syntax-Checks,
    Online-Hilfe, Hervorhebung durch Farbe, etc., der durch eine
    umfangreiche Makrosprache angepat und erweitert werden kann.
  - TeXshell
    ist eine einfache, einfach anpabare Umgebung, in die der eigene
    Editor eingebunden werden kann.
  - EPM (erweiterter Editor von OS/2; ist bei OS/2 dabei)
    mit epmTeX-Paket: Menuntersttzung fr TeX und DVI-Treiber u.a.m.
  - FSS TeXeditor  (nur OS/2, WPS/PM, Shareware)
    echtes PM-Programm, fr die Verwendung von emTeX (optional
    zusammen mit dvips/Ghostscript) vorkonfiguriert, verwaltet mehrere
    TeX-Konfigurationen, mehrere Dateifenster, TeX-Befehle ber Mens
    verfgbar, Textbausteine, eigene Makros erstellbar etc.
    (Sharewaregebhr einmalig DM 60,-, unregistrierte Version voll
    funktionsfhig, aber nur eingeschrnkt benutzbar)

    4allTeX:   CTAN:  systems/msdos/4alltex/  (oder auf CD-ROM)
    Eddi4TeX:  CTAN:  support/msdos/e4t/
    TeXshell:  CTAN:  systems/msdos/texshell/
    epmTeX:    CTAN:  systems/os2/epmtex/
    FSS TeXeditor: CTAN: systems/os2/texed/

4.4.4) Macintosh:

  - Alpha
    ist ein Texteditor mit sehr guter Untersttzung fr LaTeX

    Alpha:  CTAN: systems/mac/support/alpha/
            (im Unterverzeichnis `contrib/' findet man viele ntzliche
            Dinge und Anpassungen fr Alpha)


4.4.5) Gibt es ein WYSIWYG-Frontend fr TeX?  Ist damit ein
       interaktives Gestalten mglich?

Schon seit Jahren gibt es `Textures' auf Macintosh-Rechner.  Mit
`Scientific Word' kam vor einiger Zeit ein quivalent fr Windows (PC)
auf den Markt.  Beide Systeme haben gemein, da sie kommerziell
vertrieben werden und da Dokumente, Fonts, u.. mit wenigen
Einschrnkungen mit anderen TeX-Systemen ausgetauscht werden knnen.

Seit ca. Herbst 1995 ist `Lyx' ber ftp-Server fr Linux und weitere
Systeme mit dem X11 Window System frei erhltlich.  Lyx befindet sich
momentan noch in steter Weiterentwicklung.  Es bentigt neben X11R6
(oder X11R5) das XForms-X11-Toolkit, von dem z.Zt. keine Source,
sondern nur fertige Libraries frei verteilt werden.
   Lyx verwendet und legt Dokumente in normalen Textdateien ab.  Es
verwendet einen eigenen Markup-Stil mit eigenen Markup-Anweisungen,
die als LaTeX2e-Paket in der Datei ``lyx.sty'' mitgeliefert werden.
Lyx-Dokumente knnen deshalb auch mit (La)TeX bersetzt und Teile
daraus in eigene Dokumente eingebunden werden.  Mehr Informationen,
Source bzw. Binaries fr `Lyx' und `XForms' ber die WWW-Seiten
    http://wsiserv.informatik.uni-tuebingen.de/~ettrich/
    http://www.via.ecp.fr/lyx/
oder
    http://www.lehigh.edu/~dlj0/LyriX.html

		=== Teil 5: TeX, LaTeX, Makros, etc. ==


5.1) \verb-Anweisung und verbatim-/Kommentar-/Comment-Umgebungen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.1.1) Wieso kann ich \verb nicht im Argument einer anderen Anweisung
       wie \footnote, \parbox, u.. verwenden?  Wieso geht dies mit
       LaTeX2e nicht mehr, obwohl es mit LaTeX 2.09 ging?!

Dies ging in LaTeX 2.09 auch nur, solange innerhalb des Arguments von
\verb keine Zeichen mit besonderer Bedeutung verwendet wurden.  Fr
diese Flle htte ein einfaches {\tt ...} auch ausgereicht.  Die
Eingabe ``\footnote{\verb+\cite+}'' liefert auch mit LaTeX 2.09 Fehler
mit einer sehr kryptischen Fehlermeldung, deshalb wird diese falsche
Benutzung in 2e mit der aussagekrftigeren Fehlermeldung
	! LaTeX Error: \verb illegal in command argument.
verhindert.


5.1.2) Wie kann ich eine eigene verbatim-Umgebung definieren?

Die intuitive Definition

	\newenvironment{myverbatim}{%
	  \begin{verbatim}%
	}{%
	  \end{verbatim}%
	}

einer solchen Umgebung ist nicht mglich, da verbatim `festverdrahtet'
nach der Zeichenkette `\end{verbatim}' sucht, so da die neue Umgebung
das `\end{myverbatim}' nicht als Ende erkennen kann.
  Um dennoch verbatim-hnliche Umgebungen definieren zu knnen, gibt
es zwei Pakete:
 a) `alltt' belt die drei Zeichen \, { und } in ihrer besonderen
    Bedeutung, ist daher keine vollstndige verbatim-Umgebung.
 b) `verbatim' (von Rainer Schpf et al.) erlaubt die Definition
    eigener verbatim-Umgebungen, wie z.B.

	\newenvironment{myverbatim}{%
	  \verbatim     % <== nicht \begin{verbatim} !
	}{%
	  \endverbatim  % <== nicht \end{verbatim} !
	}

alltt.sty: Das Package ist Bestandteil der LaTeX2e-Verteilung seit
           LaTeX2e <94/12/01>
           CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/       (LaTeX2e-Verteilung)
           CTAN: macros/latex209/contrib/misc/alltt.sty  (fr LaTeX 2.09)
verbatim.sty:  CTAN: macros/latex/packages/tools/


5.1.3) Wie kann ich eine Datei (z.B. mit Programmcode) innerhalb einer
       `verbatim'-Umgebung einbinden?

`verbatim' (von Rainer Schpf et al.) stellt fr diese Zwecke die
Anweisung \verbatiminput{<filename>} zur Verfgung.


5.1.4) Gibt es eine Kommentar-/comment-Umgebung, mit der ich grere
       Textteile auskommentieren kann?

Um Teile eines Textes auszukommentieren, kann man entweder zwei sehr
einfache TeX-Konstrukte verwenden, oder man bedient sich spezieller
Pakete, die unterschiedlich mchtige Kommentar-Umgebungen anbieten.
  Zu den einfachen Konstrukten, die TeX selbst anbietet, zhlt zum
einen die Einklammerung des zu ignorierenden Textes mit den TeX-
Primitiven \iffalse...\fi:

    \iffalse
      Kommentartext, wird sehr schnell berlesen
    \fi

Hier sollten im Kommentartext keine `\if..'-, `\else'- und `\fi'-
Tokens (bzw. diese mssen korrekt geschachtelt sein), keine `outer'-
Makros oder unerlaubte Zeichen auftauchen, da diese zu einem Fehler
oder vielleicht zu doch nicht auskommentierten Textteilen fhren
knnen.
  Ein anderes, einfaches Verfahren ist die Verwendung eines Makros,
wobei der auszukommentierende Text in dessen Argument geschrieben
wird:

    \newcommand{\kommentar}[1]{}
    % ...
    \kommentar{%
      Kommentartext, wird als Argument gelesen und ignoriert
    }%

Auch hier sollten die oben genannten Tokens nicht im Kommentartext
auftauchen, auerdem darf der Kommentartext nicht zu lang sein, da
sonst TeXs `main memory' berlaufen knnte.
  Spezielle Kommentar-Umgebungen beseitigen diese Einschrnkungen --
und haben meist selbst eigene Einschrnkungen.  `verbatim' aus dem
`tools'-Paket definiert eine sehr einfache `comment'-Umgebung, die man
jedoch nicht schachteln kann.  Weiterhin gibt es noch `xcomment' (von
T. van Zandt, eine speziell an die Erfordernisse des Paketes `seminar'
angepate und abgespeckte Version des `verbatim'.  Mit `comment' (von
V. Eijkhout) kann man neue Kommentar-Umgebungen definieren, die mit
\includecomment- und \excludecomment-Deklarationen aus- und
eingeblendet werden knnen.

verbatim.sty:  CTAN: macros/latex/packages/tools/
xcomment.sty:  CTAN: macros/latex/contrib/other/seminar/
               CTAN: macros/latex209/contrib/misc/xcomment.sty
comment.sty:   CTAN: macros/latex209/contrib/misc/comment.sty


5.1.5) Ich will \verb z.B. fr Dateinamen und Email-Adressen
       verwenden. Wie schaffe ich es, dass innerhalb von \verb an
       geeigneten Stellen getrennt wird?

Fr einige Anwendungen, wo man evtl. \verb benutzen knnte, gibt es
auch spezielle Lsungen, die fuer den Anwendungszweck besser geeignet
sind.  So gibt es beispielsweise die Pakete `path' und `url' fr
Dateinamen, fr Email- und WWW-Adressen, bei denen nur an bestimmten
Stellen umbrochen werden darf.

path.sty:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/path.sty
url.sty:   CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/url.sty



5.2) Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.2.1) Was sind `fragile commands'/zerbrechliche Anweisungen, was
       sind `moving arguments'?

Der Text, den ein Autor im Argument von Anweisungen wie \caption,
\section, etc. angibt, kann an mehreren Stellen in einem Dokument
gesetzt werden.  Der Argumenttext von \section wird z.B. als
Kapitelberschrift gesetzt und taucht evtl. nochmals im
Inhaltsverzeichnis oder im Seitenkopf/-fu auf.  Diese Argumente nennt
man daher `moving arguments'.
  Die korrekte Ausfhrung von `zerbrechlichen Anweisungen' hngt
intern von Zuweisungen ab.  Innerhalb eines `moving arguments' werden
diese Zuweisungen jedoch nicht durchgefhrt, soda solche Anweisungen
`zerbrechen'.  Zu den zerbrechlichen Anweisungen zhlen unter anderem
\cite, \ref, \pageref fr Literatur- und Querverweise, \footnote, die
Anweisungen \small, \large, etc. zur Wahl der Schriftgre,
mathematische Formelzeichen wie \sqrt, \notin, \overbrace und viele
mehr (siehe Abschnitt 5.2.2, Bemerkung am Ende).


5.2.2) Wie kann ich innerhalb des Arguments von \caption, \section,
       etc. Anweisungen wie \cite, \ref und \pageref verwenden, ohne
       Fehler wie `! Argument of \@sect has an extra }.' zu erhalten?

Zerbrechliche Befehle wie \cite mssen im `moving argument' der
Anweisung \caption mit \protect geschtzt werden, d.h. statt

	\caption{Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

ist ein \protect direkt und ohne(!) geschweifte Klammern vor die zu
schtzende Anweisung zu setzen:

	\caption{Bildunterschrift~\protect\cite{PartlKnappen95}}

  Anweisungen wie \caption, \section, etc. haben auerdem noch die
Mglichkeit, in einem optionalen Argument den zu `verschiebenden
Argumenttext' anzugeben.  Das heit, obiges knnte auch in

	\caption[Bildunterschrift]%
                {Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

umformuliert werden.  Jetzt ist das optionale Argument in []-Klammern
das `moving argument', in dem Sie zerbrechliche Anweisungen mit
\protect schtzen mssen!
  Beginnend mit LaTeX2e vom Dezember 1995 sind Anweisungen wie \cite
und Anweisungen mit optionalem Argument, wie \sqrt, nicht mehr
zerbrechlich und bentigen damit kein \protect mehr.  Dennoch sollten
Sie diese Anweisungen weiterhin mit \protect schtzen, wenn Sie Ihre
Dokumente anderen zukommen lassen wollen.



5.3) Abbildungen und Tafeln
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.3.1) Die meisten Abbildungen werden an das Ende des Kapitels, des
       Dokuments verschoben -- wieso?

Das optionale Argument der `figure'- oder `table'-Umgebung _schrnkt_
die Plazierungsmglichkeiten auf die angegebenen Orte ein.  Mit dem
optionalen Argument gibt man also _nicht_, wie oft flschlich geglaubt
und weiterverbreitet wird, die Plazierung fr weitere Orte an.
Deshalb nie Plazierungsangaben nur auf [h] einschrnken, sondern
mindestens einen weiteren Ort mitangeben!  Grund: Kann die Abbildung
nicht `h'ier plaziert werden, darf sie nirgendwo anders gesetzt werden
und wird nach hinten an das Ende des Kapitels bzw. des Dokuments
geschoben.  Da LaTeX die Reihenfolge der Abbildungen bzw. der Tafeln
nicht verndert, werden alle nachfolgenden Abbildungen bzw. Tafeln mit
dieser nicht plazierbaren Abbildung/Tafel nach hinten verschoben.

Tip: Lassen Sie zu Beginn das optionale Argument der figure-/table-
Umgebung weg -- es ist nicht ohne Grund ein _optionales_ Argument
dieser Umgebungen!  Fgen Sie spter fr eine Endfassung Ihres
Dokuments nur an den Stellen ein optionales Argument mit
Plazierungseinschrnkungen ein, wo eine Abbildung/Tafel z.B. auf einer
eigenen Seite oder auf einer Seite oben erscheinen sollte.


5.3.2) Wie kann ich die Default-Plazierungseinschrnkungen ndern?
       Ich mchte meine Abbildungen auch `h'ier plazieren, ohne
       jedesmal das optionale Argument angeben zu mssen.

In LaTeX werden diese Angaben, die sogenannten `float placement
specifier' fr die figure- und table-Umgebungen in den Makros
\fps@figure und \fps@table abgelegt.  Durch die Redefinitionen

\renewcommand{\fps@figure}{htbp}
\renewcommand{\fps@table}{htbp}

(Zeilen mit \makeatletter...\makeatother klammern oder in eine
.sty-Datei schreiben!) fgt man noch die `h'ier-Plazierung hinzu.
  Die Standard-LaTeX-Klassen setzen die Default-Plazierungen auf
`tbp', untersagen also die `h'ier-Plazierung einer Abbildung
bzw. Tafel.  Dies ist in den meisten Fllen auch sinnvoll, da
Abbildungen und Tafel nur dazu dienen, die Aussagen im Text durch
beispielsweie eine anschaulichere Darstellung oder kompakte bersicht
zu untersttzen.  Die Abbildung/Tafel ist damit _nicht_ integraler
Bestandteil des Textes, sondern ein dem Text noch zustzlich
zugeordneter Bestandteil des Dokuments.  Daher sollte diese den Text
nicht unterbrechen, was eine `h'ier-Plazierung zweifellos tun wrde.
Daher ist der Default `tbp' in den meisten Fllen sinnvoll.


5.3.3) Wie kann ich die Fehlermeldung `! LaTeX Error: Too many
       unprocessed floats.' vermeiden?

LaTeX allokiert fr alle `floats', also figure- und table-Umgebungen,
eines Dokuments 18 Insertion-Registertupel.  Der genannte Fehler
taucht auf, wenn alle 18 Registertupel belegt sind.  Eigentlich sollte
der Speicherplatz fr 18 noch zu plazierende `floats' fr alle
Gegebenheiten ausreichen, so da dieser Fehler nur auftreten kann,
wenn a) ein `float' beispielsweise aufgrund von zu restriktiven
Plazierungsangaben (siehe Abschnitt 5.3.1) nicht auf eine Seite
gesetzt werden kann oder b) sehr viele, meist unterschiedlich groe
`floats' mit sehr wenig Text auftreten.  In Fall a) kann man durch
andere Plazierungseinschrnkungen oder nderungen der `float'-
Parameter den berlauf vermeiden.  Fr Fall b) kann man mehr
erluternden Text schreiben, eine eigene nicht-flieende Umgebung
definieren (da ja die Abbildungen im Vordergrund stehen und eher der
Text zwischen die Abbildungen `fliet') oder das Paket `morefloats'
verwenden.  Letzteres allokiert weitere 18 Insertion-Registertupel,
soda man jetzt insgesamt 36 `floats' zwischenspeichern kann, bevor
der Fehler auftritt.  Leider hat man dadurch 18 Savebox-, Zhler-,
Lngen- und Glue-Register weniger, soda man jetzt evtl. auf den
Fehler `No room for a new ...' stt :-(

morefloats.sty:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/morefloats.sty


5.3.4) Wie kann ich es erreichen, da zwei Abbildungen nicht auf
       verschiedenen Seiten, sondern mglichst direkt untereinander
       plaziert werden?

In eine einzige figure- bzw. table-Umgebung knnen auch mehrere
Abbildungen/Tafeln gesetzt und mit eigenen Unterschriften versehen
werden:

\begin{figure}
  erstes Bild
\caption{erstes Bild}
\vspace{\floatsep}    % zustzlicher Abstand zwischen zwei `floats'
  zweites Bild
\caption{zweites Bild}
\end{figure}

Alle Abbildungen/Tafeln einer Umgebung werden dann nicht mehr
getrennt.  Aus diesem Grund sollte man auch darauf achten, da eine
figure-/table-Umgebung durch zu viele Abbildungen/Tafeln nicht zu hoch
wird.


5.3.5) Ich bekomme den Fehler `! LaTeX Error: Not in outer par mode.',
       wenn ich z.B. die Breite einer Abbildung begrenzen will. Wieso?

Eine `figure'- oder `table'-Umgebung ist ein sogenannter `float',
d.h. der Inhalt `fliet' an eine andere Stelle.  Deshalb darf diese
Umgebung nicht innerhalb einer anderen, wie `minipage', \parbox, o..
verwendet werden.  Die Eingabe

\begin{minipage}{5cm}   %% FALSCH!
\begin{figure}
  Bild
  \caption{text}
\end{figure}
\end{minipage}

ist daher falsch und erzeugt den in der Frage genannten Fehler.
Korrekt und auch logisch einsichtiger ist es, wenn man den Inhalt der
`figure'-Umgebung in eine `minipage' packt, also diese _in_ die
`figure'-Umgebung setzt:

\begin{figure}
  \begin{minipage}{5cm}   %% KORREKT!
    Bild
    \caption{text}
  \end{minipage}
\end{figure}


5.3.6) Wie kann ich in einer Abbildung zwei Bilder nebeneinander
       setzen?

Man kann zum Beispiel zwei `minipage'-Umgebungen verwenden, wobei man
dann auch mit deren optionalem Argument die Ausrichtung der beiden
Bilder angeben kann:

\begin{figure}
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
  Bild links
  \caption{Bildunterschrift links}
\end{minipage}
\hspace{.1\linewidth}% Abstand zwischen Bilder
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
  Bild links
  \caption{Bildunterschrift rechts}
\end{minipage}
\end{figure}


5.3.7) Gibt es bei der Option `twocolumn' die Mglichkeit,
       Abbildungen (figure) und Tafeln (table) ber beide Spalten,
       also die gesamte Textbreite einer Seite zu setzen?

Statt `figure'- die `figure*'-, statt `table'- die `table*'-Umgebung
verwenden.


5.3.8) Wie kann ich das Layout der Bildunterschriften (\caption)
       verndern?

LaTeX verwendet die interne Anweisung \@makecaption{Bild Nr}{Text}, um
die Bildunterschrift inkl. Bildnummer zu setzen.  Durch Umdefinieren
dieser Anweisung, die in der Dokumentklasse definiert wird, kann man
das Layout ndern.  Will man nur die Bildnummer (z.B. ``Abbildung 1'')
ndern, so reicht es oftmals aus, die interne Anweisung \fnum@figure
bzw. fr Tafeln \fnum@table entsprechend umzudefinieren.
  Zur Erleichterung gibt es einige, leicht zu verwendende Pakete:
`caption' bzw. `caption2' hat viele Optionen, dieses Paket ermglicht
die Variation der Schriftart und -gre und des Layouts (zentriert,
berhngend, Absatz mit Einrckung, usw.).  Beispiel:

    \usepackage[bf]{caption}
    \renewcommand{\captiontext}{\small\itshape}

fr einen etwas kleineren und kursiv gesetzten Unterschriftentext,
wobei die Bildnummer weiterhin fett gesetzt wird.
  Speziellere Lsungen existieren natrlich auch oder sind teilweise
in einigen Dokumentklassen enthalten.  So enthalten die Klassen des
`ntgclass'-Pakets beispielsweise Befehle, um alle Fonts (Sections,
Captions, Running Heads) zu verndern.

caption(2):   CTAN: macros/latex/contrib/supported/caption/
ntgclass:     CTAN: macros/latex/contrib/supported/ntgclass/
hangcaption:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/hangcaption.sty
isucaption:   CTAN: macros/latex209/contrib/misc/isucaption.sty


5.3.9) Wie kann man neue Typen von Gleitumgebungen (`floats')
       erzeugen, z.B. fr weitere Arten von Tabellen oder
       Programm-Code?

Prinzipiell mu man fr einen neuen Typ von Gleitumgebung einige
Makros definieren.  Beispielsweise sind fr eine `faqtable' und
`faqtable*' die folgenden Anweisungen (in eine .sty-Datei schreiben,
da interne Anweisungen!) notwendig

\newcounter{faqtable}[section]
%\renewcommand{\thefaqtable}{\thesection.\arabic{table}}
\renewcommand{\fps@faqtable}{tp}  % nicht `h' bzw. `b'
\renewcommand{\ftype@faqtable}{4} % type is a power of two!
\renewcommand{\ext@faqtable}{lot} % Endung der Hilfsdatei
\renewcommand{\fnum@faqtable}{FAQ-Tabelle~\thefaqtable}
\newenvironment{faqtable}{\@float{faqtable}}{\end@float}
\newenvironment{faqtable*}{\@dblfloat{faqtable}}{\end@dblfloat}

wobei damit noch keine Anpassungen des Inhaltsverzeichnisses, ein
eigenes Inhaltsverzeichnis oder sonstige Anpassungen des Layouts
durchgefhrt sind.  Mehr Informationen dazu findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter'.
  Sehr viel einfacher geht dies mit dem `float'-Paket, mit dem
z.B. obiges auch der normale LateX-Benutzer mit der simplen Anweisung
\newfloat{faqtable}{tp}{lot}[section] definieren kann.  Daneben sind
auch schon einige `float'-Layouts vordefiniert und knnen ebenso
einfach verwendet werden.

float.sty:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/float/


5.3.10) Abbildungen und Tafeln sollen _immer_ nach dem ersten Verweis
        auf sie gesetzt werden. Wie? Es ist mglich, da LaTeX sie vor
        der Abschnittsberschrift plaziert.  Wie unterbinde ich das?

Mit dem LaTeX2e-Paket `flafter' werden Abbildungen und Tafeln nie vor
dem Text plaziert, in der sie im Dokument angegeben werden.  Damit
LaTeX2e sie also nie vor dem ersten Verweis plaziert, schiebt man die
entsprechende `figure'- bzw. `table'-Umgebung einfach hinter die erste
\ref- bzw. \pageref-Anweisung.

flafter:  CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)



5.4) Fussnoten, Endnoten, etc.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.4.1) Die Funoten sollen gesammelt am Ende des Kapitels erscheinen.

endnotes:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/endnotes.sty


5.4.2) Ich mchte meine Funoten auf jeder Seite neu beginnend
       durchzhlen, d.h. auf jeder Seite soll mit `1' begonnen werden.

footnpag:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/footnpag/


5.4.3) Ich mchte den maximal von den Funoten eingenommenen Platz auf
       10 Zeilen beschrnken.  Wie?

Das Lngenregister \dimen\footins gibt die maximale Hhe der Box mit
den Funoten fr eine Seite an.  Nach
	\setlength{\dimen\footins}{10\baselineskip}
wird dieser Platz von normalerweise 8 Inch (ca. 20,5 cm) auf ca. 10
Zeilen beschrnkt.


+5.4.4) Wie erreiche ich eine andere Formatierung der Funoten?

Mit dem Paket `footnote' von Robin Fairbairns kann man sehr einfach
einige andere Formatierungen auswhlen.  Ansonsten findet man im Buch
`Der LaTeX-Begleiter' nhere Informationen.

foonote:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/footnote/



5.5) LaTeX2e -- Grundlegendes
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.5.1) Was bentige ich, wenn ich von LaTeX 2.09 auf LaTeX2e umsteigen
       bzw. eine neuere LaTeX2e-Version installieren will?

Grundstzlich sollte man sich beim Umstieg von 2.09 oder beim Update
einer lteren 2e-Version immer die komplette LaTeX2e-Distribution im
Verzeichnis ``base'' besorgen und installieren, nie einzelne Dateien
oder nur einzelne Class-Dateien.  Nach dem Entpacken der Distribution
und Installation der einzelnen Dateien ist ein neues Format zu
generieren.  Die Anleitung ``base/install.txt'' enthlt genauere
Informationen und wichtige Hinweise -- bitte durchlesen!

Notwendig:
 - alle Dateien im Verzeichnis ``base''.
 - die zustzlichen CM-Schriften `cmmib' und `cmbsy' in den
   Designgren 5, 6, 7, 8 und 9 Punkt

Optional, da schon in ``base'' enthalten:
 - Will man sich, insbesondere auf langsameren Rechnern, das Entpacken
   der dtx-Dateien in ``base'' sparen, bentigt man noch zustzlich
   die Dateien im Verzeichnis ``unpacked''.
 - Ebenso befindet sich im Verzeichnis ``doc'' die schon formatierte
   Dokumentation, also die Dateien ``base/???guide.tex''.

Empfohlen:
 - Standard-Zusatzpakete, in ``packages/tools''
 - Graphics-Paket zur Einbindung von externen Grafiken, in
   ``packages/graphics''
 - weitere Pakete im Verzeichnis ``packages''

base:      CTAN:  macros/latex/base/
           CTAN:  macros/latex/unpacked/  (optional)
           CTAN:  macros/latex/doc/       (optional)
packages:  CTAN:  macros/latex/packages/
line/lcircle/lasy:  CTAN: fonts/latex/{mf,tfm}/
cmmib/cmbsy:  CTAN: fonts/ams/amsfonts/{sources/extracm,tfm}/
              CTAN: fonts/cm/sauter23/


5.5.2) Ich habe gehrt, da es fr meine LaTeX2e-Versionen Patches
       gibt.  Welche Dateien bentige ich, was mu ich tun?

Fr jeden LaTeX2e-Patch bentigt man immer zumindest die Datei
`patches.txt'.  Sie beschreibt genau, welche weitere Dateien man noch
zu einem _kompletten_ Patch bentigt.  In vielen Fllen gibt es neben
der Datei `ltpatch.ltx', die LaTeX2e-Kernel-Patches enthlt, noch neue
Versionen weiterer Dateien!  Nheres in `patches.txt'.
  Nachdem man die Dateien geholt und installiert hat, mu ein neues
Format erstellt und installiert werden, damit die Patches in
`ltpatch.ltx' aktiv werden.  Zur Kontrolle: Danach sollte beim
Formatieren eines Dokuments nach der Meldung `LaTeX2e <1995/12/01>'
noch der Zusatz `patch level X' erscheinen, wobei `X' mit dem
installierten Patch bereinstimmen mu.

patches.txt:  CTAN:  macros/latex/base/patches.txt


5.5.3) Was kann ich mit einer Datei mit Endung `.dtx' anfangen?
       Bentige ich dazu auf alle Flle LaTeX2e?

Dateien mit `.dtx' sind sogenannte `docstrip archive files', also ein
Archiv, aus dem man mit dem Tool `docstrip' verschiedene Dateien
entpacken kann.  Zum Entpacken bentigen Sie nur die Datei
`docstrip.tex' oder `docstrip.dtx' und ein TeX-Binary.  `docstrip.tex'
knnen Sie mit LaTeX 2.09, LaTeX2e und auch mit plain-TeX verwenden.
  Wie Sie eine `.dtx'-Datei entpacken mssen, sollten Sie aus einer
Beschreibung zu Beginn der `.dtx'-Datei oder einer separaten
README-Datei entnehmen knnen.  Existiert eine gleichnamige Datei mit
Endung `.ins', so knnen Sie in den meisten Fllen das `.dtx'-Archiv
``file.dtx'' mit ``tex file.ins'' entpacken.  Nheres entnehmen Sie
bitte der Beschreibung des Archivs.
  Die Dokumentation eines Pakets und der Makros sind ebenso in einem
`.dtx'-Archiv enthalten.  Zum Formatieren dieser Dokumentation
bentigen Sie jedoch ein installiertes LaTeX2e -- fr einige ltere
Archive reicht auch noch das alte LaTeX 2.09.  Was Sie genau tun
mssen (Formatieren, Indexerstellung, etc.), um eine Dokumentation zu
erhalten, entnehmen Sie bitte auch der mitgelieferten Beschreibung des
Archivs.

Hinweis: Mit LaTeX2e vom Dezember 1995 wurde eine Version des Tool
`docstrip.dtx' verteilt, das gleichzeitig mehrere Dateien aus einem
Archiv entpacken kann und damit um einiges schneller ist.  Deshalb
lohnt es sich, wenn Sie eine ltere Version benutzen, diese durch die
neue Version zu ersetzen.

docstrip:  CTAN:  macros/latex/base/docstrip.{dtx,ins}
           (Bestandteil von LaTeX2e, kann aber auch mit plain-TeX
           verwendet werden!)



5.6) LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.6.1) Anweisungen wie \tenrm, \twlrm, \fivrm, etc., die von einigen
       Paketen wie PiCTeX verwendet werden, sind nicht mehr definiert.
       Was mu ich da ndern?

Diese Namen fr Schriften wurden nie dokumentiert und sollten im alten
LaTeX 2.09 nur LaTeX-intern verwendet werden.  Da das
Fontauswahlschema (NFSS2) in LaTeX2e komplett neu geschrieben wurde,
sind diese ehemals internen Namen nicht mehr vorhanden.  Es ist daher
am besten, diese alten Pakete so umzuschreiben, da diese internen
Schriftnamen nicht mehr verwendet werden.  In der Zwischenzeit kann
man mit Hilfe des Paketes `rawfonts' diese Namen nachdefinieren, wie
z.B. mit

	\usepackage[only,fivrm]{rawfonts}

fr PiCTeX.

rawfonts.sty:  CTAN: macros/latex/packages/tools/


5.6.2) Beim Umstieg von LaTeX 2.09 mit NFSS (Version 1) auf LaTeX2e
       ndert sich auch das Verhalten der Anweisungen \rm, \bf, \it,
       etc. auf das Verhalten des Original-LaTeX 2.09.  Wie bekomme
       ich das alte, inkompatible Verhalten von NFSS Version 1?

Mit dem Paket `newlfont' erhlt man das Verhalten von NFSS v1, ohne
da man in den meisten Fllen das Dokument ndern mu:

	\usepackage{newlfont}

Fr neue Dokumente sollte man jedoch besser gleich die neuen
Anweisungen \textrm{...}, \textbf{...}, \textit{...}, etc. verwenden.
Diese Anweisungen haben darberhinaus den Vorteil, da eine eventuell
notwendige `italic correction' automatisch eingefgt wird.

newlfont.sty:  CTAN: macros/latex/packages/tools/


5.6.3) Einige mathematische Symbole (\Box, \lhd, \leadsto, \Join,
       \mho, \sqsubset, etc.) sind nicht mehr definiert -- wieso?

Die LaTeX-Symbolschriften `lasy10' und `lasyb10' enthalten nur sehr
wenige, relativ selten benutzte Symbole.  Daher werden diese Schriften
in LaTeX2e nicht mehr per Default mitgeladen, sondern mssen vom
Benutzer explizit mit

	\usepackage{latexsym}

dazugeladen werden.


5.6.4) Kann es sein, da es in LaTeX2e den Parameter \footheight und
       die internen Parameter \@maxsep und \@dblmaxsep nicht mehr
       gibt?  Gibt es einen Ersatz?

Der Parameter \footheight und die internen Parameter \@maxsep und
\@dblmaxsep wurden in LaTeX 2.09 nie ausgewertet.  Deshalb wurden sie
in LaTeX2e entfernt, um die dadurch gesparten Lngenregister fr
andere Zwecke einsetzen zu knnen.  Zur Anpassung von alten
Dokumentstilen an LaTeX2e kann man daher eine Zuweisung an diese
Parameter einfach ersatzlos streichen.


5.6.5) Mit lteren Dokumentklassen bekomme ich den Fehler `! Undefined
       control sequence.' oder `! LaTeX Error: \mit undefined.' fr
       die Schriften \mit und \cal.  Wieso?

Bis LaTeX2e <1994/12/01> wurden \cal und \mit im Kernel definiert.
Weil diese Definitionen aber in jeder Standard-Dokumentklasse durch
robustere Varianten ersetzt werden, hat das LaTeX2e-Team sich
entschlossen, \cal und \mit nicht mehr im Kernel vorzudefinieren.
  Damit ist es aber erforderlich, da alle Dokumentklassen, die \cal
und \mit nicht definieren oder mit \renewcommand umdefinieren,
angepat werden mssen.  Bei den Standard-Dokumentklassen hat das
niemand bemerkt, da die notwendigen Anpassungen dieser Dateien
automatisch mit einer neuen LaTeX2e-Version mitinstalliert werden.



5.7) Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.7.1) Wie kann ich eine Tabelle mit Unterschrift um 90 Grad drehen,
       die Kopf- und Fuzeile der Seite sollen aber ihre Ausrichtung
       behalten?

Dokumentteile knnen nur gedreht werden, wenn dies auch vom
verwendeten dvi-Gertetreiber untersttzt wird.
  Das LaTex2e-Package `graphics' enthlt das Paket `lscape', das eine
`landscape'-Umgebung zur Verfgung stellt.  Der Inhalt dieser Umgebung
wird um 90 Grad gegen den Urzeigersinn gedreht und auf eine eigene
Seite plaziert.  Zu Beginn und am Ende der Umgebung wird ein
\clearpage ausgefhrt:

    \usepackage{lscape}
    % etc.etc.
    \begin{landscape}
      \begin{figure}
        gedrehte Abbildung
        \caption{gedrehte Unterschrift}
      \end{figure}
      % evtl. noch weitere Abbildungen/normaler Text/etc.
    \end{landscape}
    % etc.etc.

Will man nicht ganze Seiten drehen oder stren die implizit
ausgefhrten \clearpage-Anweisungen, so kann man auch nur die
Anweisung \rotatebox aus dem `graphics'-Package verwenden:

    \usepackage{graphics} % oder `graphicx'
    % etc.etc.
    \begin{figure}
      \rotatebox{90}{%
        \begin{minipage}{.6\textheight}
        gedrehte Abbildung
        \caption{gedrehte Unterschrift}
        \end{minipage}%
      }
    \end{figure}

Das `rotating'-Paket bietet statt der einfachen \rotatebox-Anweisung
mit all ihren Nachteilen (Stichwort: `verbatim'!) die Umgebungen
`rotate', `turn' und `sideways', innerhalb der man (fast) beliebigen
Text plazieren kann.  Fr den Spezialfall, da eine Abbildung
bzw. Tafel wie mit der `landscape'-Umgebung eine komplette Seite fllt
und um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden soll, gibt es
die den `figure'- und `table'- entsprechenden `sidewaysfigure'- und
`sidewaystable'-Umgebungen.  Auerdem ist eine ltere Version dieses
Pakets auch fr LaTeX 2.09 verfgbar.
  Mehr ber diese Pakete findet man in der Dokumentation
`grfguide.tex' des `graphics'-Package, der mit `rotating'
mitgelieferten Dokumentation und dem Buch `Der LaTeX-Begleiter'.

graphics/
lscape.sty:   CTAN: macros/latex/package/graphics/
rotating.sty: CTAN: macros/latex/contrib/supported/rotating/
              CTAN: macros/latex209/contrib/rotating/  (fr LaTeX 2.09)


5.7.2) Wie kann ich mit TeX farbigen Text setzen?
 
Das LaTeX2e-Package `graphics' enthlt das Paket `color', das Befehle
zur Verfgung stellt, mit denen man Textteile einfrben, eine Box oder
den Hintergrund einer Seite farbig hinterlegen kann.  Dies
funktioniert natrlich nur, wenn das Ausgabegert (Drucker,
Bildschirm) dazu in der Lage ist und der dvi-Treiber die dazu
notwendige Funktionalitt hat, entsprechende \special-Anweisungen mit
den Farbbefehlen auszuwerten.
  Um das Paket `color' an verschiedene Ausgabegerte und dvi-Treiber
anzupassen, mu eine entsprechende Definitionsdatei fr den jeweiligen
Treiber vorhanden sein bzw. noch erstellt werden.  Auf jedem System
sollte in der Datei ``color.cfg'' eine dvi-Treiber-Definition als
Default angegeben sein.  Das Paket `color' lt sich dann wie folgt
verwenden:

    \usepackage{color}

Will man in einem Dokument eine vom Default abweichenden dvi-Treiber
verwenden, so kann man den Namen der dvi-Treiber-Definition als
Paket-Option angeben:
 
    \usepackage[dvips]{color}
 
erzeugt eine dvi-Datei mit farb-\special-Anweisungen fr den
dvi-PostScript-Treiber `dvips'.  Danach kann man die entstehende
dvi-Datei auch mit anderen dvi-Treibern bersetzen bzw. ausdrucken,
jedoch werden in den meisten Fllen die Farb-\special-Anweisungen
nicht erkannt und mit einer Warnung ignoriert.
  Eine genauere Beschreibung der einzelnen Anweisungen und der
vorhandenen Definitionsdateien findet man in der Anleitung `grfguide'
im Package `graphics'.

graphics/
color.sty:  CTAN: macros/latex/package/graphics/


5.7.3) Bei mit XFig erstellten und exportierten Zeichnungen erhalte
       ich bei der Einbindung in LaTeX den Fehler, da \SetFigFont
       nicht definiert ist.  Was ist falsch?

Das Programm `fig2dev', das XFig zum Wandeln und Exportieren von
Fig-Bildern aufruft, hat in den Versionen vor Version 3.1pl1 einen
Fehler, der dazu fhrt, da das Makro \SetFigFont nicht immer
definiert ist.  Nach einem Update des Paketes `Transfig', das
`fig2dev' enthlt, verschwindet der Fehler.  Kann man auf den Update
nicht warten, bietet sich auch als Einfachstlsung die Definition
\newcommand{\SetFigFont}[3]{} in der Dokumentprambel an.

transfig/
fig2dev:   CTAN: graphics/transfig/



5.8) Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.8.1) Beim Formatieren des \tableofcontents erhalte ich sehr viele
       Meldungen mit ``overfull \hbox''.  Woran liegt das?

Die Seitennummer wird in eine Box der Breite \@pnumwidth gesetzt.  Der
in den Standardklassen hierfuer verwendete Wert von 1.55em kann in
manchen Situationen (Seitennummer>=1000, breiterer Font) zu klein
sein.  Abhilfe:

  \renewcommand{\@pnumwidth}{2em}% statt `2em' evtl. grerer Wert

Eventuell mu man dann auch den Wert im Makro \@tocrmarg anpassen.
  Lngere Abschnittsnummern knnen eine andere Ursache dieses Fehlers
sein.  Hier mu man in den Definitionen der Makros \l@<type>, wie
z.B. \l@section, im Aufruf des Makros \@dottedtocline das dritte
Argument entsprechend vergrern.  Nheres hierzu im Buch ``Der
LaTeX-Begleiter''.

	=== Teil 6: TeX, LaTeX, Makros, etc. (Fortsetzung) ==


6.1) (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.1.1) Warum trennt (La)TeX Worte mit Umlauten nicht/nicht korrekt?

Wie TeX Worte mit Umlauten trennt, hngt davon ab, ob die verwendete
Schrift Umlaute als eigene Lettern enthlt und ob man auf diese
Lettern durch entsprechende Paket-Deklarationen beim Setzen eines
Textes auch zugreift.
  Bei den alten CM-Schriften mu TeX Umlaute aus einem Buchstaben und
einem Akzent zusammenbasteln, da diese keine Lettern fr Umlaute
enthalten.  Diese Akzent-Konstruktion irritiert TeXs Trennalgorithmus,
und so trennt TeX nur den Wortteil bis zum ersten Umlaut.  In
`german.sty' und einigen(!) Babel-Versionen wird durch einen aus dem
TeXbook (Anhang D, S. 394, \allowhyphens) entnommenen Trick erreicht,
da alle Wortteile zwischen den Umlauten einzeln getrennt werden.  Bei
dieser Vorgehensweise werden nicht alle Trennstellen gefunden oder es
treten teilweise falsche Trennungen (Bsp.: "ubert-ragen statt
"uber-tra-gen) auf.
  Abhilfe schaffen nur Schriften wie die DC-Fonts, da in diesen die
Umlaute als einzelne Lettern enthalten sind.  Unter neueren Versionen
von LaTeX2e und `german.sty' bzw. Babel lassen sich die DC-Fonts recht
einfach durch die Deklaration

      \usepackage[T1]{fontenc}

(in der Prambel des Dokuments) verwenden.


6.1.2) Wie kann ich Trennungsausnahmen mit Umlauten in \hyphenation
       verwenden?

Auch hier gilt, da man in \hyphenation in den Trennungsausnahmen nur
Zeichen verwenden kann, fr die auch Lettern in der momentan benutzten
Schrift existieren (siehe Abschnitt 6.1.1).  Da mit CM-Schriften die
Umlaute aus zwei Lettern zusammengesetzt werden mssen, kann man fr
Wrter mit Umlauten keine Trennungsausnahmen angeben.  Erst bei
Verwendung von T1-kodierten Schriften, wie den DC-Fonts, oder auch von
Schriften in einer entsprechenden anderen Kodierung, die eigene
Lettern fr Umlaute enthalten, kann man Trennungsausnahmen angeben.

Hier ist ein einfaches Beispiel (`german.sty' ist hier nur zum
Umschalten auf die deutschen Trennmuster `ghyph31.tex' notwendig):

\documentclass{article}
  \usepackage{german}
  \usepackage[T1]{fontenc}
  \hyphenation{Ver-st\"ar-ker-aus-gang}
\begin{document}
\showhyphens{Verst\"arkerausgang}
% ohne Trennausnahme:  Ver-st^^e4r-ke-r-aus-gang
% mit Trennausnahme:   Ver-st^^e4r-ker-aus-gang
\end{document}


6.1.3) Wie kann ich `Hurenkinder' (engl. widows), also einzelne
       Zeilen eines Absatzes am Kopf von Buchseiten, bzw.
       `Schusterjungen/Waisenkinder' (engl. clubs), einzelne
       Absatzzeilen auf der Seite unten, verhindern?

TeX kennt die Parameter \widowpenalty und \clubpenalty, mit denen man
die `Strafpunkte' festlegen kann, falls ein Hurenkind bzw. ein
Schusterjunge beim Seitenumbruch entstehen sollte.  Auerdem gibt es
noch den Parameter \displaywidowpenalty fr Hurenkinder nach einer
abgesetzten mathematischen Formel.  Da TeX den Wert 10000 als
unendlich groe Strafe interpretiert, kann man mit den Zeilen

\clubpenalty = 10000
\widowpenalty = 10000 \displaywidowpenalty = 10000

Hurenkinder und Schusterjungen komplett unterdrcken.  (Das Paket
`schuster' enthlt genau diese Zeilen.)
  Man sollte jedoch bedenken, da man bei einem Satzspiegel mit fester
Hhe (\flushbottom) und registerhaltigem Satz Hurenkinder und
Schusterjungen nur schwerlich verhindern kann -- insbesondere wenn man
dies bei zweiseitigem Druck fr jede Doppelseite beachten mu.  Hier
ist es oft besser, die einzelne Zeile zuzulassen oder zu versuchen,
einen Absatz durch geringfgige Umformulierung eine Zeile lnger oder
krzer zu machen.


6.1.4) Wie mu in LaTeX2e die Datei `hyphen.cfg' aussehen, um die
       deutschen Trennmuster `ghyph31.tex' in das LaTeX-Format
       einzubinden?

Eine Anleitung zur Installation der deutschen Trennmuster enthlt
`germdoc', die Kurzbeschreibung des German-Styles vom Januar 1995.
Diese Anleitung beschreibt auch die Installation der Trennmuster in
plain-TeX und LaTeX 2.09.  Beispiel von `hyphen.cfg' fr LaTeX2e:

%% Konfigurationsdatei -- Trennmuster: `hyphen.cfg'
\message{== Loading hyphenation patterns:}
 
\chardef\l@USenglish=\language
\chardef\l@english=\l@USenglish %% british english als `Dialekt'
\input hyphen
 
\newlanguage\l@german \language=\l@german
\chardef\l@austrian=\l@german
\input ghyph31
 
%% weitere Sprachen nach folgendem Schema:
% \newlanguage\l@SPRACHE \language=\l@SPRACHE
% \chardef\l@DIALEKT=\l@SPRACHE
% \input SPRACHhyphen
 
%% Default-Trennmuster: USenglish
\language=\l@USenglish \lefthyphenmin=2 \righthyphenmin=3
\endinput


germdoc:  CTAN: language/german/germdoc.tex


6.1.5) Wieso werden Texte in `typewriter'-Schriften nicht getrennt?
       Gibt es eine Mglichkeit, da doch getrennt werden kann?

TeX trennt nur, wenn die aktuell verwendete Schrift einen Divis/
Trennungsstrich besitzt.  Dazu ist jeder Schrift ein Divis durch den
Parameter \hyphenchar<font> zugeordnet, der bei den meisten Schriften
auf den Wert `\-, also auf das Zeichen ``-'', gesetzt ist.  Bei den
`typewriter'-Schriften ist dieser Wert aber auf -1 gesetzt, d.h. auf
ein nicht vorhandenes Zeichen.  Damit ist die Trennung fr diese
Schriften unterdrckt, was in den meisten Fllen auch sinnvoll ist.
  Will man dennoch, da TeX einen in `typewriter' gesetzten Textteil
automatisch trennt, so mu man den \hyphenchar fr diese Schriften auf
`\- setzen.  Dies geht in LaTeX2e am einfachsten, wenn man die
Anweisung \ttfamily umdefiniert:

  \newcommand{\origttfamily}{}% sollte noch nicht definiert sein!
  \let\origttfamily=\ttfamily % alte Definition von \ttfamily sichern
  \renewcommand{\ttfamily}{\origttfamily \hyphenchar\font=`\-}

Man knnte alternativ dazu auch die Dateien `*cmtt*.fd' ndern und die
Anweisung \hyphenchar\font\m@ne in \DeclareFontFamily entfernen.  Dies
ist jedoch nicht ratsam, wenn man Texte an andere weitergeben will, da
man dann nicht vergessen darf, die so genderten `*.fd'-Dateien
mitzugeben.
  Fr LaTeX 2.09 (oder analog auch fr plain-TeX) mu das \tt-Makro
umdefiniert werden:

  \newcommand{\origtt}{}
  \let\origtt=\tt
  \renewcommand{\tt}{\tt \hyphenchar\font=`\-}

  Wichtiger Hinweis: TeX kann eine Schrift unter unterschiedlichen
Namen laden, wobei TeX alle diese Schriften nur ein einziges Mal ldt
und fr die anderen Schriften nur `Aliases' anlegt.  Daher gibt es
\hyphenchar<font> nur einmal pro `echten' Font und \hyphenchar<font>
ist wie auch \fontdimen<font> ein besonderer Parameter: Alle
Zuweisungen an \hyphenchar<font> werden _immer_ global ausgefhrt.
Auerdem sieht sich TeX diesen Parameter erst am Absatzende beim
Umbruch dieses Absatzes an, so da mit obiger nderung nicht mglich
ist, die Trennung fr einen in `typewriter' gesetzten Textteil zu
ermglichen, fr einen anderen im selben Absatz zu verbieten.



6.2) Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf-/Fuzeilen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.2.1) Gibt es neben den Standard-LaTeX-Classes Classes mit einem
       `europischeren' Design?

Die NTG hat verschiedene Classes entwickelt, die im Vergleich zum
Layout der Standard-LaTeX-Classes kleinere berschriften und eine
einheitlichere Einrckung der Abstze und Listen definieren.
  Das KOMA-Script-Paket fr LaTeX2e ist eine Weiterentwicklung des
Script-Paketes.  Letzteres wird nicht mehr gepflegt und kann nur unter
LaTeX 2.09 verwendet werden (es existiert eine LaTeX2e-`Anpassung').

ntgclass:  CTAN:  macros/latex/contrib/supported/ntgclass/
koma:      CTAN:  macros/latex/contrib/supported/koma-script/
script:    CTAN:  macros/latex209/contrib/script/
                  macros/latex/contrib/other/script/

6.2.2) Ich suche eine Class fr Briefe, die weitgehend die
       unterschiedlichen DIN-Normen und deutschen Gepflogenheiten
       bercksichtigt.

Unter LaTeX 2.09 ist `dinbrief' weit verbreitet, der von anderen
Autoren auch fr LaTeX2e verfgbar gemacht wurde.  Darberhinaus
findet man im KOMA-Script-Paket die Class `scrlettr' und es gibt mit
`g-brief' und `myletter' noch weitere Beispiele fr angepate Classes.

dinbrief:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/dinbrief/ (fr LaTeX2e)
                 macros/latex209/contrib/letters/dinbrief/ (fr 2.09)
koma:      CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
g-brief:   CTAN: macros/latex/contrib/supported/g-brief/
myletter:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/myletter/
	   (Anm.: `myletter' ist ein schlecht gewhlter Name.  Falls
	   jemand eigene Makros verffentlichen will, bitte Namen wie
	   `myXYZ' oder `newXYZ' vermeiden!)


6.2.3) Gibt es eine bequemere Mglichkeit, ein Seitenlayout anzugeben,
       als dadurch, die Parameter wie \textheight alle einzeln zu
       verndern?
 
Das Paket `vmargin' erlaubt die Spezifikation des Papierformats sowie
der gewnschten Rnder in der Form
 
  \usepackage{vmargin}
  \setpapersize{A4}
  \setmargins{1.5cm}{1.5cm}% % linker & oberer Rand
             {18cm}{25cm}%   % Textbreite und -hhe
             {12pt}{25pt}%   % Kopfzeilenhhe und -abstand
             {0pt}{30pt}%    % \footheight (egal) und Fuzeilenabstand
 
Diverse Papiergren sowie Hoch- und Querformat werden untersttzt,
und auch die `twoside'-Option wird richtig behandelt.  Das Paket
funktioniert mit LaTeX(2e) und LaTeX 2.09.
  Mit dem Paket `typearea' aus dem KOMA-Script-Paket kann man den
Textbereich fr eine vorgegebene Papiergre frei bestimmen

  \usepackage[a4paper]{typearea} % Ausgangspapiergre
  \areaset[1cm]%                 % Zustzlicher Rand fuer die Bindung
          {18cm}{25cm}           % Textbreite und Hhe

oder den Anteil des Textbereichs an der Gesamtseite festlegen

  % 1cm zustzlicher Rand fuer die Bindung,
  % 9/12 der Restseite fr Text:
  \usepackage[a4paper,BCOR1cm,DIV12]{typearea}

Die Verteilung der Rnder erfolgt dabei automatisch nach
typographischen Gesichtspunkten.  Diverse Papiergren sowie Hoch- und
Querformat werden untersttzt, zustzliche Formate knnen definiert
werden, und auch die Option `twoside' wird korrekt behandelt. Das
Paket funktioniert mit LaTeX(2e), im alten Script-2.0-Paket gibt es
eine Version, die mit LaTeX 2.09 funktioniert.

vmargin:  CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/vmargin.sty
koma:     CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
script:   CTAN:  macros/latex209/contrib/script/


6.2.4) Gibt es einen einfachen Weg, die Seitennummer als `Seite 1 von
       16' anzugeben?

Dies geht mit dem Paket `lastpage' am einfachsten, man bekommt dann
mit ``\pageref{LastPage}'' die Nummer der letzten Seite.  Eine noch
mit LaTeX 2.09 laufenden Version ist im Paket `fancyheadings'
enthalten.  Mit diesem Paket oder mit `scrpage' aus dem KOMA-Script-
Paket kann man dann die Kopf- oder Fuzeile einer Seite mit der Angabe
`1 von 16' ohne groe Mhen umdefinieren.

lastpage:  CTAN: macros/latex/contrib/other/lastpage/    (LaTeX2e)
fancyheadings:  CTAN: macros/latex209/contrib/fancyheadings/
koma:      CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/



6.3) Literaturzitate, -verzeichnis, BibTeX
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.3.1) Wie kann ich im Text mit dem Autor/Jahreszahl o.. zitieren?

Hierfr gibt es eine grere Anzahl von Paketen, wie `natbib',
`theapa' oder `overcite', die dies erlauben.

natbib:   CTAN: macros/latex/contrib/supported/natbib/  (LaTeX2e)
          CTAN: macros/latex209/contrib/natbib/  (LaTeX 2.09, veraltet!)
theapa:   CTAN: macros/latex209/contrib/theapa/
overcite: CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/overcite.sty


6.3.2) Wie kann ich das BibTeX-Stylefile xyz.bst so abndern, da an
       Stelle X ein/kein Komma/Punkt erscheint, da der Eintrag Y
       anders formatiert wird, etc.etc.?

Die Programmiersprache von BibTeX, in der die .bst-Dateien geschrieben
sind, ist in der Datei `btxhak.tex' beschrieben, die jedem BibTeX-
Paket beiliegen sollte.  Bevor man diese fr die meisten ungewohnte
Sprache lernt, sollte man zuerst berprfen, ob die eigenen Wnsche
schon durch das Paket `custom-bib' abgedeckt werden knnen.  Dieses
Paket enthlt ein mengesteuertes, in TeX selbst geschriebenes
Erzeugungsprogramm, das aus einer Master-bst-Datei eine bst-Datei mit
den ausgewhlten Eigenschaften erzeugt.

custom-bib: CTAN: macros/latex/contrib/supported/custom-bib/  (LaTeX2e)
btxdoc/btxhak: CTAN: biblio/bibtex/distribs/doc/


6.3.3) Gibt es an's Deutsche angepasste .bst-Dateien?

Ja, zum Beispiel kann man mit dem unter 4.4.2 genannten Paket
`custom-bib' .bst-Dateien fr verschiedene Sprachen, darunter auch
Deutsch, generieren.
  Auerdem gibt es folgende angepate .bst-Dateien und -Pakete (ohne
Gewhr, unvollstndig, Reihenfolge ist _keine_ Wertung):

abstyles:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/abstyles/
dinalpha:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/dinalpha.bst
geralpha:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/geralpha/
germbib:   CTAN: biblio/bibtex/contrib/germbib/


6.3.4) Wie kann ich statt der eckigen Klammern [1] im Text bzw. im
       Literaturverzeichnis runde Klammern (1) oder Schrgstriche /1/
       verwenden?

Fr die Form der Labels im Text ist die interne Anweisung \@cite, fr
die Form im Literaturverzeichnis die interne Anweisung \@biblabel
anzupassen.  Deren Standarddefinitionen lauten:
  \newcommand{\@cite}[2]{[{#1\if@tempswa , #2\fi}]} 
  \newcommand{\@biblabel}[1]{[#1]}

Will man statt der eckigen Klammern Schrgstriche, so lauten die
Redefinitionen
  \renewcommand{\@cite}[2]{/{#1\if@tempswa , #2\fi}/}
  \renewcommand{\@biblabel}[1]{/#1/}

Nicht vergessen: Redefinitionen von internen Anweisungen (= enthalten
ein `@' im Namen) mssen entweder in ein .sty-File geschrieben oder in
der Prambel des Dokuments durch \makeatletter...\makeatother
geklammert werden!


6.3.5) Wie kann ich verhindern, da die Wrter im Titel eines
       .bib-Eintrages kleingeschrieben werden?

Entweder den Titel komplett oder alle gro zu schreibenden Worter
einzeln noch einmal klammern, also in der .bib-Datei statt
	titel = {Fragen und Antworten}
einfach
	titel = {{Fragen und Antworten}}
oder
	titel = {{Fragen} und {Antworten}}
eingeben.

Eine alternative Lsung (oder besser: Ergnzung der Klammerung) ist
die nderung oder die Verwendung einer entsprechend genderten
.bst-Datei, in der bei der Formatierung des Titels und anderer Teile
eines Eintrages die BibTeX-Anweisung `change.case$' _nicht_ ausgefhrt
wird.  Dies sollte bei den an das Deutsche angepaten bst-Dateien
(siehe 6.3.3) bereits der Fall sein, im Paket `custom-bib' (siehe
6.3.2) kann die Umwandlung ber einen Menpunkt ausgewhlt werden.


6.3.6) Bei Labels wie [Rai95], die aus Teilen des Autorennamens
       gebildet werden, treten Fehler bei Autorennamen mit Umlauten
       auf, wie kann ich das verhindern?

Damit BibTeX die Konstruktion `\"a' fr Umlaute als ein einzelnes
Zeichen korrekt erkennen kann, mu der Umlaut mit einer zustzlichen
Klammerung im Eintrag in der .bib-Datei eingegeben werden, also als
`{\"a}' oder `{\ss}'.  Tip: BibTeX-Dokumentation lesen!


6.3.7) Kann ich Umlaute direkt in einer .bib-Datei verwenden?

Jein.  Einige neuere BibTeX-Implementierungen erlauben die Ein- und
Ausgabe von Umlauten und anderen akzentuierten Zeichen.  Will man
diese Dateien jedoch an Personen auf anderen Rechnersystemen und
anderen BibTeX-Implementierungen weitergeben, sollte man sich auf die
Standard-Kodierung mit `{\"a}' etc. beschrnken.

Im Schlssel eines Verweises, also dem Argument von \cite bzw. dem
ersten Wort eines .bib-Eintrages, sollte man sich auf die 2*26 Klein-
und Grobuchstaben, die 10 Ziffern und die Satzzeichen beschrnken.
Dieser Schlssel mu von (La)TeX an BibTeX bergeben werden und ein
Schlssel mit Umlauten kann auf diesem Wege eventuell zu einer anderen
Zeichenkette expandiert werden, die im BibTeX-Lauf mit keinem
Schlssel in der .bib-Datei bereinstimmt.  Dadurch kann dann der
Eintrag von BibTeX bzw. von (La)TeX nicht gefunden werden.



6.4) Mathematischer Formelsatz
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.4.1) Fr Zahlenbereiche mchte ich die Symbole fr N, Z, Q, R, C
       mit Doppelstrich verwenden.  Wie bekomme ich diese Zeichen?

Ursprnglich wurden diese Symbole mit fetten Buchstaben geschrieben.
Da dies mit Kreide auf einer Tafel (`blackboard') sehr umstndlich
wre, hat man die Schreibweise mit den Doppelstrichen erfunden.
  Die einfachste Mglichkeit ist daher, die Symbole einfach fett zu
drucken, also \mathbf{N} (bzw. {\bf N} in plain-TeX/LaTeX 2.09).
  So auf die Schnelle ist auch die `poor man's solution' mit
\(\mathsf{I\!\!\:N}\) ausreichend.  Jedoch wird diese Lsung
sptestens fr die ganzen, rationalen und komplexen Zahlen (Z, Q, C)
schwieriger.
  Ansonsten knnte man auch auf \mathcal (\cal in LaTeX 2.09) und bei
Verwendung von AMS-(La)TeX auf \mathbb bzw. \Bbb ausweichen.

  Es gibt aber auch folgende Schriften, die Buchstaben mehr oder
weniger so wie `an der Tafel geschrieben' enthalten:

 - bbold (von Alain Jeffrey)
   ohne Serifen, zwei dnne Striche, vollstndiger Zeichensatz
 - doublestroke (von Olaf Kummer)
   mit Serifen wie CMR, ein dicker und ein dnner Strich,
   nur Grobuchstaben
 - bbm (von Gilles F. Robert)
   sollte allen Wnschen gerecht werden, alle Varianten, wie fett,
   mit oder ohne Serifen, etc.

Die Auswahl einer dieser Schriften ist reine Geschmackssache.

bbold:         CTAN: fonts/bbold/
mathbbol:      CTAN: macros/latex/contrib/supported/jknappen/
          definiert AMS-(La)TeXs \mathbb-Anweisung so um, da statt
          der Original-AMS- die `bbold'-Schriften verwendet werden
doublestroke:  CTAN: fonts/doublestroke/
bbm:           CTAN: fonts/cm/bbm/
                     (bzw. fonts/cm/sauter23/holin/bbm/)
                     macros/latex/contrib/supported/bbm/


6.4.2) Fr Lagrangedichten htte ich gern ein geschwungenes L,
       \mathcal{L} ist nicht das, was ich wnsche?
 
Schreibschriftbuchstaben fr den Mathematiksatz (nur Grobuchstaben)
sind in den rsfs-Schriften (Ralph Smith Formal Script) enthalten. Sie
knnen mit dem Paket `mathrsfs' und dem Befehl \mathscr{L} eingebunden
werden.  Das Paket `calrsfs' ergibt Schreibschriftbuchstaben anstelle
der kalligraphischen Buchstaben mit dem Befehl \mathcal{L}.
 
rsfs:      CTAN: fonts/rsfs/
           CTAN: fonts/cm/sauter23/holin/rsfs/b-rsfs.mf
mathrsfs:  CTAN: macros/latex/contrib/supported/jknappen/
calrsfs:   CTAN: macros/latex/contrib/other/calrsfs/


6.4.3) Ich suche das Zeichen ... fr den Formelsatz, und kann es nicht
       in den Standardfonts finden?
 
Zeichen, die in den CM-Fonts fehlen, sind mit wirklich sehr groer
Wahrscheinlichkeit in den AMS-Fonts `msam' oder `msbm' vorhanden.  Die
Einbindung in LaTeX erfolgt mit dem Paket `amsfonts', die Einbindung
in plain-TeX mit `\input amssym.tex'.
 
amsfonts: CTAN: fonts/ams/amsfonts/...
amssym:   CTAN: fonts/ams/amsfonts/plaintex/amssym.tex


6.4.4) Warum fgt TeX in einer mathematischen Formel hinter einem
       Dezimalkomma einen kleinen Zwischenraum ein?

Die meisten TeX-Makropakete und -Formate gehen davon aus, da man
einen Dezimalpunkt statt eines -kommas verwendet.  Fr den
Dezimalpunkt, der in einer mathematischen Formel die Bedeutung eines
`Ordinary'-Symbols hat, wird daher zwischen Ziffern kein zustzlicher
Zwischenraum eingefgt.  Das Komma hat in Formeln die Bedeutung eines
`Punctuation'-Symbols, man kann es daher als Trennzeichen in einer
Aufzhlung verwenden, da TeX mit einem kleinen Zwischenraum dafr
sorgt, da Formeln wie `f(x, y)' gut aussehen.

Das Problem des falschen Abstandes fr ein Dezimalkomma kann man auf
verschiedene Arten beheben. Fr einzelne Flle mag es reichen, das
Komma einfach mit {...} zu klammern, da geklammerte Formelteile
diesselben Abstnde wie ein `Ordinary'-Symbol bekommen:

	$\pi = 3{,}1415\ldots$

Eine andere Methode erklrt das Komma zu einem `Ordinary'-Symbol statt
eines Trennzeichens:

	%%%% alte Definition:
	%% \mathcode`\,="613B
	%%%% neue Definition:
        \mathcode`\,="013B

und wenn man statt der \mathcode-Zuweisung die Anweisung
\DeclareMathSymbol in LaTeX2e verwendet:

	%%%% alte Definition:
	%% \DeclareMathSymbol{,}{\mathpunct}{letters}{"3B}
	%%%% neue Definition:
	\DeclareMathSymbol{,}{\mathord}{letters}{"3B}

Der Preis hierfr ist natrlich, da in `f(x,y)' der zustzliche
Zwischenraum fehlt. Aber auch das lt sich in den Griff bekommen,
etwa mit Definitionen wie

	% make ',' an ordinary Symbol in decimal numbers
	\mathchardef\CommaOrdinary="013B
	\mathchardef\CommaPunct   ="613B
	\mathcode`,="8000   % , im Math-Mode aktiv machen
	{\catcode`\,=\active
	 \gdef ,{\obeyspaces\futurelet\next\CommaCheck}}
	\def\CommaCheck{\if\space\next\CommaPunct\else\CommaOrdinary\fi}

Hiermit ist es mglich, zwischen `3,1415' und `f(x, y)' zu
unterscheiden; steht hinter dem Komma ein Leerzeichen, ist das
Trennzeichen gemeint, sonst das Dezimalkomma.


6.4.5) AMS-LaTeX: Kann mir jemand erklren, was der Unterschied
       zwischen dem `amstex'- und dem `amsmath'-Paket ist?

Dies wird in der Datei `diff12.tex' des AMS-LaTeX-Packages erlutert:
In AMS-LaTeX Version 1.0 und 1.1, beide nur fr LaTeX 2.09, war
`amstex.sty' das Hauptpaket, das mehr oder weniger direkt aus Michael
Spivaks AMS-TeX-Makros entstanden ist.  AMS-LaTeX Version 1.2 fr
LaTeX2e enthlt nun neben `amstex.sty' ein neues Paket namens
`amsmath.sty', das nun unabhngig von `amstex.sty' weiterentwickelt
werden kann.  `amstex.sty' kann dadurch eingefroren werden, soda alte
Dokumente weiterhin unverndert formatiert werden knnen.  Fr neue
Dokumente sollte man `amsmath.sty' verwenden, da nur noch dieses Paket
untersttzt und weiterentwickelt wird.  Die Unterschiede zwischen
`amsmath.sty' und `amstex.sty' sind der Dokumentation in der Datei
`diff12.tex' zu entnehmen.

amslatex:    CTAN: macros/latex/packages/amslatex/
diff12.tex:  CTAN: macros/latex/packages/amslatex/math/diff12.tex


6.4.6) AMS-Fonts: Ein altes Dokument benutzt die Fonts `msxm' und
       `msym'.  Wo kann ich diese finden?

Die Fonts `msxm' und `msym' sind veraltet und wurden vor einigen
Jahren durch die Fonts namens `msam' und `msbm' ersetzt.  Beide Fonts
sind im AMS-Font-Paket enthalten.
  Selbst wenn man die Quellprogramme fr die beiden veralteten Fonts
`msxm' und `msym' htte, knnte man aus diesen keine gf- oder
pk-Dateien erzeugen, da die Fonts `msxm' und `msym' mit dem Vorgnger
des aktuellen METAFONT-Programmes namens `MF79' in der Sprache `SAIL'
geschrieben waren.  Aus diesem Grund wurden die beiden Fonts auch nur
als pxl- oder pk-Dateien verteilt.

msxm/msym:  CTAN: fonts/vf-files/msx2msa/
            (enthlt virtuelle Fonts fr `msxm' und `msym', die die
             realen Fonts `msam' und `msbm' verwenden)


6.4.7) Das Integral- und Summationszeichen ist fr in 11pt und
       besonders fr in 12pt gesetzte Dokumente zu klein.

Den Math-Extension-Font `cmex10', aus dem die `groen' Symbole
stammen, sollte an nicht einfach vergrern, da einige Parameter
dieses besonderen Fonts den mathematischen Formelsatz in TeX
bestimmen.  Da es bisher fr 11pt und 12pt keine speziellen
Math-Extension-Fonts gibt, verwendet LaTeX2e fr alle Schriftgren
den 10pt-Font `cmex10'.
  Mit dem Paket `exscale' verwendet LaTeX2e skalierte `cmex10'-Fonts
und pat die Anweisungen \big, \bigg, etc. entsprechend an.

exscale.sty:  CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)



6.5) Verschiedene sonstige Zeichen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.5.1) Wie bekomme ich ein Gradzeichen?

Das Gradzeichen erhlt man am einfachsten mit LaTeX2e mittels

	\newcommand{\grad}{\ensuremath{^\circ}}

Da die Anweisung \ensuremath in LaTeX 2.09 nicht existiert, mu man
hier den konventionellen Weg whlen (der auch in LaTeX2e
funktioniert):

	\newcommand{\grad}{\mbox{\(\mathsurround=0pt{}^\circ\)}}

Hat man schon die Text-Companion-Schrift der DC-Fonts installiert,
kann man auch mit dem Paket `textcomp' auf ein Gradzeichen mit
\textdegree und auf ein fertig zusammengesetztes Grad-Celsius-Zeichen
mit \textcentigrade zugreifen.

dc-fonts,
tc-fonts:  CTAN: fonts/dc/
textcomp:  CTAN: fonts/psfonts/ts1/  (momentan als Testversion!)


6.5.2) Wo finde ich ein Promillezeichen?  Ich mchte endlich
       1,1\,Promille statt 0,11\,\% eingeben knnen.

`Die TeXnische Komdie' vom Dezember 1993 enthielt folgende Lsung,
die auf der TeXbook-Lsung zu bung 11.6, S. 67+311, basiert (an
LaTeX2e angepat [br]):

\newcommand{\promille}{%
  \relax\ifmmode\promillezeichen
        \else\leavevmode\(\mathsurround=0pt\promillezeichen\)\fi}
\newcommand{\promillezeichen}{%
  \kern-.05em%
  \raise.5ex\hbox{\the\scriptfont0 0}%
  \kern-.15em/\kern-.15em%
  \lower.25ex\hbox{\the\scriptfont0 00}}

Die zustzliche \(..\)-Umgebung im Makro \promille ist fr LaTeX2e
zwingend notwendig, da sonst in einigen Fllen Zeichen fehlen knnten.
(Man knnte auch die Anweisung \ensuremath aus LaTeX2e verwenden.)
  Leider pat das erzeugte Promillezeichen von der Form her nicht zum
Prozentzeichen.

Ein viel bessere Lsung in Form von fertigen Lettern bieten die
`wasy'- und die Text- bzw. Text-Companion-Schriften der DC-Fonts v1.2:

Promillezeichen aus den `wasy'-Schriften:
  \usepackage{wasysym}
  \permil

Promillezeichen aus der Text-Companion-(tc)-Schrift der DC-Fonts:
  \usepackage{textcomp}
  \textperthousand

Diese Lsungen haben den Vorteil, da sie auch von der Form zum
blichen Prozentzeichen passen.

wasy:      CTAN: fonts/wasy2/
wasysym:   CTAN: macros/latex/contrib/supported/wasysym/
dc-fonts,
tc-fonts:  CTAN: fonts/dc/
textcomp:  CTAN: fonts/psfonts/ts1/  (momentan als Testversion!)


6.5.3) Ich bentige einen liegenden bzw. gedrehten `dagger' oder
       ein hnliches liegendes Zeichen.  Wie?

Entweder sucht man nach einem fertigen Font mit einem solchen Symbol
oder ndert die Quelle eines Fonts, falls dieser beispielweise als
mf-Datei vorliegt, und fgt in die Quelle eine Operation zum Drehen
eines Zeichens ein.
  Falls der dvi-Gertetreiber in der Lage ist, Teile der Ausgabe zu
drehen, kann man unter LaTeX2e die Anweisung \rotatebox aus dem
`graphicx'-Package verwenden:

	\rotatebox[origin=c]{90}{\(\dagger\)}

graphicx:  CTAN: macros/latex/packages/graphics/


6.5.4) Wie erzeuge ich ein Zeichen fr `trademark' (TM),
       `registered trademark' (R) oder `copyright' (C)?

Diese Zeichen durch Box-Konstruktionen zusammenzubauen, ergibt in den
meisten Fllen sehr unbefriedigende Ergebnisse.  Unter LaTeX2e hat man
mit der Anweisung \textcircled{<Zeichen>} eine sehr einfache
Mglichkeit dafr, jedoch erhlt man nur fr einzelne Zeichen, wie fr
das `c' im Copyright-Zeichen \copyright, ein einigermaen gutes
Ergebnis.  Eine erste Nherung fr das Trademark-Zeichen (TM) ist
\DeclareRobustCommand{\trademark}{\ensuremath{^{\mathrm{TM}}}}.
  Sehr viel einfacher und besser sind die fertigen Zeichen, wie
\texttrademark, aus den Text-Companion-Fonts `tc...' aus dem
DC-Font-Paket v1.2.  Unter LaTeX2e gibt es zur einfachen Einbindung
das `textcomp'-Package.
  Beginnend mit LaTeX2e von Dezember 1995 gibt es standardmig neben
der Definition fr das Copyright-Zeichen auch Definitionen fr die
Zeichen `trademark' und `registered trademark' (\texttrademark,
\textregistered).

tc-Fonts:  CTAN: fonts/dc/
textcomp:  CTAN: fonts/psfonts/ts1/  (momentan nur als Betatest-Version!)



6.6) Chemischer Struktur- und Formelsatz
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.6.1) Wie kann ich chemische Strukturformeln mit LaTeX setzen?

Folgende drei Pakete knnen unter LaTeX 2.09 verwendet werden.  Ob sie
auch unter LaTeX2e oder plain-TeX verwendbar sind, mu selbst getestet
werden.  [Die folgende Liste ist recht unvollstndig! Freiwillige?]

 - XymTeX: A Macro Package for Typsetting Chemical Structural
           Formulas, von Shinsaku Fujita

   Dieses System ist das umfangreichste.  Es verwendet vorgefertigte
   Moleklklassen, in denen die Atompositionen vom Anwender belegt
   werden knnen.  Durch die `Kondensation' solcher Klassen lassen
   sich so ziemlich alle denkbaren Molekle zaubern.  Ohne Handbuch
   (127 Seiten) und Zeit aber eher unbrauchbar, weil sehr kompliziert.
   Eine Beschreibung findet sich auch in der Tugboat 16/1, S. 81--88.

 - Chemstruct: Chemische Strukturformeln mit TeX, von Michael Ramek

   Hier gibt man im wesentlichen von einem Bezugsatom ausgehend die
   Art und die Himmelrichtung der Bindung an und gelangt so recht
   schnell zu brauchbaren Ergebnissen.  So hangelt man sich von Atom
   zu Atom...  (Handbuch mit 18 S.)

 - ChemTeX: Typsetting Chemical Equations using LaTeX

   Scheint auch mit Moleklklassen zu arbeiten, wenn auch lngst nicht
   so komplex wie XymTeX, damit anwendungsfreundlicher, aber auch nur
   fr einen begrenzten Satz an Strukturen geeignet...
   (Handbuch mit 42 S.)

 - PPCHTeX: Typesetting Chemical Formulas in TeX,
            von J. Hagen und A.F. Otten

   Auf PiCTeX basierendes Paket, mchtig.  Beschrieben in Proceedings
   of the 9th European TeX Conference EuroTeX'95, Arnhem, S. 197--222
   und TUGboat 17(1), Mrz 1996, S. 54-66.
   Bezugsquelle/ftp-Server: Autoren.

 - Chemsym -- Chemical Symbols, von Mats Dahlgren

   Vereinfacht die Eingabe und den Satz von chemischen
   Reaktionsformeln, indem eine groe Menge von chemischen Symbolen
   vordefiniert werden.  Fr LaTeX2e, mit Dokumentation.

Daneben gibt es noch Programme wie ChemDraw, ChemWindow o.., bei
denen man die erstellte Strukturformel als PS-Datei ausgeben und dann
in (La)TeX einbinden kann.

xymtex:      CTAN: macros/latex209/contrib/xymtex/
chemstruct:  CTAN: macros/latex209/contrib/chemstruct/
chemtex:     CTAN: macros/latex209/contrib/chemtex/
chemsym:     CTAN: macros/latex/contrib/supported/chemsym/


6.6.2) Bei der Verwendung des Paketes `chemtex' mit LaTeX2e erhalte
       ich bei der Zuweisung \textfont1=\tenrm einen Fehler. Abhilfen?

\tenrm ist ein alter, nur intern in LaTeX 2.09 zu verwendender Name
eines Font (Siehe auch Teil ``LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg'').
Mit dem Package `rawfonts' kann man diese Namen (nach-)definieren:

\usepackage[only,tenrm]{rawfonts}

rawfonts:  CTAN: macros/latex/packages/tools/


6.6.3) Das Makro \chemical, das u.a. auch in Helmut Kopka, ``LaTeX --
       eine Einfhrung'' beschrieben wird, funktioniert ebenso nicht
       mehr.  Was mu man ndern?

Der im Makro (das aus dem TeXbook stammt!) verwendete Name \tensy des
Math-Symbol-Font ist nur in plain-TeX und LaTeX 2.09 definiert.
LaTeX2e ldt darberhinaus die fr den mathematischen Formelsatz
notwendigen Fonts erst zu Beginn der ersten zu setzenden Formel, so
da man auch durch Nachdefinition mit Hilfe des Packages `rawfonts' in
bestimmten Situationen einen Fehler bekommen kann.
  Hier ist eine fr LaTeX2e verwendbare Definition von \chemical (die
man in eine .sty-Datei schreiben oder mit \makeatletter...\makeatother
klammern muss):

\DeclareRobustCommand{\chemical}[1]{%
  {\(\m@th
     \edef\resetfontdimens{\noexpand\)%
       \fontdimen16\textfont2=\the\fontdimen16\textfont2
       \fontdimen17\textfont2=\the\fontdimen17\textfont2\relax}%
   \fontdimen16\textfont2=2.7pt \fontdimen17\textfont2=2.7pt
   \mathrm{#1}%
   \resetfontdimens}}

		=== Teil 7: Metafont und Schriften ==


7.1) METAFONT und METAFONT-Tools
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.1.1) Was ist ein Meta-Font?

Um die einzelnen Zeichen einer Schrift, eines Font, auf Papier zu
bringen, mu man wissen, an welchen Stellen das Papier mit
Druckerfarbe geschwrzt werden soll und an welchen nicht.  Diese
Information kann auf verschiedene Arten reprsentiert werden:
   Die einfachste Form ist die `Bitmap' bzw. `Pixelmap', d.h. jedes
Zeichen wird gerastert und fr jeden einzelnen Punkt im Raster (=
Pixel) wird abgespeichert, ob diese Stelle geschwrzt werden soll.
Eine Bitmap-Reprsentation hat jedoch den Nachteil, da man diese
nicht ohne weiteres vergrern, verkleinern oder die Rasterung an eine
andere Auflsung eines Ausgabegerts anpassen kann, da man in den
meisten Fllen unerwnschte Seiteneffekte bekommt (Stufen,
Moir-Effekte, dnnere Linien verschwinden bei Verkleinerung, als
regelmig oder unregelmige Muster sichtbare Rasterung, u..).
   Man verwendet zur Beschreibung der Ausmae und der Form eines
Zeichens daher besser eine rasterungs-, also auflsungsunabhngige
Reprsentation.  Dazu gibt es nun mehrere Verfahren:
   In METAFONT legt man Linienzge durch Punkte und durch diese Punkte
festgelegte Spline-Kurven fest und zieht diese mit einem vorher
definierten ``Pinsel'' nach.  Durch die Form und die Lage des
verwendeten Pinsels knnen mit denselben Kurven sehr unterschiedliche
Zeichenformen erzeugt werden.  Nachdem das Zeichen aus einzelnen
Kurvenzgen definiert und mit unterschiedlichen Pinseln gezeichnet
wurde, rastert METAFONT die dadurch eingefrbten Flchenteile und
erzeugt daraus einen Font in Form einer Bitmap.  Da METAFONT zur
Programmierung einer solchen Font-Beschreibung eine Programmiersprache
definiert, kann ein Font-Designer einer Font-Beschreibung beliebig
viele Parameter mitgeben, die die Form und Ausmae der einzelnen
Zeichen der erzeugten Schrift in unterschiedlichen Richtungen
verndern.  Wegen dieser Mglichkeit, aus einer einzigen Beschreibung
durch Wahl verschiedener Parameter viele verschiedene Schriften
erzeugen zu knnen, nennt man diese Font-Beschreibungen auch
`Meta-Font'.  Man kann also durch Wahl der in einem Meta-Font
definierten Parameter unterschiedliche Fonts in verschiedenen Gren
erzeugen.  Durch Angabe der gewnschten Auflsung und weiterer
Parameter des Ausgabegerts kann wiederum fr einen solchen Font eine
optimal an das jeweilige Ausgabegert angepate Bitmap-Wiedergabe
dieses Fonts erzeugt werden.
  Neben dieser von METAFONT verwendeten Beschreibung eines Fonts in
Form von mit Pinseln gezeichneten Spline-Kurven kann man die Form
eines Zeichens auch durch die Angabe des Umrisses der zu schwrzenden
Flche beschreiben.  Auch hier werden wiederum Spline-Kurven zur
Beschreibung der Umrisse eines Zeichens verwendet.  Diese Beschreibung
in Form eines sogenannten `Outline' wird beispielsweise in
PostScript-Schriften verwendet.


7.1.2) Was sind tfm-, pl-, gf-, pk-, pxl-Dateien?

Neben dem Aussehen der einzelnen Zeichen in einem Font werden noch
weitere Informationen ber jedes einzelne Zeichen und ber
schrift-globale Parameter bentigt: Von jedem Zeichen mu TeX die
Ausmae in Form von Breite, Hhe und Tiefe in Bezug zur Grundlinie
wissen.  Zu bildende Ligaturen (z.B. f+f => ff), das Kerning zwischen
zwei Zeichen (z.B. Unterschneidung bei `Ta') und beispielsweise der zu
verwendende Wortabstand sind weitere Informationen, die ber einen
Font abgelegt sein mssen, da sie von TeX bentigt werden.
  Diese Informationen liest TeX aus der `TeX Font Metric' oder kurz
tfm-Datei.  Die Tools `pltotf' und `tftopl' wandeln die Informationen
in einer tfm-Datei in eine lesbare Form, die `Property List' oder kurz
pl-Datei um.
  In den gf- (Generic Font), pxl- (Pixel) und pk- (Packed Pixel)
Dateien sind die Bitmap-Reprsentationen jedes Zeichens einer Schrift
abgelegt.  Da pk- und pxl-Dateien genau dieselben Informationen
enthalten, die pxl-Dateien jedoch mehr Platz bentigen, werden diese
heutzutage nicht mehr verwendet und untersttzt.  Mit den Tools
`gftopk' und `pktogf' knnen die Bitmap-Reprsentationen ineinander
umgewandelt werden.  Da gf-Dateien in der Lage sind, in einer Bitmap
neben den einzelnen Pixeln noch weitere Informationen zu enthalten
(z.B. `special'-Anweisungen), knnen bei dieser Umwandlung
Informationen verloren gehen.  Da jedoch nur sehr wenige Tools und
Gertetreiber diese zustzlichen Informationen verwenden und die
pk-Darstellung viel kompakter ist, sind gf-Dateien normalerweise nur
fr METAFONT wichtig.

METAFONT erzeugt aus einer mf-Source eine tfm-Datei mit der
auflsungs_un_abhngigen `TeX Font Metric' und eine auflsungs-
abhngige gf-Datei.  Aus der gf-Datei wird blicherweise mit `gftopk'
eine pk-Datei erzeugt.
  TeX verwendet nur die Informationen in der tfm-Datei, die Bitmap in
der gf- bzw. der pk-Datei wird von TeX _nicht_ gelesen.  Ein
Gertetreiber, der eine dvi-Datei druckt oder darstellt, verwendet die
pk-Dateien und in einigen Fllen auch die tfm-Datei.


7.1.3) Was sind virtuelle Fonts, was vpl-, vf-Dateien?

Ein virtueller Font ist, wie der Name schon sagt, eine Schrift, die
keine real (in Form einer Bitmap) existierenden Zeichen enthlt.
Stattdessen wird in einem virtuellen Font auf andere Schriften und die
dort enthaltene Zeichen verwiesen.  Durch diesen `Trick' kann man
beispielsweise die Kodierung der Zeichen in einer Schrift umdefinieren
oder eine Schrift aus Zeichen mehrerer Schriften zusammensetzen, um so
z.B. einzelne Zeichen durch andere zu ersetzen.  Darberhinaus kann
man in virtuellen Fonts auch einzelne Zeichen aus mehreren Zeichen
zusammensetzen, indem man beispielsweise fertig akzentuierte Zeichen
aus dem entsprechenden Akzent- und Basiszeichen bildet.  Eine weitere
Anwendung fr virtuelle Fonts ist die Verwendung einer Ersatzschrift
fr eine nicht verfgbare Schrift, die dieser mglichst nahekommt und
dieselben TeX-Font-Metric-Informationen besitzt.
   Eine vf-Datei enthlt die Definition eines solchen virtuellen Fonts
in binrer, sehr kompakter Form.  Dieser vf-Datei mu eine tfm-Datei
zugeordnet sein, in der TeX die `TeX Font Metric' fr diese Schrift
finden kann.  Eine vpl-Datei ist eine fr den Menschen lesbare
Darstellung der vf- und tfm-Datei in Form von `Property Lists'.  Mit
dem Tool `vptovf' kann aus einer vpl-Datei eine vf- und die zugehrige
tfm-Datei erzeugt werden, mit `vftovp' bekommt man aus diesen beiden
Dateien wieder die vpl-Datei.
   TeX `wei' nichts von virtuellen Fonts.  TeX liest keine
vf-Dateien, sondern bentigt nur die zugehrige tfm-Datei, aus der
nicht ersichtlich ist, ob dies ein `realer' oder ein virtueller Font
ist.  vf-Dateien werden nur von den Gertetreibern verwendet.  Fr
Treiber, die (noch) keine virtuellen Fonts untersttzen, kann das Tool
`dvicopy' verwendet werden, um eine dvi-Datei in eine dvi-Datei
umzuwandeln, in der alle virtuellen Fonts `aufgelst' worden sind,
also nur noch `reale' Fonts verwendet werden.  Achtung: Die meisten
verfgbaren virtuellen Fonts sind unabhngig vom Ausgabegert, sie
knnen jedoch auch abhngig vom Ausgabegert sein!


7.1.4) Was ist MetaPost?
 
MetaPost ist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen von
PostScript-Zeichnungen, das von John Hobby, einem ehemaligen
Mitarbeiter von Donald E. Knuth, entwickelt wurde.  Die MetaPost-
Sprache ist sehr eng verwandt mit METAFONT, untersttzt aber einige
zustzliche Features, wie beispielsweise das Beschriften von
Abbildungen in TeX ber einen Prprozessor (dies setzt den dvi-Treiber
`dvips' voraus).
  Um eine Zeichnung zu erstellen, muss man ein MetaPost-Programm
schreiben und compilieren.  Diese Arbeitsweise hnelt METAFONT, ist
somit eben ganz anders als die sonst gewohnten Grafik-/Malprogramme.
MetaPost ist dafr aber gut fr berechnete Zeichnungen geeignet oder
zum Plotten von Funktionen oder Datenwerten.  Knuth benutzt es selbst
fr Zeichnungen in seinen Bchern.
  MetaPost-Implementierungen existieren derzeit noch nicht fr alle
Plattformen, da das Programm erst seit Anfang 1995 frei erhltlich ist
(vorher nur nach Abschlu eines `non-disclosure agreements'):

 - Unix:  CTAN: graphics/metapost/ (Original: John Hobby)
          beruht auf web2c 5.8xx, setzt den web2c Konverter voraus,
          ansonsten eigenstndig, nicht integriert
 - Web2C: CTAN: graphics/metapost/contrib/systems/web2c/ (Ulrik Vieth)
          demnchst in web2c-7.0 enthalten
 - Amiga: CTAN: systems/amiga/amiweb2c/ (Andreas Scherer)
 - DOS:   CTAN: systems/msdos/metapost/ (Piet van Oostrum)
          passt zu emTeX
 - OS2:   CTAN: graphics/metapost/MetaPost4OS2/ (???)


7.1.5) Beim bersetzen einer mf-Datei erhalte ich immer eine gf-Datei
       mit Endung `.2602gf' (bzw. `.260' bei Filesystemen, die nur
       drei Zeichen als Datei-Extension zulassen).  Wieso?

Zur Erzeugung einer Schrift fr ein bestimmtes Ausgabegert bentigt
METAFONT eine Beschreibung in Form einer `Mode Definition' (kurz:
`mode_def'), in der u.a. die Auflsung des Ausgabegerts festgelegt
wird.  METAFONT wird meist mit

    mf \mode:=<Mode-Name>; mag:=<Magnification>; input <Font-Filename>

aufgerufen (unter Unix Quote-Zeichen ' um die Argumente im MF-Aufruf
nicht vergessen!), wobei mit <Mode-Name> der Namen einer solchen
`mode_def' anzugeben ist.  Wird kein `mode' angegeben oder ist
<Mode-Name> unbekannt, verwendet METAFONT den Proof-Mode, der einen
Korrekturabzug der Schrift erstellt.  Damit die Zeichen in diesem
Korrekturabzug gro genug sind, verwendet METAFONT dazu die Auflsung
2602 dpi (= `dots per inch').  Falls dies nicht erwnscht war, sollte
man berprfen, ob der `mode' korrekt gesetzt wurde, ob <Mode-Name>
beispielsweise korrekt angegeben wurde (Schreibfehler!) und ob
<Mode-Name> bei der Erstellung der base-Datei (`Dumpen' der Datei
``plain.mf'') mit `mode_def' definiert wurde.


7.1.6) Wozu bentige ich fr jeden Druckertyp eine andere Anpassung in
       Form einer `mode_def'?  Wo finde ich fr den Drucker XYZ eine
       solche Anpassung?

Jedes Ausgabegert hat unterschiedliche Charakteristiken.  Zum einen
unterscheiden sie sich in der Auflsung, zum anderen beispielsweise
auch in der Gre eines gezeichneten Pixels.  So wird bei einem
Tintenstrahldrucker im Vergleich zu einem Laserdrucker in den meisten
Fllen ein einzelner Punkt etwas grer ausfallen.  Sehr groe
Unterschiede treten prinzipbedingt beim Vergleich von sogenannten
`schwarz'- und `wei'-schreibenden Laserdruckern auf.  Auch wird beim
Schnitt zweier Kurven (z.B. in der Mitte des Zeichens `X') die
geschwrzte Flche etwas grer ausfallen, da die Druckerfarbe
abhngig vom Druckprinzip und vom Druckwerk mehr oder weniger
ineinander verlaufen kann.  Damit METAFONT all diese und weitere
Eigenschaften eines Ausgabegerts bei der Erzeugung der Bitmap-
Rasterung eines Zeichens in Betracht ziehen kann, werden die einzelnen
Parameterwerte fr ein Ausgabegert in einer `Mode Definition' mit der
Anweisung `mode_def' abgelegt.
  Da die Erstellung einer neuen `Mode Definition' fr ein Ausgabegert
einiges an Arbeit (Testdruck, berprfen, anpassen, Testdruck, usw.)
bedeutet, wurden von Karl Berry alle bisher fr verschiedene
Ausgabegerte gefundenen `Mode Definitions' in der Datei ``modes.mf''
gesammelt.  Da ``modes.mf'' neben den `Mode Definitions' noch dafr
sorgt, da man verschiedene Informationen (z.B. `coding scheme') ber
einen Font setzen kann und diese korrekt abgelegt werden, ist diese
Datei jedem empfohlen.

modes.mf:  CTAN:  fonts/modes/modes.mf
	   (Hinweis: Seit 8. Januar 1996 existiert Version 3.0 mit
	   neuer `mode_def' fr Hires-Fax, HP Laserjet 5, u.a.)


7.1.7) Kann ich aus einer vorhandenen tfm-Datei die mf-Source
       erzeugen?  Gibt es dafr ein Tool?

Nein.  tfm-Dateien enthalten keine Bitmap- oder hnliche Information
ber das Aussehen der Zeichen in einer Schrift.  Daher kann aus einem
tfm-File weder eine pk-Datei noch die mf-Source restauriert werden.
   Es ist jedoch mglich, aus einer pk- und der tfm-Datei einer
Schrift eine mf-Source zu erstellen.  Dabei ist das entstehende
Resultat jedoch kein _Meta_-Font mehr, sondern `nur' noch ein
mf-Programm fr genau diese Schrift.  Das Ergebnis ist je nach Aufwand
mehr oder weniger gut und verlangt in den meisten Fllen noch einiges
an Handarbeit, soda sich der Aufwand nur in seltenen Fllen lohnt.



7.2) Schriften -- allgemein
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.2.1) Gibt es eine Schrift XYZ?  Wo finde ich diese?

Als erste Informationsquelle sollte man die Liste `metafont-list' der
verfgbaren METAFONT-Schriften nach der gesuchten Schrift durchsehen.
Diese Liste enthlt eine kurze Beschreibung und Klassifikation der
meisten Schriften, die man auf CTAN im Verzeichnis ``fonts/'' finden
kann.
  Beschrnkt man sich nicht nur auf in METAFONT-Quellen vorhandene
Schriften, kann man auch Schriften in PostScript-Type-1- oder
Type-3-Form, PCL-Schriften u.a. auf verschiedenen ftp-Servern finden.
Existieren fr diese Schriften Font-Metriken, die man in eine
tfm-Datei umwandeln kann, sind sie sehr einfach unter (La)TeX
verwendbar (evtl. nach Umkodierung mittels virtueller Fonts).
Verschiedene Tools dafr findet man auf CTAN im Verzeichnis
``fonts/utilities/'', fertige Anpassungen findet man fr
weitverbreitete Schriften ebenso unter ``fonts/''.

metafont-list:  CTAN:  info/metafont-list


7.2.2) Gibt es eine Schnschrift/Handschrift?

Mit `calligra' gibt es eine kalligraphische Schrift, eine schn
ausgefhrte Schmuckschrift, die leider noch kleinerer Verbesserungen
(falsche Abstnde vor Grobuchstaben und , fehlender Bindestrich)
bedrfte.  `calligra' verwendet die Kodierung `T1'.  Um korrekte
Akzente und Umlaute zu erhalten, mu man in LaTeX2e deshalb auf
\fontencoding{T1} wechseln!

Eine weitere Schrift ist die `twcal', die ursprnglich auf der
vereinfachten Ausgangsschrift `va' basiert, jedoch durch viele
nderungen und Ligaturen weichere, durchgezogene bergnge erhalten
hat.

calligra:   CTAN:  fonts/calligra/
twcal:      CTAN:  fonts/twcal/


7.2.3) Ich suche eine Stterlin, Fraktur, Schwabacher, Gotische
       Schrift.

Yannis Haralambous hat einen Satz dieser altdeutschen Schriften auf
der Tagung EuroTeX'91 in Cork/Irland vorgestellt.  Neben den reinen
Brotschriften hat er auch noch mit der Schrift `yinit' groe Initialen
als Schmuckschrift hinzugefgt.  Die Einbindung dieser Schriften ist
fr LaTeX2e im Paket `oldgerm', das Bestandteil von `mfnfss' ist,
enthalten.
  Zu der Stterlin-Schrift `suet14' und ihrer schrggestellten
Variante `schwell' wurde in der Newsgroup `de.comp.tex' angemerkt:
``Die Fonts sehen wirklich klasse aus.  Allerdings hat das kleine `a'
keinen Kringel (Schleifchen) rechts oben, was es nach Brockhaus und
alten Schulunterlagen haben sollte.  Auch das `k' scheint etwas
abzuweichen.''

Y.H.:    CTAN:  fonts/gothic/{yfrak,yswab,ygoth,yinit}/
mfnfss:  CTAN:  macros/latex/packages/mfnfss/     (LaTeX2e)
cmfrak:  CTAN:  fonts/gothic/cmfrak/
sueterlin/schwell:  CTAN:  fonts/gothic/sueterlin/


7.2.4) Gibt es die lateinische bzw. die vereinfachte Ausgangsschrift,
       mit der man das Schreiben in der ersten Klasse begonnen hat?

la:  CTAN:  fonts/la/
va:  CTAN:  fonts/va/



7.3) Die DC-/EC-Schriftfamilie und andere T1-kodierte Schriften
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.3.1) Wozu bentige ich neben der Computer-Modern-Schriftfamilie noch
       eine weitere Familie, die genau dasselbe Aussehen hat?

Die Schriften der Computer-Modern-(CM)-Familie enthalten nur jeweils
128 verschiedene Zeichen.  Es fehlen daher beispielsweise Umlaute und
alle akzentuierten Zeichen anderer europischer Sprachen.  Diese
Zeichen mssen bei Verwendung der CM-Schriften durch eine
Box-Konstruktion aus Einzelzeichen zusammengebaut werden.  Da TeX zur
Trennung von Wrtern die Codes der Zeichen in der jeweiligen Schrift
verwendet, werden Wrter mit Umlauten nur unvollstndig, fehlerhaft
oder berhaupt nicht getrennt.
  Diese Nachteile vermeiden die DC-Schriften, indem sie in den bisher
ungenutzten 128 Zeichenpositionen akzentuierte Zeichen legen.
Auerdem wurden die Positionen der `unteren' 128 Zeichen im Vergleich
zu den CM-Schriften klarer strukturiert.  So wurden die Positionen,
die in den CM-Schriften mit den griechischen Grobuchstaben belegt
sind, die fr den mathematischen Formelsatz genutzt werden, in den
DC-Schriften mit Lettern fr gewhnlichen Text belegt.  So werden die
Zeichen fr Text- und mathematischen Formelsatz sauber in
entsprechende Fonts voneinander getrennt, um die dadurch auftretenden
Seiteneffekte zu vermeiden und um Schriften einfacher kombinieren zu
knnen.


7.3.2) Was ist die Kodierung `T1'?

Die Kodierung der DC-Schriften, die auf der europischen TeX-Tagung
EuroTeX'91 in Cork/Irland festgelegt wurde, wird in LaTeX2e als
`T1'-Kodierung bezeichnet.  Diese Kodierung entspricht im wesentlichen
dem Code ISO 8859-1 (Latin-1) mit dem Unterschied, da das scharfe s
zu den anderen akzentuierten Kleinbuchstaben auf Position 255 gesetzt
wurde und da die in ISO Latin-1 mit Control-Zeichen belegten Bereiche
0-31 mit Akzenten, Anfhrungszeichen und Ligaturen bzw. 128-159 mit
Lettern aus ISO Latin-2 (fr die osteuropischen Sprachen) belegt
wurden.  Eine Kodierungstabelle findet man beispielsweise in
`dcdoc.tex', der Dokumentation der T1-kodierten DC-Fonts.

dcdoc.tex:  CTAN: fonts/dc/mf/dcdoc.tex


7.3.3) Was sind die EC-Schriften?  Unterschied DC-, EC-Schriften?

Die endgltige, ausgetestete, stabile Version der DC-Schriften wird
einmal in European/Extended-Computer-Modern-(EC)-Schriften umbenannt.
Diese sollten dann ebenso stabil wie die CM-Schriften sein.  Dies
bedeutet, da die DC-Schriften `nur' Test-Versionen der EC-Schriften
sind, die sicher noch den einen oder anderen Fehler enthalten und
deshalb z.Zt. noch weiterentwickelt und verndert werden!  Es kann
also sein, da ein Dokument, das DC-Schriften verwendet, mit einer
neuen Version der DC-Schriften bzw. den endgltigen EC-Schriften einen
anderen Umbruch haben wird.


7.3.4) Wozu dienen die `tc'-Schriften? Was ist die Kodierung `TS1'?

Es gibt mehr als 256 Zeichen, die man in einem Text verwenden will.
Deshalb werden selten bentigte, jedoch ntzliche Zeichen, die nicht
mehr in der T1-Kodierung Platz fanden, in einer sogenannten `text
companion'-Schrift in der Kodierung `TS1' zusammengefat.  Diese
Schriften sind passend zur Hauptschrift entworfen und knnen daher
problemlos mit dieser verwendet werden.  Die endgltigen Menge von
Lettern einer Text-Companion-Schrift und deren Kodierung `TS1' ist
z.Zt. noch nicht vollstndig festgelegt und kann sich in spteren
Versionen ndern.
  Eine erste Version von Text-Companion-(tc)-Schriften ist Bestandteil
des DC-Font-Pakets (beginnend mit Version 1.2).  Unter LaTeX2e gibt es
zur einfachen Einbindung das `textcomp'-Package in einer Alphatest-
Version.  Eine Kodierungstabelle der Text-Companion-Schriften findet
man in `dcdoc.tex', der Dokumentation der DC-Fonts.

tc-Fonts:   CTAN: fonts/dc/
dcdoc.tex:  CTAN: fonts/dc/mf/dcdoc.tex
textcomp:   CTAN: fonts/psfonts/ts1/  (momentan nur als Test-Version!)


7.3.5) LaTeX2e verlangt `dcr1000', ich kann diesen Font aber nicht
       finden und habe nur Fonts wie `dcr10'.  Was mache ich falsch?

Anfang September 1995 hat Jrg Knappen die Version 1.2, Mitte November
Version 1.2 Patchlevel 1, Anfang Juni 1996 die Version 1.3 der
DC-Schriften verffentlicht.  Damit lste Version 1.2 bzw. 1.3 endlich
die seit Mrz 1992(!) verfgbare Version 1.1 ab.  Mit der neuen
Version wurde jedoch, neben sehr vielen nderungen im Aussehen der
einzelnen Zeichen, Ligaturen und Kerning, auch die Nomenklatur
gendert:
  Folgte die Version 1.1 dem CM-Vorbild und fuegte dem Basisnamen der
Schrift noch die Designgre in Punkt, also z.B. `dcr' + 10 =>
``dcr10'', so wird ab Version 1.2 die Designgre in 1/100 Punkt und
immer vierstellig angegeben, wie z.B. `dcr' + 10*100 => ``dcr1000''.
Dadurch knnen nun auch nicht ganzzahlige Designgren unproblematisch
erfat werden.  Beispielsweise hat `dcr' in der Designgre 17.28 pt
den Namen ``dcr1728''.


7.3.6) Ich habe bisher DC-Fonts Version 1.1 verwendet und habe sehr
       viele Dokumente.  Wie kann ich jetzt am einfachsten auf Version
       1.3 umsteigen?

LaTeX2e untersttzt seit der Version vom Dezember 1995 die neue
Versionen 1.2 bzw. 1.3 der DC-Schriften (optional kann man diese
LaTeX2e-Version noch so konfigurieren, da Version 1.1 verwendet
wird).  Ist ein Dokument als LaTeX-Eingabedatei vorhanden, bersetzt
man diese einfach mit der neuen LaTeX2e-Version nochmals.  Fr andere
(La)TeX-Dokumente oder dvi-Dateien, von denen man den Quelltext nicht
besitzt, gibt es momentan leider keinen einfachen Weg, da ein
einfaches Umbenennen (oder Setzen eines `links' unter Unix) von
beispielsweise ``dcr1000.tfm'' in ``dcr10.tfm'' zu einem
Prfsummenfehler (`checksum error') im dvi-Treiber fhrt und das
Ergebnis auf dem Ausgabegert durch etwas andere Mae der Lettern und
deren Positionierung zwischen Version 1.1 und 1.2 nur fr
Korrekturausdrucke reicht.
   Es ist absehbar, da es in kurzer Zeit virtuelle Fonts (vf) geben
wird, die die `realen' DC-Fonts in Version 1.2/1.3 benutzen.  Damit
kann man dann die alten pk-Font-Dateien der Version 1.1 durch diese
virtuellen Fonts ersetzen.  Dies hat den Vorteil, da diese vf-Dateien
sehr klein sind und wenig Platz bentigen und man alte dvi-Dateien mit
dem Tool `dvicopy' in dvi-Dateien wandeln kann, die nur die DC-Fonts
Version 1.2/1.3 referenzieren.

ACHTUNG: Die DC-Schriften sind immer noch Test-Versionen, d.h. sie
werden in den nchsten Versionen wiederum kleine Inkompatibilitten
aufweisen!  Wer unvernderliche Schriften bentigt, sollte auch
weiterhin die CM-Schriften verwenden, da deren tfm-Dateien garantiert
nicht mehr verndert werden -- ebenso wie deren kleine `Fehler' wie
z.B. fehlendes Kerning zwischen einigen Letterpaaren.


7.3.7) Gibt es die zu den DC-Schriften gehrenden Schriften fr den
       mathematischen Formelsatz?

Nein, leider noch nicht.  Zur Zeit existiert ein gemeinsames LaTeX3-/
TUG-Technical-Working-Group-(TWG)-Projekt; Barbara Beeton,
Herausgeberin des TUGboat und Mitarbeiterin bei der American
Mathematical Society (AMS), ist Vorsitzende dieser TWG.  Die
Arbeitsgruppe hat die nicht-triviale Aufgabe, alle bentigten
mathematischen Zeichen zusammenzutragen und entsprechende
Schriftkodierungen festzulegen.  Informationen ber die bisher
erarbeiteten Konzepte kann man in CTAN: info/ltx3pub/l3d007.tex
finden.


7.3.8) Wieso werden bei Verwendung von DC-Schriften noch die alten
       CM-Schriften geladen?  Ich dachte, da die DC- die CM-Schriften
       vollstndig ersetzen knnen?

Da noch keine mathematischen Schriften speziell fr die DC-Schriften
existieren, werden die der CM-Schriften verwendet.  Die
CM-Textschriften enthalten jedoch die groen griechischen Buchstaben
fr den mathematischen Formelsatz, so da auch weiterhin diese
Textschriften zustzlich zu den DC-Textschriften geladen werden
mssen.


7.3.9) Nach dem Umstieg von DC-Fonts v1.1 auf v1.2/1.3 fehlt in der
       Ausgabe das kleine scharfe s (\ss), das grosse \SS funktioniert
       dagegen.  Wieso?

Die Datei `dxbase.mf', mit der man eine neue METAFONT-Base-Datei
erstellen kann, hat sich gendert.  Wenn man noch die alte Datei aus
v1.1 zur Erzeugung der neuen DC-Fonts v1.2/1.3 verwendet, hat man u.a.
den Fehler, da das kleine \ss nicht korrekt erzeugt wird.
  Abhilfe: Grundstzlich keine spezielle Base-Datei fr die DC-Fonts
verwenden, sondern die normale `plain'-Base verwenden.  (Der
Zeitgewinn von ca. einer Sekunde pro Font, der frher sehr viel grer
war, geht durch Probleme wie das hier beschriebene wieder verloren.)
Hat man solch `kaputte' DC-Fonts, mu man diese danach nochmals
komplett neu berechnen.



7.4) PostScript-Schriften
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.4.1) Gibt es die CM-Fonts auch als PostScript-(Type-1)-Schriften?

Die Knuth'sche Computer-Modern-(CM)-Familie, die zustzlichen
LaTeX-CM-Fonts, die aus der CM-Familie entstandene kyrillische
CMCYR-Familie und die AMS-Fonts zum mathematischen Formelsatz sind im
Type-1- und True-Type-Format in den beiden Schriftpaketen `Bakoma' und
`Paradissa' zu finden.

Bakoma:    CTAN: fonts/cm/ps-type1/bakoma/
Paradissa: CTAN: fonts/cm/ps-type1/paradissa/


+7.4.2) Wie installiere ich mit `dvips' eine neue PostScript-Schrift,
       so da ich diese unter (La)TeX verwenden kann?

Schritt 0 -- Dokumentation lesen:
  Zuerst sollte man sich die Dokumentation zum `dvips' durchlesen.
Diese beschreibt die wichtigsten Schritte, auch wenn die dort
beschriebenen Dateinamen und die Kodierungen fr die PS-Schriften
veraltet sind (gilt zumindest fr die Doku bis dvips Version 5.58).
Auerdem sollte man Karl Berrys Fontname, `Filenames for TeX fonts',
in der Version 2.0 (oder neuer) durchlesen, in dem ein fr alle
TeX-Systeme verwendbares, einheitliches Namensschema bschrieben wird.

Schritt 1 -- TeX-Anpassungen besorgen oder selbst erstellen:
  Gibt es im `psfonts'-Verzeichnis bereits fertige Anpassungen?  Wenn
ja, sollte man diese verwenden.  Wenn nein, sollte man sich das Tool
`fontinst' besorgen.  Mit diesem Tool kann relativ einfach aus den mit
dem PostScript-Font mitgelieferten afm-Datei die notwendigen
virtuellen Fonts (vf-Dateien) mit den entsprechenden Fontkodierungen
und Font-Definition-Files (fd-Dateien) fr LaTeX2e erzeugen lassen.
Fr Textschriften sollten zumindest vf-Dateien fr OT1-Kodierung,
besser auf noch fr T1-Kodierung erzeugt werden.

Schritt 2 -- PS- und TeX-Font-Dateien installieren:
  Nach Schritt 1 sollten beispielsweise fr die Schrift `URW Antiqua
Regular Roman Condensed' bzw. nach Berrys Namenschema `uaqr...c...'
folgende Dateien vorhanden sein:

  PS-Schrift und zugehrige Font-Metrik:
	uaqr8ac.{pfb,afm}

  virtueller Font, zugehrige TeX-Font-Metriken und PS-Reencoding:
	uaqrrc.{vpl,vf,tfm}    Roman (`raw, 7-bit')
	uaqr7tc.{vpl,vf,tfm}   TeX-Text-/OT1-/CM-Encoding (`7-bit')
	uaqr8rc.{vpl,vf,tfm}   TeX Base-1 Encoding (`raw, 8-bit')
	uaqr8tc .{vpl,vf,tfm}  Cork-TeX-Text-/T1-/DC-Encoding (`8-bit')
	8r.enc                 PS-Reencoding, in `fontname' enthalten

  LaTeX2e-Font-Definition-Files:
	OT1uaq.fd
	T1uaq.fd
	antiqua.sty

und noch einige weitere Dateien fr die `slanted'- und `small caps'-
Varianten, die man mit `fontinst' erzeugen kann.
  Diese Dateien werden nun in folgende Verzeichnisse gelegt:

	*.fd, *.sty  ==> TEXINPUTS (TeX)
	*.tfm        ==> TEXFONTS und/oder `T'-Eintrag (TeX + dvips)
	*.vf         ==> `V'-Eintrag oder VFFONTS  (dvips)
	*.pfb/pfa    ==> `H'-Eintrag oder DVIPSHEADERS (dvips)

Schritt 3 -- Map-Datei des PS-Fonts fr `dvips' erstellen:
  Map-Datei fr `dvips' erstellen.  In dieser Map-Datei wird die
Zuordnung des Font-Namens in TeX zu dem in PS verwendeten festgelegt
und evtl. die zu ladende pfb/pfa- und PS-Reencoding-Datei angegeben.
In unserem Beispiel enthlt die Map-Datei `uaq.map' die Zeile

uaqr8rc URWAntiquaT-RegularCondensed "TeXBase1Encoding ReEncodeFont"
	<8r.enc <uaqr8ac.pfb

(dies muss eine einzige Zeile sein, sie wurde hier nur umbrochen, um
eine zu lange Zeilen zu vermeiden!) und evtl. noch Zeilen fr weitere
Schriften und Varianten.
  Diese Map-Datei in ein Verzeichnis legen, in dem `dvips' nach
PS-Header-Dateien sucht (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in `config.ps').

Schritt 4 -- `dvips'-Konfigurationsdatei anpassen:
  Konfigurationsdatei `config.ps' des `dvips' ndern: Die in Schritt 3
erstellte Map-Datei durch die in `config.ps' neu einzutragende Zeile

p +uaq.map

zustzlich zur Standard-Map-Datei `psfonts.map' laden.  (ltere
`dvips'-Versionen verstehen das `+' nicht; bei diesen mu man den
Inhalt der Map-Datei `uaq.map' an die Datei `psfonts.map' anhngen und
die obige Zeile in `config.ps' ist wegzulassen.)  Auerdem sollte man
noch berprfen, ob das Verzeichnis, in dem diese Map-Datei und die
pfb/pfa-Dateien zu finden sind, im Suchpfad nach PS-Header-Dateien
enthalten ist.  Dieser Suchpfad wird in der Konfigurationsdatei ber
den `H'-Eintrag oder ber die Umgebungsvariable DVIPSHEADERS angegeben.

Schritt 5 -- Anpassungen testen und verwenden:
  Mit LaTeX2e kann man unsere Beispielschrift einfach mittels des
Packages `antiqua' verwenden, da diese Schrift damit als \rmdefault-
Schrift verwendet wird.  Ohne dieses Package kann man auch durch die
Anweisung ``\usefont{OT1}{uaq}{m}{n}'' diese Schrift kurz austesten.
LaTeX2e mte dazu die fd- und tfm-Dateien finden und einlesen knnen.
`dvips' benutzt dann die angepate Konfigurationsdatei, die virtuellen
Schriften `uaqr*.vf', die Map-Datei `uaq.map', die eigentliche
PS-Schrift `uaqr8ac.pfb' und schlielich noch `8r.enc'.
  Unter plain-TeX kann man diese Schrift relativ einfach durch
z.B. die Anweisung \font\rmantiqua=uaqr7tc laden und anschlieend
verwenden.  Zur Verwendung der T1-kodierten Variante `uaqr8tc' sind,
wie bei der Verwendung der DC-Schriften unter plain-TeX, noch einige
Anpassungen notwendig.
  Unter LaTeX 2.09 gilt dasselbe wie fr plain-TeX, nur sollte man
hier besser \newfont{\rmantiqua}{uaqr7tc} verwenden.  Will man diese
Schrift und deren Varianten statt den CM-Schriften in einem Dokument
verwenden, so sind grere nderungen notwendig, die den Rahmen dieser
FAQ sprengen wrden.  Am einfachsten ist ein Umstieg auf LaTeX2e!

dvips.tex:  CTAN: dviware/dvips/
fontname:   CTAN: info/fontname/
8r.enc:	    CTAN: info/fontname/8r.enc
psfonts:    CTAN: fonts/psfonts/...
                  fonts/psfonts/urw/antiqua/  (unsere Beispielschrift)
fontinst:   CTAN: fonts/psfonts/tools/finst/ (neuere Version)
		  fonts/utilities/fontinst/ (enthlt contrib/-Verzeichnis)

		=== Teil 8: Tools/Utilities ==


8.1) Tools zur Manipulation von dvi-Dateien
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.1.1) Ich mchte aus DIN A4-Papier durch doppelseitigen Druck und
       entsprechende Faltung eine Broschre in DIN A5 erstellen.

Mit `dvidvi' oder `dvibook' lassen sich die Seiten in einer dvi-Datei
so umordnen, da auf einem Papierbogen die entsprechenden Seiten
doppelseitig gedruckt werden knnen.  Neben diesen dvi-Manipulations-
programmen knnen auch einige dvi-Gertetreiber die Seiten so gedreht
und sortiert ausgeben, da man diese zu einer Broschre bzw. die
einzelnen Bogenpckchen zu einem dickeren Buch binden kann.  Beispiele
fr solche Treiber sind `dvidrv' (emTeX, OS/2&MS-DOS) `dvi_dot'
(MultiTeX, Atari ST), DVI 3.00 (Atari ST).  Hilfreich ist hierbei
neben der Fhigkeit, die Seiten ensprechend anzuordnen, da man die
Signaturgre, d.h. die Gre eines Heftchens, ber einen Parameter
angeben kann (Bsp: `section-count' bei den emTeX-Treibern).
  Verwendet man PostScript, so kann man mit `psbook' (aus den
PostScript-Utilities) statt der Seiten in der dvi-Datei auch die
Seiten in der aus der dvi-Datei erzeugten PostScript-Datei umordnen.
Dabei sollte man darauf achten, da die PostScript-Dateien sogenannte
`strukturierte Kommentare' enthalten, da `psbook', andere PostScript-
Utilities und beispielsweise auch `ghostview' diese Kommentare
bentigen, um den Vorspann und die einzelnen Seiten voneinander
trennen zu knnen.  (In `dvips' darf man die Option -N, `No structured
comments', daher _nicht_ verwenden!)

Lsungsbeispiel mit `dvidvi' und `dvips':

  # Vorderseiten:
  dvidvi -m '4:-1,2(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp.dvi
  dvips -t landscape -x 707 tmp1.dvi
  #
  # Rckseiten:
  dvidvi -m '4:-3,0(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp.dvi
  dvips -t landscape -x 707 tmp2.dvi
  #
  # danach zuerst die Vorderseiten in `tmp1.ps' ausdrucken, diese in
  # den Drucker so einlegen, da die letzte Vorderseite zuerst
  # eingezogen wird, und dann die Rckseiten in `tmp2.ps' ausdrucken.

Lsungsbeispiel mit `psbook', `pstops' und `dvips':

  # Ausgabe im Querformat und auf DIN A5 (= 1/sqrt{2}) verkleinert
  dvips -t landscape -x 707 -o tmp.ps datei.dvi
  # Sortieren der Seiten der PS-Datei, Signaturgre: je 16 Seiten
  # ergibt 4 Bgen (doppelseitig und gefaltet)
  psbook -s16 tmp.ps tmp-sorted.ps
  # Zusammenfassen auf eine DIN A4-Seite
  pstops '2:0(7.44mm,7.44mm)+1(7.44mm,-141.06mm)' tmp-sorted.ps datei.ps


dvidvi:   CTAN:  dviware/dvidvi/
dvibook:  CTAN:  dviware/dvibook/
psbook:   CTAN:  support/psutils/

          (in anderen Verzeichnissen unter systems/ findet man
	  Binaries dieser Programme fr verschiedene Systeme)


+8.1.2) Ist es mglich, zwei dvi-Dateien zu einer zusammenzumontieren?
       Kann ich einzelne Seiten aus einer dvi-Datei in eine dvi-Datei
       schreiben?

`dviconcat' von Chris Torek, das im `dvibook'-Paket von Angus Duggan
enthalten ist, hngt dvi-Dateien aneinander.  Mit `dviselect' aus
demselben Paket kann man einzelne Seiten bzw. Folgen von Seiten aus
einer dvi-Datei extrahieren.

dvibook:  CTAN: dviware/dvibook/


8.2) Syntax-Checker
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.2.1) Ich mchte ein LaTeX-Dokument mglichst schnell auf Fehler
       berprfen.

In LaTeX2e gibt es das Paket `syntonly', das durch die Anweisung
`\syntaxonly' in der Dokumentprambel einige LaTeX-Interna so
umdefiniert, da kein oder nur sprlich dvi-Code erzeugt und so der
bersetzungslauf beschleunigt wird.  Dabei werden weiterhin die
meisten Fehler, insbesonders syntaktische, von TeX gemeldet.  Jedoch
knnen auch weitere Fehler gemeldet werden, wenn Makros von den intern
jetzt nicht mehr erzeugten Strukturen abhngen.  `syntonly' bentigt
die tfm-Datei fr den Font `dummy'.

dummy:  CTAN: fonts/ams/amsfonts/sources/dummy.mf
              fonts/ams/amsfonts/tfm/dummy.tfm


8.2.2) Gibt es auch noch Syntax-Checker, die schneller sind?

Externe Syntax-Checker, wie `lacheck' oder `texchk', sind schneller,
jedoch kann es vorkommen, da sie z.B. bei `verbatim'-hnlichen
Umgebungen sehr viele Fehler melden, obwohl keine existieren.  Meist
ignorieren diese Programme auch \input- und \include-Anweisungen, so
da die einzelnen Dokumentdateien separat getestet werden mssen.  Sie
sind jedoch schnell und ideal zum Finden von Fehlern durch inkorrekte
Schachtelung von Gruppen/Umgebungen.

lacheck: CTAN: support/auctex/
        C/lex-Source von `lacheck' ist im AUCTeX-Paket enthalten.
texchk: CTAN: systems/msdos/4alltex/disk05/texcheck.zip
        Binary ist im emTeX- und damit auch im 4allTeX-Paket
        enthalten.



8.3) Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.3.1) Ich habe ein Dokument fr XYZ vorliegen und mchte es in
       (La)TeX umwandeln.  Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Fr relativ viele Dokumentformate gibt es Programme, die diese in eine
(La)TeX-Eingabedatei mit entsprechendem Markup umwandeln.  Leider
knnen die meisten dieser Programme nur eine a) unvollstndige
Konvertierung durchfhren, b) ein (La)TeX-Dokument mit schlechtem
Markup erzeugen oder c) brechen mit Fehlern ab oder strzen im
schlimmsten Fall ab.  Dies liegt an unterschiedlichen Grnden, wie
z.B. daran, da die Markup-Mglichkeiten des anderen Programms nicht
mchtig genug sind oder da das Dateiformat nicht offiziell
dokumentiert vorliegt und daher nur unvollstndig und fehlerhaft
`re-engineered' wurde.  Es ist daher besser, wenn Sie nicht allzu viel
von diesen Konvertierungsprogrammen erwarten und sich darauf
einstellen, da sie noch nacharbeiten mssen.
  Konvertierungsprogramme, die (La)TeX-Dokumente erzeugen, existieren
fr Word/WordPerfect/RTF, SGML, HTML, troff, Scribe u.v.a.m.

8.3.2) Ich habe ein (La)TeX-Dokument vorliegen und mchte es in eine
       Form fr XYZ umwandeln.  Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Es existieren relativ viele Konvertierungsprogramme, um ein
LaTeX-Dokument in eine Form zu wandeln, um das Dokument oder Teile
daraus in anderen Programmen weiterzuverwenden.  Auch hier mu man
mehr oder weniger Abstriche machen, wenn ein Dokument a) nicht
strukturiert eingegeben und konsistent mit LaTeX-Markup versehen
wurde, b) spezielle LaTeX-Pakete und -Erweiterungen verwendet, c)
mathematische Formeln, Tabellen und Grafiken mit der `picture'-
Umgebung enthlt oder d) das Konvertierungsprogramm spezielle
Markup-Deklarationen bentigt.  Sie mssen daher auch hier entweder
das entstandene Ergebnis nachbearbeiten oder ihr LaTeX-Dokument vorher
entsprechend anpassen.
  Konvertierungsprogramme, die aus (La)TeX-Dokumenten ein anderes
Format erzeugen, existieren fr RTF (Word/WordPerfect), gewhnlichen
ASCII-Text, HTML, Portable Document Format (PDF) von Adobe, u.v.a.m.


8.3.3) Konvertierungsprogramme fr MS WORD (for Windows), WordPerfect
       (for Windows) und allgemein fr `Rich Text Format' (RTF)?

[Die folgenden Informationen sind den folgenden Quellen entnommen:
 * Marion Neubauer, Conversion from WORD/WordPerfect to LaTeX,
   Proceedings of the Eighth European TeX Conference, EuroTeX'94,
   September 1994, Gdansk/Polen, S. 115-119.
 * `Liste von Konvertern zwischen RTF/Word/WordPerfect und LaTeX' von
   Wilfried Hennigs; regelmig gepostet in die Newsgroups
   `comp.text.tex', `de.comp.tex' und
   `comp.os.ms-windows.apps.word-proc'
]

LaTeX zwingt den Autor, sein Dokument in strukturierter Form
einzugeben, whrend Textverarbeitungsprogramme wie Word und
WordPerfect auch die unstrukturierte Eingabe eines Dokuments erlauben,
was leider auch die meisten Autoren tun.  Daher ist es nur sehr schwer
und mit viel Aufwand mglich, ein unstrukturiertes Dokument
automatisch in eine strukturierte LaTeX-Eingabe umzusetzen.
  Fr die Textverarbeitungsprogramme existieren jedoch auch sogenannte
Style-Sheets.  Werden vom Autor eines Dokuments die zustzlichen
Strukturierungsmglichkeiten eines solchen Style-Sheet `sauber' und
konsistent verwendet, ist eine automatische Umsetzung in eine klar
strukturierte LaTeX-Eingabedatei ber einen `internen' Konverter
(z.B. durch Makros des Textverarbeitungsprogrammes) mglich.


bersicht nichkommerzieller Konverter WORD/WordPerfect/RTF => LaTeX:
---------

WORD => LaTeX
 - WORD2TeX  (Pascal-Source, DOS)
 - WD2LaTeX  (DOS)
 - word_tex  (Style-Sheets, interner Konverter!)

WinWord 2.0 => LaTeX
 - WINW2LTX  (Style-Sheets, interner Konverter!)

RTF (WORD/WordPerfect) => LaTeX
 - rtf2TeX   (C-Source, Unix)
 - rtf2LaTeX (C-Source, Unix/Mac/DOS)
 - rtfLaTeX  (Pascal-Source, DOS)

WordPerfect => LaTeX
 - WP2LaTeX  (C- und Pascal-Source, Unix/DOS)
 - WP2x      (Unix/DOS)


LaTeX => RTF/WORD/WordPerfect
-----------------------------

A. Nichtkommerziell:

   - TeX2RTF 1.47  (Binaries fr Windows 3.1, Sun und HP)
     `A Free LaTeX to RTF, Windows Help RTF, HTML & wxHelp converter'

     Input: A LaTeX subset with some additional hypertext macros; no
       maths, minimal table support; does not accept pure TeX
       (non-LaTeX) documents.

     CTAN: support/tex2rtf/
     URL: ftp://ftp.aiai.ed.ac.uk/pub/packages/tex2rtf/
          http://www.aiai.ed.ac.uk/~jacs/tex2rtf.html

   - latex2rtf  (fr Unix-Systeme)
     LaTeX to RTF converter for Unix machines.

     CTAN: support/latex2rtf/

B. Kommerziell:

   - TexPort  (fr Windows 3.1)
     von K-Talk Communications, Inc.;
     1287 King Ave, Suite 203; Columbus, OH 43212-2220; USA

     `TexPort converts TeX and LaTeX to WordPerfect format files.
     WordPerfect files can be imported into Microsoft Word.'

     Input: Font styles, such as bold and italic; footnotes; greek
       characters; math equations and scientific notation; inline and
       display format equations; simple tables, such as those that use
       the LaTeX macro `as is'; non-english phrases, european accent
       characters; \def and \newcommand.

     WWW home page   http://www.ktalk.com
     FTP Site        ftp.infinet.com, directory /pub/ktalk


RTF/WORD/WordPerfect => LaTeX
-------------------------------

A. Nichtkommerziell:

   Hinweis:
   Bisher ist kein nicht-kommerzieller Konverter bekannt, der alle
   Elemente und Formatierungen untersttzt, die in den gngigen
   Textverarbeitungsprogrammen zulssig sind.  Wesentliche
   Einschrnkungen bestehen hinsichtlich Tabellen, Grafiken und
   Formeln.  (Gute Ergebnisse bei Verwendung von Style-Sheets mit
   `internen' Konvertern.)

   - RTF2LATEX  (DOS) 
     Pascal-Programm mit notwendiger, separater .sty-Datei, erzeugt
     also nicht direkt LaTeX-konforme Eingabe; auerdem keine
     mathematischen Formeln und Tabellen.

     CTAN: support/rtflatex/

   - rtf2TeX (C-Source, Unix-Systeme)
     Nur fuer RTF-Versionen bis WinWord 2, nicht fuer WinWord 6.

     Kommentare vom Autor aus der README-Datei:
     `This is a first attempt at an RTF to TeX converter. The parts
     that handle fonts and such like seem to work pretty well,
     although they could be improved, but the table handling is a
     problem. [...]  I did not try to convert equations or tables as I
     could find no adequate description of either; I don't think that
     it would be very hard.  My comment is: Tables yes, but formulas
     will be difficult.'

     CTAN: support/rtf2tex/

   - rtf2LaTeX (C-Source, Unix-Systeme)
     Nur fuer RTF-Versionen bis WinWord 2, nicht fuer WinWord 6.

     Kommentare vom Autor aus der README-Datei:
     `rtf2LaTeX expends a good deal of effort in an attempt to make
     the resulting LaTeX maintainable and modifiable.'
     Im Moment nur Textelemente, keine Formeln oder Grafiken.

     CTAN: support/rtf2latex/ 

   - w2latex  (C-Source, Unix-Systeme)
     Konvertiert RTF nach LaTeX, nur RTF-Versionen bis WinWord 2,
     nicht fuer WinWord 6.

     Input: Converts text elements and formula fields; converts
       nearly all special characters of the basic TrueType fonts
       (Arial, Courier New, Times New Roman); needs some changes to
       additionally support German left quotes and a few other special
       characters; does not convert the document structure (i.e.
       headings are not recognised as such); does not handle other
       fields, equation editor objects, graphics; table handling is
       rudimentary (conversion of table cells to minipages, but
       problems with borders); only handles RTF versions up to WinWord
       2, not yet WinWord 6.

     CTAN: support/w2latex/
           support/w2latex/german/ (mit den genannten Anpassungen)

   - WINW2LTX
     a set of macros for MS Word for Windows, version 2 and 6
     (= Style-Sheets, mit deren Hilfe man von vornherein Dokumente
     strukturierter eingeben und damit spter leichter in LaTeX oder
     andere Formate wandeln kann)

     Input: Converts the document structure, i.e. headings level 1
       and 2 (and level 3 in German version), bulleted lists and
       numbered lists, and some of the special characters; needs more
       changes to add conversion of the other special characters and
       also of symbol font characters into mathmode (should be rather
       straightforward); no conversion of tables, graphics, formulas,
       fields.

     CTAN: support/winw2ltx/{english,german}/{ww2,ww6}/

   - WP2LaTeX  (C-Source, Unix-Systeme/DOS)
     nur fr WordPerfect 5.1-Format, Word-Dokumente in diesem
     abspeichern

     Input: latest version (3.0a from Jan 94) makes a first try to
       convert formulas, but it is said by the author that this is not
       yet working properly; it normally crashes on german documents
       and does not produce any output -- maybe it is not compatible
       with the german WinWord version.

     CTAN: support/wp2latex-5_1/
           support/wp2latex/

   - Word_TeX
     (= Style-Sheets + `interner' MS Word-Treiber)

     Insbesonders bei neu einzugebenden Texten, die spter nach LaTeX
     gewandelt werden sollen, zu empfehlen.

     CTAN: support/word_tex/

B. Kommerziell:

   Hinweis:
   Auch hier gilt dasselbe wie fr die nicht-kommerziellen Programme.
   Die Programme knnen ebenso nicht alle Konstrukte fehlerfrei
   umwandeln und erzeugen auch fr `einfachere' Konstrukte teils
   fehlerhaften, teils auch unntig komplizierten LaTeX-Text.

   - Publishing Companion  (fr Windows 3.1)
     von K-Talk Communications, Inc.; Adresse s.o.

     `Translate WordPerfect or Microsoft Word files to TeX or LaTeX.'
  
   - Scientific Word/Scientific WorkPlace  (fr Windows 3.1)
     von TCI Software Research

     Included with these products is a conversion program that will
     input RTF and output LaTeX.  This conversion will correctly
     convert Microsoft Word Equation Editor or MathType equations in
     the RTF file to LaTeX.  The conversion program is not available
     separately.


8.4) TeX-Benutzungsoberflchen und Editoren
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

+8.4.1) Emacs+AucTeX: Wie kann ich erreichen, da fr deutsche Texte
       das Doublequote nicht durch `` bzw. '' ersetzt wird?

In vielen, wenn auch nicht allen Fllen erkennt AucTeX durch die
Verwendung des Pakets `german' in der Dokumentprambel, da dieses
Verhalten ausgeschaltet werden soll.  Gibt man zwei Doublequotes ein,
so erhlt man immer einen Doublequote.
  Ansonsten kann man dieses Verhalten abschalten oder ndern, in dem
man in die Startup-Datei `.emacs' die Zeilen

(add-hook 'TeX-mode-hook
  (function (lambda ()
    ;;
    ;; 1. gesonderte Behandlung von " ganz abschalten
    ; (local-set-key "\"" 'self-insert-command)
    ;;
    ;; 2. je ein " statt ``...'' einfgen:
    (setq TeX-open-quote "\"")
    (setq TeX-close-quote "\"")
    ;;
    ;; 3. "`..."' statt ``...'' einfgen:
    ; (setq TeX-open-quote "\"")
    ; (setq TeX-close-quote "\"")
    )))

einfgt und je nach Wunsch eine der drei Varianten auskommentiert
lt.


+8.4.2) Emacs: Ich will direkt Umlaute verwenden knnen, jedoch sollten
       diese in `\"a' oder `"a' umgewandelt werden, damit ich sie
       problemlos weitergeben kann.

Die Emacs-Library-Datei `iso-cvt' wandelt automatisch beim Laden und
Speichern eines Textes die Umlaute von bzw. in die entsprechenden TeX-
bzw. German-Style-Makro-Notation.
  Soll Emacs bei Eingabe eines Umlauts fr den Umlaut statt eines
einzelnen Zeichens direkt die TeX-Makro-Notation erzeugen, so kann man
dies durch nderung der entsprechenden `Key-Map' erreichen.
Beispielsweise durch

(add-hook 'TeX-mode-hook
  (function (lambda ()
    (local-set-key [228]
      (function (lambda () (interactive)
        (insert "\"a")
        ;; oder
        ; (insert "\\\"a")
        )))
    ;;  dto. fr die anderen Umlaute und das scharfe s
    )))

Wenn man dies verwendet, wre es noch ratsam mit etwas zustzlichem
Emacs-Lisp-Code beim Lschen eines so erzeugten `Umlautes' nicht nur
ein Zeichen, sondern alle Zeichen des kompletten Makros zu entfernen.
